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Testbericht · Nikon · Systemkameras

Handliches Universaltalent

Test: Spiegellose APS-C-Kamera Nikon Z50II

Von Hanspeter Frei · · Seite 4 von 4

Fazit

Für Einsteiger oder als Zweitkamera: Die Nikon Z50II ist eine erschwingliche und gut ausgestattete APS-C-Kamera mit kleinen Einschränkungen.Für Einsteiger oder als Zweitkamera: Die Nikon Z50II ist eine erschwingliche und gut ausgestattete APS-C-Kamera mit kleinen Einschränkungen.

Nikon preist die Z50II als hervorragenden Allrounder für angehende Content-Creators an. Sie kann Fotos, Videos, Vlogs, Livestreaming und ist vollgepackt mit Funktionen, mit denen auch Kamera-Neulinge vom Smartphone umsteigen und ihre kreative Seite entdecken können.

Mir erscheint die Z50II wie eine kleine Z6III, statt Vollformat halt APS-C, und so weit abgespeckt, dass sie noch ins Preiskorsett von 999 Franken passt. Gegenüber der Z 50 wurde sie zwar stark verbessert, übernimmt von ihr leider auch einige Einschränkungen, mit denen man leben muss.

So ist ihr Sensor nicht mehr der neuste und die 20-Megapixel-Auflösung hauen heute keinen mehr vom Hocker. Viel tragischer ist für mich der Verzicht auf einen eingebauten Bildstabilisator (IBIS).

Wer mit der Z50II bei Nikon neu einsteigen möchte, sollte sich bewusst sein, dass die Anzahl der DX-Z-Objektive, die speziell für diesen APS-C-Sensor gebaut sind, nach wie vor überschaubar ist. Es fehlen vor allem lichtstarke Weitwinkellinsen.

Durch denselben Objektivanschluss wie für die grösseren Vollformatkameras (FX) von Nikon können an der Z50II auch alle Z‐Objektive des FX-Formats verwendet werden, doch sind diese grösser, schwerer und auch teurer. Damit verschenkt man den Vorteil der kompakten DX-Objektive.

Bei einer Z50II als Zweitkamera sieht es etwas anders aus. Hier profitiert man im Telebereich mit vorhandenen FX-Objektiven von der Brennweitenverlängerung. Und durch die sehr ähnliche Tastenanordnung wie bei den grossen Kameras muss man sich bei der Bedienung der Z50II nicht gross umstellen.

Wer kein voluminöses Vollformat-Gehäuse benötigt und mit den oben erwähnten Kompromissen leben kann, erhält mit der Nikon Z50II eine kompakte, leichte und einfach zu nutzende Kamera, die sich umfassend konfigurieren und an seine persönlichen Vorlieben anpassen lässt. Der eingebaute Blitz kann bei vielen Gelegenheiten noch etwas Licht ins Dunkel bringen.

Die leichten DX-Kitobjektive decken mit Brennweiten von 24 bis 375 mm einen grossen Einsatzbereich ab und eignen sich bestens für Reisen und Ferien.

Hobbyfilmer, Youtuber und Vlogger, aber auch semiprofessionelle Nutzer, werden sich über die neuen umfangreichen Videofunktionen freuen, die man sonst nur in erheblich teureren Kameras findet. Das neue Schwenkdisplay mit Selfie-Position ist gegenüber dem Vorgängermodell nun wirklich brauchbar.

avguide.ch meint

Bei der Bildqualität und den Videofunktionen hat mich die Nikon Z50II echt positiv überrascht. Auch den Kitobjektiven hätte ich an der Z50II eine solche Qualität nicht zugetraut. Leider ist das Angebot mit nur fünf DX-Objektiven nach wie vor nicht zufriedenstellend. Hier ist man auf Fremdanbieter angewiesen oder nutzt die teureren Nikon-Z-Vollformatlinsen.

Ein Hauptkonkurrent im APS-C-Bereich mit ähnlicher Zielgruppe dürfte die Fujifilm X-M5 sein. Sie ist noch etwas günstiger, bietet allerdings keinen Sucher. Dafür stehen hier über 40 Optiken zur Auswahl.

Steckbrief
ModellZ50II
Preis999.00 CHF
HerstellerNikon
VertriebNikon AG
Jahrgang2024
Masse127 x 96,8 x 66,5 mm
Gewicht0,550 kg
FarbeSchwarz
Auflösung20,9 Millionen Pixel, effektiv
BildsensorAPS-C CMOS-Sensor 23,5 × 15,7 mm (Nikon-DX-Format)
DatenformatJPEG, HEIF, NEF (Nikon-RAW)
Empfindlichkeit ISO100 bis 51'200, erweiterbar bis 204'800
LCD MonitorTFT-Touchscreen-LCD, 8 cm (3,2 Zoll), nach aussen schwenkbar
Pixelca. 1,04 Mio. Punkte
SchnittstelleUSB-Typ-C, Micro-HDMI, Mikrofon 3,5 mm, Kopfhörer 3,5 mm kombiniert mit Fernauslöser
SpeichermedienSD/SDHC/SDXC-Karten, UHS-II konform
Verschlusszeit1/4'000 bis 30 Sekunden, im Modus M verlängerbar bis auf 900 Sekunden
Videoaufnahme4K/UHD bis 60p; Full-HD bis 120p / MOV, MP4 / H.265/HEVC (8 Bit/10 Bit), H.264/AVC (8 Bit)

Testurteil

7 / 10

Plus

  • Vollautomatik, Motivprogramme- und PSAM-Modi
  • Schneller Autofokus mit Motiverkennung für Personen, Tiere, Vögel, Fahrzeuge und Flugzeuge
  • Viele Direkttasten und benutzerdefinierbare Funktionen
  • Bildprozessor der grossen Nikon-Modelle Z8/Z9
  • Professionelle Serienbildfunktion inkl. Pre-Release-Capture
  • 4K/UHD-Video bis 60p
  • UHS-II-Speicherkartenkonform
  • Nach vorne schwenkbarer Monitor für Selfies und Vlogger
  • Eingebautes Klappblitzgerät
  • Kompakt und handlich
  • USB-C-Stromversorgung und Ladefunktion

Minus

  • Nur 20 Megapixel Auflösung im Vergleich zu Mitbewerbern
  • Pre-Release-Capture nur im JPEG-Format
  • Kein eingebauter Bildstabilisator mit Sensorverschiebung (IBIS)
  • Kein Sensorschutz bei Objektivwechsel
  • Crop bei Videoaufnahme mit über 30 Bildern pro Sekunde
  • HDMI-Ausgang in Minigrösse
  • kleine Akkukapazität
  • kein Akku-Ladegerät oder USB-Netzteil im Lieferumfang

Profil: Handliche Foto-Video-Hybrid-Systemkamera im APS-C-Format mit umfangreichen Einstell- und Konfigurationsmöglichkeiten, 4K/UHD-Video und speziellem Vlogger-Modus

Der Autor Hanspeter Frei

Hanspeter Frei ist der Foto- und Videospezialist von avguide.ch und einer der versiertesten Fachjournalisten seines Gebiets. Er testet Kameras, Objektive und Videotechnik.

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