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Musikrezension

Zürcher Aufbruch

Richard Strauss: Aus Italien / Macbeth

Von Hans Jürg Baum ·
Zuerst lächelte man: Als das Zürcher Tonhalle-Orchester unter seinem neuem Chef, dem Amerikaner David Zinman, mit dem Budget-Label Arte Nova anbändelte. Dann staunte man: Der Beethoven-Zyklus mit den neun Sinfonien machte weltweit Furore.

Es zeigte sich: billig im Preis heisst nicht unbedingt billig in der Qualität – im Gegenteil! Der Erfolg spornte Zinman und sein Team zu neuen Plattentaten an. Jetzt ist Richard Strauss mit seinen um die Jahrhundertwende entstandenen, effektvollen Sinfonischen Dichtungen an der Reihe. Dass der Einstieg mit zwei frühen, verhältnismässig selten zu hörenden Stücken erfolgt, zeugt vom Mut der Zürcher Tonhalle-Crew.

Damit wird der Appetit auf Kommendes, das heisst die bekannteren Stücke geweckt. Immerhin, schon beim jungen Strauss lassen sich die klangsatten, zugriffigen Qualitäten des Orchesters voll ausspielen. Also etwa beim poetisch-grellen Südtraum "Aus Italien", wo der Komponist ausführlich in Reiseerinnerungen schwelgt und zum Schluss gar lärmig "Funiculi, funicula" zitiert. Oder in "Macbeth" frei nach Shakespeares blutiger Tragödie, wo grimmige und düstere Töne dominieren und von Maestro Zinman dramatische Entschlusskraft erfordern.
Album
AlbumtitelRichard Strauss: Aus Italien / Macbeth
KomponistRichard Strauss: Aus Italien / Macbeth
LabelArte Nova
Jahr2000
Bestellnummer74321 77067
MediumCD
Musik 8 Klang 8
Der Autor Hans Jürg Baum

Hans Jürg Baum ist Mitgründer von avguide.ch und war zehn Jahre lang Geschäftsführer. Der Musiker schrieb zwei Jahrzehnte lang über Audio-Komponenten, Kopfhörer und Musik — Schwerpunkt Klassik und Barock in HiRes.