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Musikrezension

Wie Meissner Porzellan

La Guirlande + Zéphyre

Von Hans Jürg Baum ·
Der Vergleich mit (wertvollem!) Meissner Porzellan für die Musik des französischen Barockmeisters Jean-Philippe Rameau stammt von seinem Biographen und trifft die Sache nicht schlecht. Eine preziöse Tonkunst, ästhetisch und zerbrechlich, edel und rein.

Nicht auf alle Stücke dieses Komponisten trifft der sinnige Vergleich zu. Gewiss aber auf jene einstündigen Gebilde, die "actes de ballets" heissen und eigentlich Kurzopern mit tänzerischen Einlagen sind. Selbst wenn man "La Guirlande" und "Zéphyre" nur hört, mag man sich dieses Tänzerische vorstellen.

Es sind klingende Botschaften aus einer fernen Welt. Amouröse Intrigen um Liebeswerben oder Treuebruch, in arkadischen Gefilden und in mythologischer Zeit angesiedelt. Die Figuren singen ausschliesslich von ihren Gefühlen, und das bekommt etwas Entrücktes.

Dafür ist William Christie der goldrichtige Mann. Auch er ein Schöngeist, ein Ästhet – und als gebürtiger Amerikaner längst zum Überfranzosen geworden. Keiner ist den gallischen Barocktönen des 17. und 18. Jahrhunderts mehr verfallen als er. Seine Begeisterung wirkt ansteckend – davon zeugen die von ihm 1979 gegründeten Arts Florissants, deren Chor er diesmal mit dem Kölner Spezialensemble für Alte Musik verquickt.
Album
AlbumtitelLa Guirlande + Zéphyre
KomponistJean-Philippe Rameau
LabelErato
Jahr0
Bestellnummer8573-85774
Tonformat2 CD
MediumCD
Preis0
Musik 10 Klang 8
Der Autor Hans Jürg Baum

Hans Jürg Baum ist Mitgründer von avguide.ch und war zehn Jahre lang Geschäftsführer. Der Musiker schrieb zwei Jahrzehnte lang über Audio-Komponenten, Kopfhörer und Musik — Schwerpunkt Klassik und Barock in HiRes.

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