TESTBERICHT
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Publikationsdatum
11. Oktober 2020
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MEDIEN

Nikon platziert die Z 5 etwas unterhalb der Z 6 und Z 7, die beide vor gut zwei Jahren auf den Markt kamen. Das jüngste Mitglied der Nikon-Z-Familie ist robust, leicht und handlich und damit laut Hersteller das ideale Einstiegs­modell in die spiegellose Vollformat-Fotografie.

Neben den Festbrennweiten Nikkor Z 50 mm 1:1,8 und Z 85 mm 1:1,8 stand uns für den Test das Kamera-Kit Z 5 mit Nikkor Z 24–50 mm 1:4-6,3 zur Verfügung. Gemäss Nikon ist es das kürzeste und leichteste Zoomobjektiv für spiegel­lose Voll­formatkameras. Erreicht wird dies, indem der Objektivtubus über die Weitwinkel-Einstellung hinaus gedreht wird und für den Transport in dieser ein­ge­zo­genen Position einrastet.

Apropos drehen: Wie üblich beim Testen von Nikon Kameras mit Wechselobjektiven muss zuerst das Gehirn umgepolt werden. Alle Drehbewegungen wie Objektive ans Bajonett ansetzen oder Deckel abnehmen werden nicht in der wie bei allen anderen Kamera­systemen üblichen Richtung, sondern entgegengesetzt ausgeführt. Auch das Z-Bajonettsystem bleibt dabei. Wer dies vergisst, dreht schnell mal etwas fest, statt es zu lösen.

Kleine Unterschiede

Von vorne und hinten betrachtet unterscheidet sich eine Z 5 kaum von einer Z 6. Erst auf der Oberseite erkennt man Abweichungen. So besitzt die Z 5 kein Status-Display, und das Funktionswählrad wurde auf der rechten Seite platziert. Die Abmessungen beider Kameras sind bis auf die Tiefe identisch. Die neue Z 5 ist sagenhafte zwei Millimeter dicker.

Finde die Unterschiede: Beinahe Zwillinge, links die Nikon Z 5, rechts die Z 6.Finde die Unterschiede: Beinahe Zwillinge, links die Nikon Z 5, rechts die Z 6.

Sonst findet man alle Bedienungselemente der Z 6 auch an der Z 5 wieder, inklusive Joystick und Nikon-typischer «i»-Menütaste. Die üppige Ausstattung erstaunt für eine Einsteigerkamera im positiven Sinne. Der OLED-Sucher bietet ebenfalls 3,69 Millionen Bildpunkte, hat eine Bildfeldabdeckung von rund 100 Prozent und einen Ver­grös­se­rungs­fak­tor von 0,8.

Mit 8,1 cm (3,2 Zoll) hat die Z 5 die gleiche Monitor-Grösse wie die Z 6, besitzt mit ca. 1,04 Millionen Bildpunkten jedoch nur die Hälfte deren Auflösung. Der Touchscreen lässt sich nach oben und unten neigen, jedoch nicht ausschwenken und nach vorne drehen. Youtuber, Vlogger und Selfie-Fans müssen deshalb auf eine andere Lösung ausweichen und zum Beispiel das Bild übers Smartphone anzeigen lassen.

Eine kleine Überraschung gibt es beim Speicher. Während die Z 6 und Z 7 nur Speicherkarten vom exotischen und damit teuren Typ XQD unterstützen, können bei der Z 5 die normalen SD-, SDHC- und SDXC-Kärtchen verwendet werden. Und dafür stehen – erstmals in der Nikon-Z-Familie – gleich zwei Kartenslots zur Verfügung. Damit übertrumpft die Z 5 sowohl die Z 6 wie auch die Z 7, die jeweils nur ein Kartenfach besitzen und dafür einige Kritik einstecken mussten.

Die Lage hat sich inzwischen etwas beruhigt, da beide Kameras per Firmware-Update nun auch die etwas günstigeren CFexpress-Karten unterstützen und XQD wie auch CFexpress sich nicht nur als sehr schnell, sondern auch als sehr robust herausgestellt haben.

Im Doppel sicherer: Die Nikon Z 5 besitzt gleich zwei Karteneinschübe für herkömmliche SD-Speicherkarten.Im Doppel sicherer: Die Nikon Z 5 besitzt gleich zwei Karteneinschübe für herkömmliche SD-Speicherkarten.

