Sonntag, 20. September 2026 · seit 1999 Newsletter · Werbung · Über avguide.ch
Testbericht · Digibit · Netzwerk-Player

Multi-Talent

Test aria High-End Musik Server

Muss ein moderner Musikserver alles können? Warum nicht? Der aria setzt in Bezug auf Flexibilität und Individualisierung Massstäbe und parkiert kostenbewusst. Wer es einfacher möchte, wird daran trotzdem nicht gehindert.

Von Christian Wenger · · Seite 1 von 4
aria besticht optisch und auch haptisch mit toller Anfassqualität und Top-Verarbeitung.
aria besticht optisch und auch haptisch mit toller Anfassqualität und Top-Verarbeitung.

Die inneren Werte

Mehr ist mehr

Wer vor 3 Jahren einen Musikserver auf den Markt brachte, hatte es prinzipiell leichter: Man nahm oder entwickelte eine funktionierende Mediathek-Software und versprach dem Kunden stetige Verbesserungen mit den kommenden Updates. Die Bananen reiften bei den Kunden. Einige Hersteller verschwanden schon mit dem Update Nummer fünf von der Bildfläche.

Heute sind die Standards für Musikserver deutlich höher. Die Musikhörer wollen bessere, flexiblere und nachhhaltigere Lösungen, die von Anfang an funktionieren und auch in 10 Jahren noch Freude bereiten. Computer-Platinen einfach in schicke Gehäuse zu schrauben ist passé. Darüber hinaus ist der Kunde preisbewusster, und fünfstellige Beträge werden hinterfragt.

Der aria Musikserver verspricht im Grunde einfach alles, was man sich so erträumt und beschliesst den Kopfsatz dieser Sinfonie auch noch mit einem zahlbaren Preis. Er steht punkto Einsatzmöglichkeiten und Individualisierung/Konfiguration der Mediathek zurzeit an vorderster Stelle. Dazu spielt er, abgesehen vom Setup, drei Minuten nach Inbetriebnahme Musik ab, und sein iPad-App führt den Benutzer intuitiv durch das Abendprogramm.

Was ist da drin?

Der aria steckt in einem auffällig gestalteten Gehäuse, das die Blicke anzieht. Trotzdem ist das Gerät kein Solitär, auf den man nichts mehr draufstellen könnte, wenn man denn müsste. Alle sichtbaren Komponenten sind erstklassig. Einzig das Schubladen-Laufwerk für den CD-Ripp ist Plastik und ruckelt beim Einfahren. Egal, denn Schubladen-Laufwerke sind in der Regel besser als die verbreitenden "Slots", die einem die Silberscheibe aus der Hand reissen und einem das Gefühl vermitteln, man stünde vor einem Briefkasten und hätte vor dem Einwerfen die Briefmarke vergessen.

Das lüfterlose Konzept verspricht Stille. Wenn man statt dem max. 4 TB grossen HDD-Speicher den max. 2 TB grossen SSD Speicher nimmt, dann ist auch das letzte Motörchen ausgemerzt - abgesehen vom CD-Laufwerk, welches beim Musikhören nicht benutzt werden muss.

Der aria gibt Musik standardmässing nur digital aus, im S/PDIF-Standard koaxial (Cinch) oder über einen BNC-Stecker oder im AES/EBU-Standard und dazu über eine I2S Schnittstelle und natürlich USB. Das ist sinnvoll, da viele Geräte wie Verstärker oder Komplettsysteme eigene DA-Wandler aufweisen. Ein integrierter DA-Wandler ist optional erhältlich. Er unterstützt Formate bis 32 Bit / 192 kHz und auch DSD.

Das Gerät ist netzwerkfähig und erlaubt das Streaming vom NAS.

Dank ihrer Grösse und den Proportionen liegt die DV3000E sehr gut in der Hand. Alle Bedienelemente sind für die Finger gut erreichbar und sinnvoll angeordnet. Einzig das Wählrad für die Betriebsart sträubt sich ab und zu gegen die Bedienung mit dem Daumen der rechten Hand. Ton- und Spezialeffekte sowie Titel lassen sich auf Tasten legen, so dass zum schnellen Aufruf während der Aufnahme ein Druck genügt. Im Manual-Modus führt die Kamera Schärfe und Belichtung vorerst automatisch nach. Mit nur einem Tastendruck nimmt man ihr das Zepter aus der Hand und kontrolliert selbst mittels grossem Fokusring am Objektiv respektive der Menüwippe vor dem Display. Haben Sie vergessen, welche Szenen im Kasten sind? Die JVC denkt mit: Auf Wunsch speichert sie von jeder gefilmten Sequenz, welche länger dauert als eine Minute, das erste Bild auf die SD-Card. So entsteht die Bildnavigation, welche langes Suchen und Umspulen überflüssig macht. Ein Makel bleibt: Da sich der Kassettenschacht unten öffnet, kann die Kamera beim Kassettenwechsel nicht auf dem Stativ bleiben. Auch für abnehmbare Stativköpfe mit Schnellverschluss gilt: Erst schrauben, dann Kassette wechseln.

Das Bild

Der Autor Christian Wenger

Christian Wenger war Elektrotechniker und Marketingfachmann in der Industrielektronik und Inhaber von InConcert Audio in Olten. Von 2013 bis 2024 schrieb er als Redaktor für avguide.ch. Heute lebt der Connaisseur und Weinliebhaber pensioniert in Südfrankreich und bleibt Mitinhaber der avguide.ch GmbH.

Mehr Testberichte Alle Testberichte →