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Testbericht · Spendor Loudspeakers · Passiv-Lautsprecher

No Brexit

Test Spendor A7 und Exposure XM-Serie

Von Martin Freund · · Seite 3 von 3

Absolut stimmiger Sound

Im Hörtest erwies sich das Zusammenspiel von Spendor A7 mit den XM-Komponenten von Exposure als absolutes Dream Team: «Wunderbar süffiger Klang, schön runde Höhen, Streicher einschmeichelnd» notierte der Autor bei der superben Händel-Aufnahme «Tra le Fiamme» (downloadbar: hier). Aber ebenso: «Überzeugende Raumabbildung». Von dieser Kombination aus dreidimensional plastischer Darstellung und stimmiger Hochtonwiedergabe profitierte auch Bachs H-Moll-Messe in der tollen Einspielung von Jordi Savall (downloadbar: hier) – schöner können Stimmen und Originalinstrumente kaum erklingen. Bei aller Klangästhetik fehlte es dennoch nicht an Dramatik und lebendigem Ausdruck, wie die Ouvertüre aus Mozarts «Don Giovanni» zweifelsfrei aufzeigte.

Gibt es auch als DVD: Die Live-Aufnahme von Bachs H-Moll-Messe von Jordi Savall.Gibt es auch als DVD: Die Live-Aufnahme von Bachs H-Moll-Messe von Jordi Savall.

Beeindruckend auch Claudio Arraus «Final Sessions» – teilweise aufgenommen in La Chaud-de-Fonds (downloadbar hier): Der Flügel tonal perfekt ausbalanciert, wie aus einem Guss, mit stabilem Grundton und wunderbar perlendem Diskant. Auch hier die räumliche Abbildung sehr authentisch.

Akustischen Jazz vom Feinsten offeriert das Album «Contra La Indecisión» von Bobo Stenson Trio (downloadbar: hier). Die Spendor A7 groovte ganz wunderbar mit ausnehmend konturiertem Bass, dem es nicht an Tiefgang mangelte. Perkussion wirkte nicht – wie so oft – aufgesetzt, sondern gefiel mit runden, dennoch bestens definierten Schlagzeugbecken. Auch hier wurde der Flügel in seiner ganzen Grossartigkeit in Szene gesetzt. Der Klangcharakter der Spendor-Exposure-Kombi mundet prächtig. So sehr, dass man über das Gerät sehr gerne auch mal lauter hört. Dies zeigte sich auch beim Hörtest-Klassiker «Sucker Row» aus Mark Knopflers Album «Shangri-La» (downloadbar: hier). Selbst wenn mal den Volumenregler richtig aufdreht, bleibt die A7 absolut gelassen und lässt sich zu keinen Misstönen verleiten. Hoher Spassfaktor garantiert.

Die Exposure-Spendor-Kombi hat ein ausgesprochenes Faible für grossartige akustische Instrumente wie Flügel, Jazzbass und Schlagzeug.Die Exposure-Spendor-Kombi hat ein ausgesprochenes Faible für grossartige akustische Instrumente wie Flügel, Jazzbass und Schlagzeug.

Interessant war der Vergleich mit einem anderen Verstärker, made in Britain: Angetrieben von einem Cyrus 8.2 mit brandneuer QXR-DAC-Karte (Test demnächst hier auf avguide.ch)  zeigte die Spendor A7 zwar eine etwas bessere Feindynamik und noch mehr räumliche Transparenz. Die kraftvoll-runde Klangästhetik, welche die Kombination mit Exposure auszeichnet, blieb jedoch ein Stück weit auf der Strecke. Natürlich ist das auch eine Frage des persönlichen Geschmacks. Dem Autor gefiel das Zusammenspiel von Spendor A7 und Exposure XM jedenfalls deutlich besser – wohingegen der Cyrus 8.2 DAC an einer B&W 805 D3 klar die Nase vorn hatte.

Fazit

Auf die richtige Kombination von Lautsprecher und Elektronik kommt es in Bezug auf den resultierenden Hörspass durchaus an. Dies betreffend kann man dem Zusammenspiel von Spendor A7 und Exposure XM7/XM9 ein tolles Zeugnis ausstellen. Deshalb kann es nur heissen: Kein Brexit – waschechtes britisches High Fidelity lebt und gehört zu Europa. Auch hierzulande werden die Lautsprecher und die Verstärker aus dem südenglischen Sussex ihre Liebhaber finden. Natürlich sind die Preise etwas höher als bei Fernostware – dafür kriegt man aber liebevoll gefertigte Produkte mit authentisch britischem Charakter.

Die Spendor A7 gibt es auch in Satin Weiss, allerdings etwas teurer als die Furnierversionen: CHF 4290.Die Spendor A7 gibt es auch in Satin Weiss, allerdings etwas teurer als die Furnierversionen: CHF 4290.
Steckbrief · A7
ModellA7
Preis3,990.00 CHF
HerstellerSpendor Loudspeakers
VertriebAudiosphere GmbH
Jahrgang2018
Masse934 x 180 x 305 mm
Gewicht18 kg
FarbeEsche schwarz, Nussbaum dunkel, Eiche natur
Bass18 cm Polymerkonus
BauprinzipLinear-Flow-Port
Empfohlene Leistung25–200 Watt
Frequenzgang32 Hz – 25 kHz ± 3dB
Hochton22 mm Kalotte
Impedanz8 Ohm
Wirkungsgrad88 dB
Steckbrief · XM7
ModellXM7
Preis1,690.00 CHF
HerstellerExposure
VertriebAudiosphere GmbH
Jahrgang2017
Masse218 x 89 x 363 mm
Gewicht5 kg
FarbeSchwarz oder Titan
Analog InputLine, Phono MM, Fixlevel
Analog Output2x Stereo-Cinch
Digital Input24 Bit / 192 kHz
Steckbrief · XM9
ModellXM9
Preis1,890.00 CHF
HerstellerExposure
VertriebAudiosphere GmbH
Jahrgang2017
Masse218 x 89 x 348 mm
Gewicht5 kg
FarbeSchwarz oder Titan
Analog InputCinch / XLR
Verstärkerleistung 8 Ohm80 Watt

Testurteil

9 / 10

Plus

  • Wunderbar runde, unaufdringliche Höhen mit sehr guter Detailauflösung.
  • Straffer, tiefreichender Bass, der auch bei wandnaher Aufstellung nicht zum Dröhnen neigt.
  • Bleibt auch bei sehr hohem Pegel gelassen.
  • Auch für "härtere" Gangarten bestens geeignet.
  • Topverarbeitung, made in U.K.

Minus

  • Frontabdeckung nur als Sonderzubehör

Profil: Schlanker britischer Standlautsprecher mit äusserst stimmiger Klangabstimmung und ebenso präziser wie räumlich losgelöster Wiedergabe. Eignet sich für sämtliche Musikarten gleich gut.

Der Autor Martin Freund

Martin Freund ist Redaktor bei avguide.ch und testet seit den Anfängen Verstärker, Lautsprecher und Analog-Komponenten. Der Fachjournalist beurteilt Geräte klanglich wie technisch mit einer Tiefe, wie sie heute selten geworden ist.

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