Innere Werte

Die Bildsensoren von Z 5 und Z 6 sind flächenmässig gleich gross. Die Unterschiede liegen wie so oft in den Details. So hat die Z 5 mit 6016 x 4016 Pixel eine minimal kleinere Fotoauflösung und besitzt einen Bildsensortyp, der im Gegensatz zur Z 6 ohne BSI-Technik («back side illumination») auskommt. In der Praxis sind die Unterschiede jedoch zu vernachlässigen und, wenn überhaupt, nur im direkten Vergleich erkennbar.

Deutlichere Unterschiede gibt es bei der Serienbildgeschwindigkeit. Die Nikon Z 5 mit nur 4,5 Bildern pro Sekunde wird von einer Z 6 mit 12 Bildern klar abgehängt.

Die Nikon Z 5 verfügt wie ihre beiden grösseren Schwestern Z 6 und Z 7 über einen in die Kamera integrierten Bildstabilisator, in der Nikon-Welt als «VR» («Vibration Reduction») bezeichnet. Der Bildstabilisator kompensiert Bewegungen über fünf Achsen, indem der beweglich gelagerte Bildsensor horizontal, vertikal und in der Rotation verschoben wird. Die Wirksamkeit des Stabilisators soll einer um ca. 5,0 Lichtwertstufen (EV) kürzeren Belichtungszeit entsprechen.

Die Stabilisation funktioniert auch mit bereits vorhandenen Nikkor-F-Objektiven, wenn sie mit dem optional erhältlichen Bajonettadapter FTZ verwendet werden. Bei Objektiven mit eigenem Stabilisator (VR-Objektiven) arbeiten beide Systeme ge­mein­sam. Das Objektiv übernimmt dabei die Korrektur bei Verschwenkungen, die restlichen Achsen werden vom Kamerastabilisator ausgeglichen.

Energie und Anschlüsse

Die neue Nikon verwendet den wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Akku vom Typ EN-EL15c. Ältere Akkus der Typen EN-EL15b, EN-EL15a und EN-EL15 können ebenfalls benutzt werden. Laut Nikon lassen sich damit jedoch nicht so viele Aufnahmen pro Aufladung machen wie mit dem neuen EN-EL15c.

Die Z 5 kann mit mobilen Stromquellen (Powerbanks) per USB-C-Anschluss betrieben werden oder damit die Kamera-Akkus EN-EL15c und EN-EL15b aufladen. Geeignete Powerbanks sind im Nikon-Benutzerhandbuch aufgeführt.

Die Anschlüsse der Z 5 umfassen integriertes WiFi (für direkte Verbindungen zu Smart­ge­rä­ten bei Verwendung der SnapBridge-App), Bluetooth, Mikrofon- , Kopfhörer- und Zubehörbuchse (z. B. für Kabelfernauslöser), HDMI-Ausgang Typ C (Mini-HDMI) und USB-C (SuperSpeed USB).

Eine Blitzsynchronbuchse fehlt der Kamera ebenso wie ein interner Blitz. Der muss extern über den Standard-Blitzschuh angeschlossen werden.

Vorhandene Nikon-Zubehörkomponenten für das «Nikon Creative Lighting»-System (CLS) wie etwa das Advanced Wireless Lighting mit Funksteuerung zum Fotografieren mit mehreren Blitzgeräten werden von der Z 5 unterstützt.

Kontaktfreudig: Die 3,5-mm-Buchsen für Kopfhörer und externes Mikrofon sowie die Anschlüsse für USB-C, Mini-HDMI und Zubehör sind auf der linken Seite der Nikon Z 5 gut zugänglich.Kontaktfreudig: Die 3,5-mm-Buchsen für Kopfhörer und externes Mikrofon sowie die Anschlüsse für USB-C, Mini-HDMI und Zubehör sind auf der linken Seite der Nikon Z 5 gut zugänglich.
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Viele Fujifilm-Fans und Gerüchteköche hatten einen Nachfolger der X-T2 erwartet. Statt einer X-T2s oder X-T3 ist dann die X-H1 gekommen, eine Kombination aus der Mittelformatkamera GFX-50S und der X-T2.

