TESTBERICHT
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Publikationsdatum
6. Januar 2020
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Think big: Nach diesem Motto hat der Traditionshersteller Rotel die Michi-Serie kreiert. Schon die Original-Michi-Komponenten (z.B. der Endverstärker RHB10 Anfang der 90er-Jahre) hatten mit 47 Zentimeter Gehäusebreite die üblichen Abmessungen von HiFi-Komponenten gesprengt. Auch die neuen zeigen mit ihren 48,5 Zentimetern auf, dass Platzersparnis bei der Planung nicht im Vordergrund stand.

Dass der Vorverstärker P5 und der Endverstärker S5 dennoch nicht als «erratische Blöcke» im Hörraum stehen, verdanken sie vor allem dem edlen Finish mit verspiegelter Front und seitlich gerundeten Gehäusekanten. So sind sie ein rundum ansehnlicher Blickfang. Wer möchte, kann die integrierten Displays auf der Front ganz ausschalten und so für noch mehr visuelle Diskretion sorgen.

Punkto Ausstattung und Leistungsdaten sind die neuen «Michi» ihren ideellen Vorgängern natürlich weit voraus: Der Vorverstärker P5 lässt mit integriertem HiRes-DAC, Bluetooth-aptX-Wireless-Anbindung sowie MM- und MC-Phono-Eingang keinerlei Wünsche offen. Der Stereo-Endverstärker S5 offeriert mit 2 x 500 Watt genügend Ausgangsleistung, um auch jeden noch so schwierigen Lautsprecher auf Touren zu bringen.

Wie unser Hörtest im Zusammenspiel mit den Lautsprechern 802 D3 von Bowers & Wilkins zeigt, ist die schiere Power jedoch kein Selbstzweck. Die Michi-Kombi von Rotel zeigt viel Sinn für feinste Zwischentöne und klangliche Anmut und stellt sich ganz in den Dienst unverfälschter Musikwiedergabe.

Nahtlos in die Front integriert findet sich ein informatives FL-Display, welches beim Endverstärker wahlweise die Leistung oder das Frequenzspektrum anzeigt.Nahtlos in die Front integriert findet sich ein informatives FL-Display, welches beim Endverstärker wahlweise die Leistung oder das Frequenzspektrum anzeigt.

Punkto Verarbeitung und Materialanmutung erfüllt die Kombi die hohen Erwartungen, die man an diese Preisklasse stellen darf, voll und ganz. Auch der Blick in das Innere der Geräte zeigt, dass die Ingenieure ohne Rücksicht auf die Kosten aus dem Vollen schöpfen durften. Auffällig beim P5 ist das äusserst grosszügig dimensionierte Netzteil mit einem extra für Michi entwickelten Ringkerntransformator und den speziell dafür gefertigten Slit-Foil-Siebkondensatoren.

Das niederohmige Netzteil hat enorme Leistungsreserven, die sogar einem Vollverstärker zur Ehre gereichen würden. Aufbau und Schaltungslayout zeugen, soweit ersichtlich, bis ins Detail von einem erheblichen Optimierungsaufwand: Die Signalwege sind voll symmetrisch ausgelegt, um Laufzeitunterschiede in den Kanälen zu vermeiden. Auf der Platine werden Metallfilmwiderstände und Polystyrol- bzw. Polypropylen-Kondensatoren allererster Güte eingesetzt. Dies alles zu einem vergleichsweise günstigen Preis von CHF 3990. Hut ab!

Die Möglichkeiten sind umfangreich und am besten an einem umfassenden Beispiel zu erläutern:

  1. TV-Gerät über SPDIF Toslink mit Piega Connect verbinden
  2. Streaming-Gerät / Musikserver über USB mit Piega Connect verbinden
  3. CD-Laufwerk über SPDIF Koaxial mit Piega Connect verbinden
  4. Plattenspieler via Phonostufe analog mit Piega Connect verbinden
  5. Einen oder zwei Subwoofer über Analogausgänge von Piega Connect betreiben
  6. Smartgerät via Bluetooth aptX mit Piega Connect verbinden
 

Das System benötigt und hat keine eigene Fernbedienung. Das macht man mit den Fernbedienungen oder den Apps der jeweiligen Quellen. Die Systemlautstärke kann zudem auf Piega Connect bedient werden.

In einem Haus können bis zu drei Systeme bzw. Piega Connects betrieben werden. Dazu gibt es drei an Piega Connect und für die jeweiligen Lautsprecher wählbare Gruppen (white, blue, red) für die Zuordnung.

Piega Connect mit Bluetooth-Pairing-Taste und Lautstärkeregelung.Piega Connect mit Bluetooth-Pairing-Taste und Lautstärkeregelung.
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