Erstaunlich guter Klang
Punkto Klangqualität und realisierbarem Musikerleben waren die PI7-Twins für einige positive Überraschungen gut. Ein solches Ausmass an Feinzeichnung ist man sonst bei Stöpselhörern schlichtweg nicht gewohnt. Die ausgezeichnete Definition in den Höhen würde sogar manchem ohrumschliessenden HiFi-Hörer der Oberklasse gut anstehen. Zwar ist der Hochtonbereich keineswegs übertrieben dosiert – sondern tendenziell eher auf der dezenten Seite –, doch ist die Durchhörbarkeit selbst bei komplexen Orchesterpassagen ausgezeichnet. Auch in den tonal entscheidenden Mitten agieren die Mini-Hörer sehr verfärbungsfrei und gar nicht verhangen.
Die neu entwickelten Zweiwege-Treibereinheiten verleihen dem PI7 eine erstaunliche Klangfülle und hohe Feinzeichnung.Die klanglichen Erwartungen an einen solch kleinen Musikspender liegen, nachdem ich nur wenige Tage zuvor eine riesige Line Source Anlage für rund 200'000.- anhören konnte, am untersten Ende der Skala. Doch hat eine solche Giganto-Anlage, gerade für den Einsatz bei einer Camping-Ferienreise im VW-Bus, auch gewisse Nachteile.
Also fühle ich mich keineswegs zu gut, mal mit Kollegen und Bekannten eines der kleinsten, eventuell sogar noch ernst zu nehmenden Lautsprechersysteme der Welt, anzuhören.
Aktiviert man die aktive Geräuschunterdrückung (ANC), so wird (zwecks dynamischer Maskierung des Umgebungslärms) ein Loudness-Effekt zugeschaltet, welcher der Musik zu mehr Volumen in den unteren Registern verhilft. Davon profitiert insbesondere das Hörerlebnis bei klassischer Musik, die dadurch auch bei geringer Lautstärke (oder wenn die Stöpsel eher locker im Gehörgang sitzen) eine wohltuende Substanz gewinnt. Nur bei tieftonstarker Pop- oder Jazzmusik kann Loudness stellenweise etwas zu dick auftragen; der Effekt bewegt sich aber immer noch im Rahmen des guten Geschmacks.
Absolut positiv ist zu konstatieren, dass die Klangqualität durch das ANC nicht grundlegend leidet, selbst wenn die Regulierung unter verschiedenen Bedingungen hörbar eingreift. Hier muss man bei vielen anderen Kopfhörern mit aktiver Geräuschunterdrückung gewisse Kompromisse eingehen. Nicht so beim PI7, der mit aktiviertem Noise Cancelling die Musik eher noch etwas aufpoliert. Wie nicht anders zu erwarten, tangiert das elektronisch hinzuschaltbare Umgebungsgeräusch («Ambient Pass-Through») das Hörvergnügen ebenfalls nicht. Stellt man (via App) die Intensität jedoch auf über 50 Prozent, so wird in Musikpausen ein minimes Hintergrundrauschen wahrnehmbar. Während des Musikhörens fällt es hingegen nicht auf.

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