So erinnert die Rückseite der H1 stark an die T2. Nur einige Knöpfe wurden umplatziert. Zum Beispiel die Q-Taste, die jetzt wie bei der 50S in der Daumenauflage sitzt. Die beiden Einstellräder auf der Oberseite stammen ebenfalls von der T2 ab, das zusätzliche Schulterdisplay hingegen von der Mittelformatkamera. Bei einer Grösse von 3,25 cm (1,28 Zoll) lassen sich die wichtigsten Aufnahmeparameter darauf jederzeit gut ablesen.

Das 7,6 cm (3 Zoll) grosse Touch-Display verfügt über 1,04 Millionen Bildpunkte. Es lässt sich nicht nur nach oben und unten kippen, sondern auch seitlich ausschwenken. Dies erleichtert das Fotografieren speziell im Hochformat erheblich.

Youtuber und Selfie-Fans werden jedoch keine Freude daran haben. Der Bildschirm kann nicht vollständig hoch- oder umgeklappt werden. Dafür lässt er sich einfacher und schneller als noch bei der T2 seitlich aufklappen. Hier wurde nachgebessert.

Die beiden mechanischen Wahlräder, komplett aus Aluminium gefertigt, sind doppelstöckig und können mit einem «Lock & Release»-Mechanismus verriegelt werden. Mit ihnen werden Verschlusszeit, ISO-Empfindlichkeit, Belichtungs­messmethode und Aufnahme­betriebsart eingestellt. Das für die Belichtungskorrektur zuständige dritte Drehrad, das an der T2 noch vorhanden war, musste bei der H1 dem Schulterdisplay weichen und wurde durch eine kleine Taste vorne neben dem Auslöser ersetzt.

Die Drehräder sind seitlich geriffelt, die oberen Funktionen sind gut einstellbar. Die unteren Rädchen gehen etwas harziger, und wenn sie sich in ihren Endpositionen nahe am Sucheraufbau befinden, braucht es spitzige Finger, um sie wieder zurückzustellen.

Auf der Vorderseite der X-H1 fällt vor allem der gegenüber einer X-T2 deutlich verlängerte Handgriff auf. Die Kamera lässt sich besser und sicherer halten. Der griffige Fokuswahlschalter befindet sich wie bei der T2 vorne rechts neben dem Bajonett.

An der rechten Kameraseite stehen zwei Karteneinschübe für SD-Speicherkarten bereit. Beide lassen sich mit UHS-II-Karten benutzen und können unterschiedlich konfiguriert werden. Standard ist das Schreiben auf die zweite Karte, wenn die erste voll ist. Zur Sicherheit kann auch auf beiden Karten gespeichert werden, oder auf einer die JPG-Dateien und auf der anderen das RAW-Format.

An der linken Kameraseite befinden sich die Anschlüsse für Mikrofon (3,5 mm), Micro-USB, Fernsteuerung und HDMI, leider nur in Micro-Ausführung. Hier wünschte ich mir die Standardgrösse, vor allem beim Videofilmen für den Anschluss eines Monitors oder eines externen Recorders. Ein Micro-HDMI-Anschluss ist immer eine Fummelei und so gar nicht professionell, finde ich.

Wer mit der H1 filmen möchte, kommt auch kaum um den optionalen Batteriehandgriff VBP-XH1 herum. Zum einen verbessert er per «Boost»-Schalter die Auslösereaktion und die Bildrate bei Serienaufnahmen mit mechanischem Auslöser, zum andern wird bei 4K-Filmaufnahmen die Aufnahmedauer auf rund 30 Minuten verlängert. Und schliesslich gibt es nur an ihm einen Kopfhöreranschluss.

In den Handgriff passen zwei Akkus, so dass insgesamt drei Batterien, inklusive derjenigen in der Kamera, gleichzeitig verwendet werden können. Die Akkuleistung soll damit für bis zu 900 Bilder reichen, nachgezählt habe ich nicht.

Der Batteriegriff ist zudem sehr praxisbezogen konstruiert. So dient er auch als Schnellladegerät für die beiden eingelegten Akkus. Diese lassen sich rasch und bequem herausnehmen, auch wenn sich die Kamera auf einem Stativ befindet.

Der Griff ist ebenfalls staub- und spritzwassergeschützt und bleibt bis zu -10 Grad Celsius einsatzbereit. So ausgerüstet ist die X-H1 auch für Sport- und Action-Fotografen eine seriöse Überlegung wert.

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