TESTBERICHT
Die beliebte CM-Reihe geht in die nächste Generation und ersetzt die im Jahre 2007 eingeführte CM7 durch die CM8. Trotz schlanker Statur vereint der kompakte 3-Weg-Standlautsprecher nahezu alle Schlüsseltechnologien von B&W. Das Design sieht schon mal sehr vielversprechend aus, doch wird sie auch klanglich mit ihrem Äusseren mithalten können?

Schlanke und elegante Optik

Optisch präsentiert sich die CM8 schlank und kompakt im Design, wobei ihre Stellfläche mit der einer zierlichen CM1 verglichen werden kann. Mit gerade mal 96 cm Höhe und einer Breite von 16,5 cm ist die CM8 ein schmaler, optisch sehr ansprechender Standlautsprecher.


Neben den beiden Echtholzfurnieren Nussbaum rot und Wenge gehören auch Schwarz glänzend und ein stilvolles Weiss zur Angebotspalette. Der Grill wird magnetisch festgehalten, so dass die Linienführung der Lautsprecherfronten nicht durch störende Befestigungselemente gestört wird. Wahlweise kann man den Grill auch entfernen, denn auch ohne diesen ist die CM8 ein echter Hingucker.

Die verschiedenen Farbvarianten der CM8.
Beim Aufstellen der Lautsprecher muss man zudem entscheiden, ob man als Abstandshalter zur mitgelieferten Bodenplatte Gummifüsse oder Spikes verwenden möchte. Optisch haben mich die Gummifüsse mehr angesprochen, doch das liegt natürlich im Auge des Betrachters. Auf allfällige klangliche Unterschiede zwischen Gummifüssen und Spikes werde ich im Hörtest unten zurückkommen.

Entwicklung und Komponenten erster Klasse

Die Chassis und das Gehäuse werden wie immer bei Bowers & Wilkins im eigenen Haus entwickelt und hergestellt. Dies garantiert konstante Qualität und ein optimales Zusammenspiel aller Komponenten. Doch wird sich das auch im Hörtest widerspiegeln?


Bowers & Wilkins setzt bei der CM8 auf altbewährtes: im oberen Frequenzbereich wird eine 25 mm-Aluminiumkalotte als Hochtöner verwendet, die Merkmale der berühmten Nautilus-Röhrentechnologie mit auf den Weg bekam. Durch einen sich verengenden Hohlraum sollen rückwärtige Reflexionen effektiv absorbiert und zurückstrahlende Schallreflexionen verhindert werden, was zumindest theoretisch einem natürlichen Klangcharakter zugute kommt.

Ein inzwischen schon charakteristisches Merkmal von Bowers & Wilkins Lautsprechern ist das extrem minimalistische Weichenprinzip vor dem Hochtöner. Die Weiche 1. Ordnung wird mit nur einem einzigen Kondensator im Signalweg gebildet. Der grosse Vorteil dieses Weichenprinzips ist die geringe Phasenverschiebung und die daraus resultierende maximale Impulstreue.

In der Mittellage arbeiten sickenlosen Kevlargewebe-Mitteltöner. Dank der sickenlosen Membran sollen viel weniger Verfärbungen als bei herkömmlichen gewölbten Sicken entstehen. Statt in unerwünschten Phantom-Schallquellen wird die überschüssige Schwingungsenergie in Wärme umgewandelt. Im Tieftonbereich verrichten zwei ebenfalls 130 mm grosse Treiber mit Papier-/Kevlar-Membran ihren Dienst.

Ob mit oder ohne Stoffabdeckung, die CM8 von Bowers & Wilkins ist ein echter Hingucker.

Praktische Erprobung und Hörtest

Im Hörtest wurden die Qualitätsansprüche, die man gemeinhin an Bowers & Wilkins Produkte stellt, durchaus erfüllt. Egal, ob Klassik, Jazz, Pop oder Rock, klanglich überzeugt die CM8 durch alle Sparten. Die CM8 spielt generell kraftvoll und dynamisch auf. Die Bässe sind kräftig, wirken aber nie dominant oder aufdringlich.


Dass man so richtig ins Polster gedrückt wird, darf man bei einem Lautsprecher dieser Grösse natürlich nicht erwarten, doch der Bassbereich ist schon erstaunlich druckvoll und besitzt echten Tiefgang. Wer noch tiefere Register ausloten möchte, muss schon Lautsprecher mit deutlich mehr Gehäusevolumen in Betracht ziehen.

Am präzisesten war die Basswiedergabe mit einem Wandabstand von 50-70 cm. Noch näher zur Rückwand gerückt oder gar in die Ecke gestellt (was man mit Ausnahme des Klipschorns mit keinem Lautsprecher machen sollte), dickt der Bassbereich etwas auf.


