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TESTBERICHT
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Publikationsdatum
20. Mai 2019
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Die neuen Wireless-Aktivlautsprecher Duo aus der Formation-Baureihe von Bowers & Wilkins haben es in sich. Sie bieten eine enorme Klangfülle aus moderaten Abmessungen und ein äusserst attraktives Design. 

Dass die Formation Duo keineswegs mit herkömmlichen Aktivlautsprechern zu vergleichen sind, merkt man spätestens bei den Anschlüssen: Einen analogen Eingang sucht man nämlich vergeblich. Die Signalanbindung erfolgt ausschliesslich übers Netzwerk – entweder über den integrierten Ethernet-Anschluss oder gänzlich kabellos per WiFi bzw. «Mesh».

Bowers & Wilkins hat für die Formation-Baureihe (die noch vier weitere Bausteine enthält) ein proprietäres Wireless-System entwickelt: «Mesh» arbeitet unabhängig vom Heim-WiFi, ermöglicht Streaming mit 24 Bit / 96 kHz und garantiert einen minimalen Stereo-Zeitversatz von nur 1 Mikrosekunde sowie Multiroom-Sync innerhalb 1 Millisekunde.

Damit wird nahtloses Musikhören in bester Qualität nicht nur im Wohnzimmer, sondern überall im Haus möglich. In der Praxis funktioniert dies so, dass eine Formation-Komponente – in unserem Fall einer der beiden Duo-Boxen – das Signal per WiFi oder via Ethernet vom Router erhält und dieses dann drahtlos per Mesh an weitere Formation-Geräte weitergibt. Dies entlastet das WiFi-Heimnetzwerk von übermässigem Datenverkehr und sorgt für hohe Übertragungssicherheit.

Eigentlich benötigt die Formation Audio nur einen Netzanschluss. Wer kein WiFi hat, kann auch den Ethernet-Anschluss für die Inbetriebnahme benutzen.

Problemlose Inbetriebnahme

Die Formation Duo lassen sich im Handumdrehen installieren. Der Aufbau des Mesh-Heimnetzwerks erfolgt sehr einfach über die Formation-App, die es wahlweise für Android oder iOS gibt. Die Applikation ermöglicht die detaillierte Konfiguration der Wiedergabe und enthält auch eine Mehrraum-Steuerung. Sie stellt jedoch weder Musikverwaltung noch Player zur Verfügung. Für das eigentliche Musikstreamen setzt Bowers & Wilkins auf Kompatibilität mit Roon und mit Apples Airplay 2. Ausserdem unterstützt Formation Spotify Connect. Und natürlich ist auch Musikstreamen via Bluetooth möglich. Dies nominell sogar in HiRes, sofern man ein AptX-HD-kompatibles Mobilgerät sein Eigen nennt.

Roon ist eines der vielseitigsten Programme für die Verwaltung und Wiedergabe von Audiodateien im Heimnetzwerk und hat bekannte Musikprovider wie etwa Tidal und Qobuz bereits nahtlos integriert. Es benötigt aber einen «Core», der entweder auf einem PC (Windows/Linus), MAC, QNAP/NAS installiert wird, oder einen dezidierten Roon-Nukleus-Audio-Server, von wo aus die Software auf beliebige Formation-Komponenten – in unserem Fall die Duo – als Endgeräte zugreifen kann. Wer Roon nutzen möchte, muss dafür eine Jahreslizenz für rund CHF 130 oder eine lebenslange Freischaltung für rund CHF 500 erwerben.

Roon implementiert ein umfangreiches DSP-Tool, u. a. mit parametrischen Equalizern.

Wer die Formation Duo via Airplay 2 nutzen möchte, setzt dafür ein iPad oder iPhone zum Streamen von Musik direkt ab Internet ein und verwendet dazu die App der jeweiligen Musikprovider. Airplay 2 unterstützt Mehrraum-Streaming auch in 24-Bit-Qualität. Ausserdem soll Formation mit Spotify Connect kompatibel sein. Hier ist die Qualität derzeit jedoch auf eine Datenrate von 320 Kbit/s (entspricht MP3) begrenzt.

Was aber fangen Musikliebhaber, die weder Roon noch Airplay 2 verwenden möchten, mit den Formation Duo an? Auch daran hat Bowers & Wilkins gedacht und offeriert den Formation Audio Hub (Preis: CHF 795), über den sowohl analoge wie digitale Quellen Kontakt zu allen anderen Formation-Bausteinen aufnehmen können. Wer also bereits einen Audio-Server oder Netzwerkspieler sein Eigen nennt, kann diesen verlustfrei über ein optisches Digitalkabel mit dem Formation Audio verbinden. Dieser leitet das Signal dann über das Mesh-Netzwerk an die Duo weiter. Dies auch in HiRes-Qualität mit 24 Bit / 96 kHz. Der Hub kann aber noch mehr. Er akzeptiert auch analoge Quellen und ist zudem bi-direktional ausgelegt: Man kann ihn dazu nutzen, Musik ab dem Mesh-Netzwerk digital (Coaxial) oder analog (Cinch) an eine beliebige Wiedergabekomponente (Verstärker, Receiver, Stereo-Anlage) auszugeben. So lässt sich die Mehrraum-Wiedergabe auch über nicht vernetzbare Audio-Endgeräte realisieren.

Der optionale Formation Audio verlinkt die Wireless-Lautsprecher digital oder analog mit bestehenden Audio-Komponenten.
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