Die Rear-Speakers werden an eine Steckdose angeschlossen und empfangen den Ton kabellos. Im Grunde eigne ich mich nicht für einen Test eines AV-Systems. Ich habe noch nie ein solches besessen und habe mit AV-Systemen keine Erfahrung. Damit entspreche ich allerdings exakt der Zielgruppe, für die Teufel das Cinesystem Trios gebaut hat. Für Leute, die damit keine Erfahrung haben, aber eines haben wollen. Eines zudem, welches mit geringem Aufwand in Betrieb gesetzt werden kann.
Darüber hinaus wohl auch für Leute, die mit 5.1 oder besser 5 + 1 = 6 (Lautsprecher) so Ihre Mühe haben könnten. Benutzer, die ihr stilvolles Ambiente rund um den Fernseher nicht zu verwüsten gedenken. Um der angedachten Realität noch etwas näher zu kommen, beschloss ich, den Test bei mir zu Hause in Angriff zu nehmen – in meinem TV-Zimmer mittlerer Grösse.
Gründe für die wenig invasive Erscheinung des Cinesystem Trios sind die Funktechnologie und die Integration von 3 Kanälen in die Soundbar Cinebar Trios, die das System steuert. Das Gerät wird an den HDMI-ARC-Eingang des Fernsehers angeschlossen und kann als minimale Lösung alleine verwendet werden. Die vorderen Kanäle links/rechts und der Center-Speaker sind integriert.
Dazu wird der T4000 Flat Subwoofer mittels "Wireless Plug In Module" kombiniert. Der Subwoofer ist nur 125 mm hoch, 955 mm breit und 300 mm tief. Man kann ihn unter ein Sofa oder ein Sideboard schieben oder ihn an die Wand schrauben. Die 3 Basstreiber strahlen gegen den Boden oder gegen eine Wand ab. Mit dem Subwoofer erhält man dann ein 3.1-System.
Zu einem 5.1-System kommt man mit den passiven Säulen-Lautsprechern L430FR, die man als Rear-Speakers verwendet. Sie werden je von einer "Rear Station Compact" befeuert, einem Schaltverstärker mit Funkempfänger und Lautsprecherausgängen.
Die drei Komponenten Soundbar, Subwoofer und 2 x Rear-Speaker können separat bestellt und für andere Zwecke verwendet werden: Die Rear-Speakers als passive Lautsprecher (Stereo-Paar), der Subwoofer konventionell in einem beliebigen AV- oder HiFi-System und die Soundbar z. B. als Bluetooth-Lautsprecher.
Das ist ein gutes Konzept – nicht zuletzt für den Hersteller: Teufel bietet die Komponenten in unterschiedlichen Konfigurationen an und braucht das Rad nicht immer neu zu erfinden.
Einfache Installation
Cinebar Trios steht auf dem praktischen Sockel. Sie lässt sich auch an die Wand montieren. Für den Test reicht es so.Beim Auspacken fällt die Verarbeitungsqualität auf. Die Soundbar und die beiden Rear-Speakers sind aus Aluminium und sehr schön verarbeitet. Der Subwoofer ist eine anständig verarbeitete MDF-Kiste. Doch das fällt kaum ins Gewicht, man versucht ihn ja zu verbergen – was mir allerdings beim USM-Board nicht gelang, dafür ist er zu breit. Für eine definitive Installation würde ich das Möbel 20 cm in den Raum ziehen und den Sub gleich dahinter an die Rückwand schrauben.
Der T4000 Flat Subwoofer mit drei Lautsprechern gegen unten und zwei Bassreflex-Ports gegen hinten.Die als Rear-Speakers verwendeten Säulen-Lautsprecher sind passiv ausgelegt und benötigen ein Antriebsmodul, das zuständig ist für die Verstärkung und den Empfang des Signals. Man kann die RearStation Compact direkt an eine Steckdose anschliessen. Allerdings sind sie nicht klein genug, dass sie immer passen. Deshalb wünschte ich mir einen drehbaren Netzstecker am Modul, um die Flexibilität zu erhöhen. Nebst den Ausgängen für die Lautsprecher findet sich noch ein kleiner Taster, mit dem man den Lautsprecher als linker oder rechter Kanal definieren kann.
Die RearStation Compact eignen sich infolge der Anordnung des Netzsteckers nicht für jede Steckdose. Das Lautsprecherkabel kann natürlich einige Meter lang sein.Intuitives Set-Up
Das Set-Up ist einfach, aber nicht einfach dokumentiert.Etwas umständlich erscheint mir die Installationsanleitung. Eine ergänzende Kurzbeschreibung ohne die üblichen langfädigen Sicherheitshinweise wäre wünschenswert. Man kommt aber auch zum Ziel, wenn man es – wie ich – intuitiv versucht: TV einschalten, Menu-Taste auf der Fernbedienung betätigen und schon kann man alle Parameter einstellen.
