19. Juli 2019 | seit 1999
TESTBERICHT
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Publikationsdatum
1. Juli 2019
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Formation von Bowers & Wilkins ist ein neues System zur kabellosen Musikwiedergabe in verschiedenen Wohnräumen. Formation baut dafür ein eigenes Wireless-Netzwerk auf: «Mesh» ist von Heim-WiFi unabhängig und zeichnet sich durch HiRes-Tauglichkeit sowie minimen Zeitversatz auch beim Mehrraumbetrieb aus. Das Formation-Portfolio beinhaltet derzeit den TV «Bar», den Standalone-Lautsprecher «Wedge», den Aktivsubwoofer «Bass» sowie die Aktivboxen «Duo» (Test: hier). Bis auf den Bar werden alle Komponenten ausschliesslich übers Netzwerk – entweder kabellos oder via Ethernet – angesteuert. Herkömmliche Analog- oder Digitaleingänge sucht man bei Duo, Wedge oder Bass vergeblich.

Hier kommt der Formation Audio ins Spiel: Er verbindet die drei Netzwerk-Bausteine mit kabelgebundenen HiFi-Komponenten. Ein Beispiel: Wer bereits über einen Audio-Server oder über einen Netzwerkspieler verfügt, kann diesen entweder über ein optisches Digitalkabel oder analog via Cinch-Eingang mit dem Formation Audio verbinden. Dieser leitet das Signal dann kabellos und verzögerungsfrei über das Mesh-Netzwerk an die Formation Duo, Wedge und Bass weiter.

Ebenfalls ist es möglich, eine analoge Quelle ins Mesh-Netzwerk einzubeziehen und so beispielsweise einen Tuner oder einen Plattenspieler (mit zusätzlichem Phono-Vorverstärker) in ein Mehrraumsystem einzubinden. Das via Cinch eingespeiste Analogsignal wird im Formation Audio mit 24 Bit / 96 kHz digitalisiert und in HiRes übers Mesh-Netzwerk zu anderen Formation-Komponenten gestreamt. Diese können im gleichen Raum oder in anderen Räumen stehen.

Mit Formation Audio kann man auch einen Plattenspieler direkt ins Netzwerk einbinden, vorausgesetzt, dieser verfügt über einen eingebauten Phono-Vorverstärker.

Der Hub kann aber noch mehr: Man kann ihn dazu nutzen, Musik aus dem Internet bzw. Streaming-Dienst- oder Cloud-basierte Musik digital oder analog an eine beliebige Wiedergabekomponente (Verstärker, Receiver, Stereo-Anlage, DAC) auszugeben. Ein Beispiel: Jemand hat seine Musiksammlung auf einem NAS oder einem PC, bzw. möchte über Letzteren Musik ab Internet auf die Anlage im Wohnzimmer streamen. Das NAS bzw. der PC steht aber meist nicht im Wohnzimmer, sondern im Home Office, wo eine potenzielle Geräuschkulisse keine Rolle spielt und wo die mehr oder weniger unschönen Gerätschaften aus dem Weg sind.

Hier kommt Formation Audio zum Zug: Er übernimmt im Zusammenspiel mit einer Musikverwaltung wie Roon das ab NAS oder PC via Netzwerk gestreamte Musiksignal und gibt es analog oder digital an Stereo-Anlage, Receiver oder DAC weiter. Wichtig dabei: Die Auswahl aus der digitalen Musiksammlung erfolgt – ebenso wie die Navigation durch Online-Musikportale – bequem via Roon-App, mittels Smartphone oder Tablet. So lässt sich die Musikwiedergabe ab einem Audioserver oder ab Internet auch über nicht vernetzbare Audio-Endgeräte realisieren.

Formation Audio erlaubt vielfältiges Streaming in ein bestehendes Audiosystem.

Weitere Einsatzszenarien für Formation Audio eröffnen sich im Zusammenspiel mit Bluetooth- oder Airplay-kompatiblen Handys oder Tablets. Bluetooth eröffnet eine direkte Wireless-Verbindung und gibt Musik ohne Umweg übers Heimnetzwerk vom Portable-Gerät wieder. Je nach Bluetooth-Standard ist die Klangqualität befriedigend bis gut oder sogar sehr gut. Formation von Bowers & Wilkins unterstützt nicht nur AptX (was annähernder CD-Qualität entspricht), sondern auch AptX HD, womit sich Musik in HiRes direkt ab dem Handy streamen lässt.

iOS-Geräte mit Airplay nutzen das Heimnetzwerk zur Musikübertragung. AirPlay überträgt «lossless», also ohne Datenreduktion. Die Wiedergabe sowohl von Airplay wie von Bluetooth über Formation Audio gestaltet sich sehr einfach: Das Handy bzw. das Tablet erkennen es als Audioausgabegerät und streamen darüber in der bestmöglichen Qualität.

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