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Magazin · Blogpost

Achtung Satire!

Alte Männer hören Ultraschall

Bei vielen Audiophilen nimmt die Hörfähigkeit umgekehrt proportional zum Anstieg der Kaufkraft ab. Und trotzdem sollen sie Ultraschall hören können?

Von Christian Wenger ·
Alte Männer hören Ultraschall.
Alte Männer hören Ultraschall.

Bei vielen Audiophilen nimmt die Hörfähigkeit umgekehrt proportional zum Anstieg der Kaufkraft ab. Endlich können sie sich die High-End-Geräte kaufen, vergleichbar mit jenen, von denen sie träumten, als sie noch wirklich gut hörten. Viele tun das aber nicht. Kite-Surfen ist auch nichts für Rentner. Wozu die Ausrüstung? Die Branche steht also vor dem Dilemma, dass die endlich kaufkräftigen Kunden nicht kauflustig genug sind, weil sie die Qualität gar nicht mehr wertschätzen können. Was tun?

Umerziehung

Zwischen Himmel und Erde

Ernst Baschung mit seinen magischen Klang-Tunig-Schätzen: Hier mit der Revolution Power Tube, welche den Stromkreis im ganzen Haus beeinflussen soll. Im Hintergrund diverse Absorber und die Klangschale PMR aus einer Glockenbronze-Legierung...Ernst Baschung mit seinen magischen Klang-Tunig-Schätzen: Hier mit der Revolution Power Tube, welche den Stromkreis im ganzen Haus beeinflussen soll. Im Hintergrund diverse Absorber und die Klangschale PMR aus einer Glockenbronze-Legierung...

1. Niemand wird sich darüber Gedanken machen, ob die Mikrofone bei der Aufnahme 50 kHz «durchwinkten». Die Aufnahmeseite interessiert nach wie vor keine Sau. Die nehmen ja hundsgewöhnliche Kabel für alles, und überhaupt.

2. Den Unterschied werden sie alle bestimmt hören. Dafür ist er ja da. Einen Klangunterschied nicht zu hören, ist politisch unkorrekt. Das macht man einfach nicht.

3. Blindtests sind viel zu aufwändig. Hände weg davon. Wir sind transparent und fummeln nicht heimlich an den Kabeln herum. Bei uns weiss man, woran man ist. Die Klangunterschiede werden angekündigt.

Das macht die Sache etwas einfacher, aber die Branche braucht trotzdem starke Argumente. Ein Riesending muss her. Das Naheliegendste ist gerade die Sache mit dem Ultraschall.

Von Submolekular-Energie-Impulsen und ähnlichem

Natürlich wissen alle, was Ultraschall ist. Spätestens, seit sie mit diesen billigen Lautsprecher-Kästchen versuchten, im Garten Füchse oder Katzen zu vertreiben. Relativ neu ist die Erkenntnis, dass Ultraschall-Anteile weit oberhalb des Oberwellen-Spektrums von Instrumenten und Stimmen in Erscheinung treten, und zwar präzise messbar oberhalb von 20 kHz. Sie sind also Teil des Klangs. Nicht, dass es viel wäre, aber eben messbar und auch nicht zufällig.

Zudem erlaubt eine Sampling-Frequenz von 96 kHz (Hi-Res) bereits die digitale Erfassung und Wiedergabe solcher Frequenzen. Damit ist der Weg frei für einen neuen Mythos, für ein ganz neues Fass, dass man öffnen kann.

Und wenn sie dann anbeissen, dann geht es nur noch darum, die eingrenzenden Komponenten in der High-End-Anlage aufzuspüren und auszumerzen. Zum Beispiel die Lautsprecher mit Hochtönern, die bereits bei 25 kHz schlapp machen und Verstärker, die von dort an auch nicht mehr können – sprich, so einiges, was ihnen bislang lieb und teuer war. Weg damit!

So stellt sich das die Branche vielleicht vor.

Da gibt es wohlklingende Sicherungen, ausgetüftelte Stromschienen mit hochglanzpolierten Kontaktstellen und Klangschalen, die den Klang mittels wohlklingender Glockenbronze veredeln sollen. Oder dann auch Lautsprecher-Chips, welche gezielt sämtliche Bestandteile einer Lautsprecher-Box und der darin befindlichen Luft beeinflussen sollen. Diese werden innen oder aussen an die Box geklebt. Dann heisst es 10 Minuten warten und dann geniessen.

Das französische "Diapason Hi-Fi Magazin" vergab in seiner April-Ausgabe 2014 sechs von sechs möglichen Sternen in den Kategorien Musikalität und Verarbeitungsqualität und schreibt: "Sagenhaft! Das beste Hi-Fi Zubehör, das wir jemals getestet haben. Setzt materialbeeinflussende Submolekular-Energie-Impulse auf den gesamten elektrischen Strom eines Hauses frei.

Ob das bloss hochgestochener Unsinn oder hörbare Magie ist, muss jeder selber entscheiden...

Ende gut - alles gut

avguide.ch meint

Laut ChatGPT ist der Hypersonic-Effekt ein interessantes Forschungsgebiet, das untersucht, wie nicht hörbare, hochfrequente Klänge möglicherweise das Gehirn und den Körper beeinflussen können, obwohl sie nicht bewusst wahrgenommen werden. Weitere Studien sind allerdings erforderlich, um die genauen Auswirkungen und potenziellen Anwendungen dieser Erkenntnisse zu klären. Es gibt auch unterschiedliche Meinungen und Debatten über die Relevanz dieser Effekte in normalen Hörsituationen oder in der Musikwiedergabe. Auch die Auswirkungen von High-Resolution-Audio sind Gegenstand von Diskussionen und Debatten. Die meisten wissenschaftlichen Studien haben jedoch gezeigt, dass die Hörfähigkeit im Allgemeinen auf den hörbaren Frequenzbereich bis etwa 20 kHz beschränkt ist.

Interview mit Ernst Baschung WD Oensingen AG - "Visionen in Bild und Ton"

Der Autor Christian Wenger

Christian Wenger war Elektrotechniker und Marketingfachmann in der Industrielektronik und Inhaber von InConcert Audio in Olten. Von 2013 bis 2024 schrieb er als Redaktor für avguide.ch. Heute lebt der Connaisseur und Weinliebhaber pensioniert in Südfrankreich und bleibt Mitinhaber der avguide.ch GmbH.

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