Zunächst überprüfte ich, ob die Funkverbindung klappt. Dann kann man die Distanzen der Lautsprecher zum Hörplatz einstellen, womit man Laufzeitunterschiede ausgleicht und mit einem Testton die Lautstärkenbalance regelt (Pegeljustierung). Es ist nicht nötig, dass man exakt im Zentrum sitzt. Bei den Rear-Speakern sollte man unbedingt achten, dass die Aufteilung links/rechts stimmt. Wenn nicht, dann bei beiden kurz die besagte Taste betätigen.
Das Bluetooth-Pairing funktionierte ebenfalls problemlos. So war das System in 60 Minuten einsatzbereit, begonnen mit dem Öffnen der Schachteln.
Die als Rear-Speaker verwendeten Säulenlautsprecher sind tadellos verarbeitet und stehen kerzengerade.Kino-Feeling pur
Noch schöner wäre es, wenn der Aktivbetrieb der Säulenlautsprecher integriert wäre.Als Nächstes kamen Netflix und Blu-ray an die Reihe. Ich kenne mich mit Heimkino nicht gut aus, aber umso mehr mit echtem Kino – und ich fühlte mich bald wie im Kino. Die Balance zwischen Dialogen und fulminanten Soundeffekten erschien mir sehr gut. Als Fan der Originalfassungen hatte ich mit dem TV-Ton oftmals Mühe, die Dialoge zu verstehen. Mit diesem Heimkinosystem ist das Problem gelöst.
Beeindruckend ist auch das Raumgefühl. Die Wände verschwanden aus meiner Wahrnehmung und ich war mitten im Film drin. Ich schaute auch wieder einmal einen ganzen Film, ohne einzuschlafen oder frühzeitig abzubrechen. Der Subbass ist auch nicht von schlechten Eltern, der hat es wirklich drauf. Praktisch, dass man seine Lautstärke mit der Fernbedienung direkt anpassen kann.
Man kann viele Möglichkeiten mit der Fernbedienung. Besonders wichtig scheinen mir die Raumfunktionen von Surround bis zu einer Verbreiterung der Stereobasis. Nebst der individuellen Klangregelung gibt es auch Grundeinstellungen für Sprache, Musik, Film usw. Mit der Menu-Taste ist man fix im Set-Up und kann Veränderungen und Optimierungen vornehmen.
Musik via Bluetooth klingt nicht so beeindruckend, will heissen, nicht so HiFi-like. In dieser Konfiguration ist der Subwoofer nicht mehr so gut integriert, und die Soundbar vermag keine authentische Klangbühne zu erzeugen. Da will man natürlich auch nicht hin, denn für eine solche Qualität ist das System nicht ausgelegt. Doch hat der Hersteller auch in diesem Bereich noch viel zu bieten.
Abspann
Die Center-Partie der Soundbar erzeugt eine sehr gute Spachverständlichkeit.Das Cinesystem Trios von Teufel kostet 2199.95 CHF. Für diesen echt bescheidenen Betrag erhält man ein sehr gutes Heimkino-Erlebnis für realistische Raumgrössen. Es ist wohnraumfreundlich, wirkt edel und beeinträchtigt das Ambiente minimal. Es lässt sich gut inszenieren.
Wenn man die Komponenten einfach mal hinstellt und keine aufwändigen Montagen damit vornimmt, benötigt man etwa eine Stunde, bis der erste Kinofilm beginnen kann. Die verschiedenen technischen Beschreibungen der Komponenten sind etwas verwirrend, weil sie sich nur auf die einzelen Komponenten beziehen und nicht die Anwendung im Vordergrund haben. Man braucht einen Moment, um die Seiten zu finden, auf die es drauf an kommt. Das ist aber ein Detail und liesse sich leicht korrigieren.
Bei den Säulenlautsprechern (Rear-Speakers) könnte eine elegantere Lösung realisiert werden, indem man die Elektronik fix einbauen würde. Die externen Module sind etwas gewöhnungsbedürftig und sperrig, wenn auch zweckmässig. Nun hat aber alles seinen Preis, und Produkte von Teufel wollen eben preiswert sein. Deshalb achtete der Hersteller darauf, einzelne Komponenten vielseitig einsetzen zu können.
In meiner kurzen Praxis hat sich das System bewährt: Ich kann Kinofilme zu Hause geniessen, wie nie zuvor.

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