Im Praxistest äusserte sich der grosse technische Aufwand bei den Treibern und der Gehäusekonstruktion in einem wunderbar natürlichen Klangtimbre, dass frei von störenden Verfärbungen ein entspanntes Hörerlebnis ermöglicht. Eine Klaviersonate reproduziert die CM8 zwar akzentuiert brilliant, aber bis in die Diskantlage ohne Verzerrungen oder gar Scheppern - und zwar auch bei hohen Lautstärken.

Die CM8 gehört zu den Lautsprechern, die einen mit einem lieblichen, warmen Klangcharakter regelrecht verwöhnen. Klangverfälschungen oder Härten im Klangbild sind hier kaum auszumachen. Sie klingt nie übertrieben analytisch oder gar akademisch unterkühlt, sondern vereinnahmt mit einer runden, sehr homogenen Klangentfaltung und ihrem goldenen Klangcharakter. Wenn man Künstler wie James Blunt schon einmal Live gehört hat und dann zu Hause (annährend) dasselbe Feeling haben möchte, findet man mit der CM8, die richtige Liveatmosphäre zu versprühen vermag, den adäquaten Partner.
Die CM8 passt sich fast jedem Wohnraum an.


Auch Klassik-Hörer kommen auf ihre Kosten. In den hohen Lagen klingt die CM8 immer ausgewogen und feinsinnig, aber nie aufdringlich oder gar schrill. Vom berühmten Überzeichnen von Metallkalotten ist nichts zu spüren. Trotzdem agiert sie beim klassischen Gitarrenkonzert mit hoher Präzision und fokusiert das musikalische Geschehen punktgenau. Symphonische Musik wird sowohl in der Breite als auch in der Tiefe kohärent und in angestammter Grösse abgebildet. Auch bei ganzen leisen Lautstärken lassen sich Abstufungen in der Feindynamik sauber nachvollziehen.

Trotz ihrer Detailtreue bleibt die CM8 stets natürlich und angenehm mild. Das Zusammenspiel aller Treiber hat mich überzeugt, denn an keiner Stelle des Frequenzspektrums war ein Bruch feststellbar. Sie spielt sprichwörtlich wie aus einem Guss. Sitzt man nicht genau im Zentrum, ist dies nicht weiter schlimm, denn die CM8 verfügt über eine weite und gleichmässige Abstrahlkeule.
Die CM8 mit dem Rotel RCX-1500 als Klangquelle.Die CM8 mit dem Rotel RCX-1500 als Klangquelle.
In den technischen Daten wird eine Verstärkerleistung von 30-150Watt angegeben. Im Test wurde ein Rotel RCX-1500 verwendet. Dieser verfügt über 2 x 100W, was in meinen Augen für die CM8 ausreicht. Der Verstärker kam nie vollständig an seine Grenzen.


Um auf die Frage ob Spikes oder Gummifüsse zurückzukommen: Ich entschied mich klanglich für die Gummifüsse. Die Unterschiede auf meinem Granitboden waren zwar extrem klein, dennoch klang die Mittellage nachvollziehbar mit den Gummipuffern einen Tick wärmer.

Insgesamt hinterliess die Bowers & Wilkins CM8 im Hörtest mit ihrer natürlichen und präzisen Klangentfaltung einen unaufgeregten und gerade deswegen sehr überzeugenden Eindruck.

Die CM8 in Kombination mit der CM-Serie, als Heimkino-Setup.

Ist die CM8 heimkinotauglich?

Die CM8 ist in erster Linie an den anspruchsvolleren Musik-Liebhaber gerichtet. Es ist aber durchaus möglich, sie in ein Heimkino-Setup zu integrieren. Am besten kombiniert mit einem Paar CM1 auf den hinteren Positionen als Surroundspeaker sowie dem CM-Center und dem CM-Subwoofer, ASW-10CM. So bekommt der Filmfan nicht nur optisch, sondern auch klanglich ein Setup auf hohem Niveau zu einem erschwinglichen Preis.

Fazit


Die CM8 ist ein gelungener Nachfolger der CM7. Sie vermag sowohl optisch wie auch klanglich zu begeistern. Schlankes Design, hochwertige Komponenten und hohe Verarbeitungsqualität zeichnen die CM8 aus. Für den Heimkinofan lässt sich jederzeit ein Mehrkanal-Setup realisieren.

Neben ihren Dimensionen, die nicht zuletzt auch weibliche Musikliebhaber überzeugen dürfte, lässt sich die CM8 auch dank den verschiedenen Farbvarianten leicht in jeden Wohnraum integrieren. Mit einem Paarpreis von 2499 Franken liegt die CM8 im mittleren Preisniveau, das auch für Neueinsteiger in die gehobene Musikwiedergabe interessant ist.

Übersicht zu diesem Artikel
Seite 1:
Seite 2:
Seite 3: