TESTBERICHT
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Praxis & Hörtest

Wenn ich präzise Bässe beurteilen möchte, greife ich in der Regel auf einen altbewährten Jazz-Song zurück, mit einem im Raum aufgenommenen Upright Bass. Auf «Comes Love» von Ella Fitzgerald und Louis Armstrong wurde dies besonders schön gemacht. Das Stück hat eine bezaubernde Bassline mit unverschämt viel Swing, gespielt vom legendären Bassisten Ray Brown. Dazu muss man einfach mitwippen. Widerstand ist zwecklos. Wie erwartet klingt der Bass sehr fein gezeichnet und ohne jegliche Klangverfärbung. Er nimmt seinen Platz im Mix perfekt ein und zeigt seine ganze Vielfalt.

Der Uniti Star von Naim wollte es beim Hörtest richten – und tat es mit Bravour! Nicht, dass ich es wirklich bezweifelt hätte, aber die Kombi spielt wirklich auf den Punkt. Die Aria 926 liess in den hohen Tönen die Aggressivität vermissen, die mich persönlich bei Focal immer genervt hatte. Der Hochton kam zwar so ein bisschen üppig akzentuiert ins Klanggeschehen, aber das darf so sein. Ich empfand es als stimmig und nur selten grenzwertig. Ich hörte Musik von Chris Stapleton, Anette Askvik, dem Monty Alexander Trio, Eva Erikkson und Deadmau5. Letzterer, um das Elektro-Genre noch abzudecken.

Bei Stimmen – ob Mann oder Frau – entzückte mich die Aria 926 auf der ganzen Linie. Bei der Choraufnahme von Eva Erikkson, Laudate (Proprius) füllten die vielen Stimmen den imaginären Raum gar wundervoll einheitlich, dennoch differenzierbar und räumlich sehr exakt. Die berühmt-berüchtigte Montreux-Alexander-Aufnahme liess die erwünschte Hyperdynamik der Klavieranschläge überzeugend aufkommen. Nur der Bass von John Clayton war nicht so körperhaft, wie auch schon vernommen. Bei Anette Askviks Song «Liberty» wurde dann klar, dass die Aria 926 nicht abgrundtief spielt. Doch das, was sie kann, macht sie sehr gut. So kommt auch die Elektro-Fangemeinde nicht zu kurz, wie Deadmau5 (Level 2) dann darlegte.

Die angesprochene untere Grenze der Aria 926 ist deshalb nicht auffällig, weil auch bei sehr hohen Pegeln nichts aus dem Ruder läuft. Der Lautsprecher ist pegelfest und auch im Partybetrieb nicht einfach zu bodigen.

Fazit

Die Focal Aria 926 ist etwas für die moderne schwäbische Hausfrau mit hohem Anspruch an Musikalität, Stil und Performance. Vor allem verspricht auch der Hersteller das Richtige: In Verbindung mit dem Geschwister-Streaming-Verstärker Uniti Star von Naim ist es ein anspruchsvolles HiFi-System für Leute mit hohen Ansprüchen, aber auch anderen Verpflichtungen. Etwas für «Real World»-Musikliebhaber.

Übersicht zu diesem Artikel
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STECKBRIEF
Modell:
Aria 926
Profil:
Standlautsprecher für anspruchsvolle Musikhörer und Leute mit Stil.
Pro:
Klangqualität über alles
Preis-Leistung
Contra:
Etwas zurückhaltende Tiefbass-Dynamik
Preis:
2,300.00 CHF
Hersteller:
Jahrgang:
2020
Vertrieb:
Masse:
1035 x 294 x 371 mm
Gewicht:
25 kg
Farbe:
Walnuss, Schwarz
Bass:
2 x 16.5-cm-Treiber mit Flachs-Membran
Bauprinzip:
Bassreflex
Empfohlene Leistung:
40 Watt
Frequenzgang:
45 Hz – 28 kHz ± 3dB
Hochton:
Invers-Kalotte Al/Mg
Impedanz:
8 Ohm
Maximale Leistung:
250 Watt
Mittelton:
1 x 16,5-cm-Treiber mit Flachs-Membran
Wirkungsgrad:
91,5 dB