TESTBERICHT
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Publikationsdatum
27. November 2009
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Premiere ro CS4 von Adobe ist eine Komplettlösung, die weit mehr bietet als den Videoschnitt.
Die Creative Suite 4 (CS4) von Adobe umfasst mehr als ein Dutzend Programme für die kreative Gestaltung von Inhalten für den Druck, das Web und Video. Die Programme sind einzeln oder als Pakete für die genannten Medien erhältlich. Das Paket Production Premium enthält neben Premiere Pro unter anderem auch Photoshop, After Effects und Soundbooth, insgesamt eine Sammlung von Programmen für die professionelle Videoerstellung von der Aufnahme bis zu Ausgabe. Selbst Premiere Pro allein erlaubt mehr als bloss den Videoschnitt, und auch dieser ist für umfangreiche Produktionen ausgelegt.

Formatvielfalt bei der Eingabe ...

Egal, ob der verwendete Camcorder auf Band, Festplatte oder Flash-Speicher aufzeichnet: der Import in Premiere Pro gestaltet sich einfach. Bei Mini-DV-Aufnahmen kann von Premiere aus der Zuspieler über Firewire gesteuert werden, so dass gezielt nur das überspielt werden muss, das auch benötigt wird. An Dateiformaten kennt Premiere alles Gängige, inklusive AVCHD und die Profiformate P2 und XDCAM. Über den Medien-Browser hat der Nutzer direkten Zugriff auf den Speicher im Camcorder. Nebst der Vorschau für die einzelnen Clips können vor dem Import auch In- und Out-Punkte gesetzt werden, so dass auch bei überlangen Sequenzen nur der benötigte Teil eingelesen wird.

 

Adobe hat die Creative Suite 4 Produktefamilie vorgestellt. Sie umfasst sechs verschiedene Editionen sowie 13 Einzelprodukte.

Die Creative Suite 4 optimiert die bestehenden Arbeitsabläufe und bietet Hunderte von verbesserten Funktionen in den Bereichen Print, Web, mobile Endgeräte, interaktive Anwendungen, Film und Video.

Zu den überarbeiteten Programmen gehört Premiere Pro, die Komplettlösung zur Erstellung, Bereitstellung und Nutzung von Video.

Adobe Premiere kann für sämtliche Aufgaben von der Planung bis zur Präsentation des Videos genutzt werden.

Die Creative Suite Production Premium ermöglicht von der Unterstützung für bandlose Formate in Adobe Premiere Pro und den Werkzeugen für Grafikanimationen und Spezialeffekte von Adobe After Effects bis hin zu den Authoring-Funktionen von Adobe Flash Professional und der integrierten Unterstützung für XMP-Metadaten die Erstellung von Inhalten für nahezu jedes Medium.

Zusätzlich enthält die Creative Suite Production Premium Adobe Photoshop CS4 Extended, Adobe Illustrator und Adobe Soundbooth.

Die Optimierung des Workflows zeigt sich bei Production Premium etwa dadurch, dass sich Änderungen, die beispielsweise in After Effects ausgeführt wurden, auch auf das Projekt in Premiere auswirken.

Zu den hilfreichen Funktionen gehören die Möglichkeit, Metadaten in die Videos zu schreiben, der Medienbrowser oder die AVCHD-Bearbeitung in Premiere.

Die Creative Suite 4 wird als grösster Software-Launch von Adobe ab Dezember erhältlich sein.

 

 

Die Videobearbeitung erfolgt auf einer Arbeitsoberfläche, die wie bei anderen Programmen auch mit Projektfenster, Quell- und Programmmonitor sowie Timeline ausgestattet ist. Für die meisten Bearbeitungs- schritte gibt es mehrere Varianten der Ausführung (Drag&Drop, Menusteuerung, Direkteingabe usw.), so dass jeder Anwender seine eigene Arbeitsweise finden kann.

In der Timeline können bis zu 99 Video- und Audiospuren miteinander gemischt werden - wohl für die meisten Projekte genügend oder aber, zumindest bei AVCHD, zuviel des Guten. Bei mehr als drei AVCHD-Spuren ruckelts. Auch wenn nicht alle Spuren genutzt werden: Die Anzahl der verwendeten Dateien wird bald einmal unübersichtlich gross. Hier hilft die Suchfunktion im Projektfenster beim Auffinden des gewünschten Objektes. Eine Besonderheit von Premiere Pro CS4 ist die Speech-Search-Funktion. Damit lassen sich gewünschte Stellen in einer Datei aufgrund des gesprochenen Wortes finden; Premiere legt den Text schriftlich in den Metadaten ab und versieht ihn mit dem Timecode. Dieser Text lässt sich auch ausdrucken.

Soundbooth aus der Production-Suite der CS4 von Adobe erlaubt die Nachvertonung von Videos.
Im Media Encoder können die vielen Ausgabeformaten individuell angepasst werden.
Das fertig bearbeitete Video wird über den Media Encoder ausgeben. Hierbei ist eine Vielzahl von Einstellungen möglich. Der Media Encoder bietet eine Auswahl an Vorgaben von FLV und F4V über MPEG2 bis H.264, deren Parameter vom Nutzer individuell angepasst und abgespeichert werden können. Dank Batch-Verarbeitung kann die Ausgabe für verschiedene Formate (und im Endeffekt verschiedene Medien) in einem Rutsch realisiert werden. Videos fürs Web sind ebenso einfach zu erstellen wie Videos für eine DVD. Für die Produktion einer DVD werden die über den Media Encoder erzeugten MPEG2-Files (für den Hauptfilm und das Bonusmaterial) im mitgelieferten Encore mit einem Menu (aus einer Reihe von Vorgaben oder selbst kreiert) verknüpft und direkt als DVD gebrannt beziehungsweise als ISO-Image ausgegeben. Es lässt sich aber auch das Premiere Pro-Projekt in Encore importieren mit dem Vorteil, dass nachträgliche Änderungen in Premiere auch in Encore wirksam werden. Doch Premiere Pro bleibt nicht bei der DVD stehen, es erlaubt auch das Brennen von Blu-ray Discs.

Umfangreiche Funktionen

Titel gelingen mit einer der vielen Vorgaben schnell, können aber auch individuell gestaltet oder gar animiert werden.
Die Integration des Workflows treibt Adobe mit OnLocation, das zum Lieferumfang von Premiere gehört, noch weiter. Mit OnLocation können Videoaufnahmen direkt auf die Harddisc des Computers geschrieben werden. Dabei lassen sich Metadaten in Form von Satichwörtern erfassen, die dann in der Nachbearbeitung das schnelle Auffinden des gewünschten Materials erlaubt.

In der Nachbearbeitung sind verschiedene Videoformate in demselben Projekt erlaubt. In einen HD-Film lassen sich so auch ältere Aufnahmen integrieren und in der Grösse skalieren. Soll von einem Clip nur das Bild oder nur der Ton in die Timeline eingefügt werden, wird aus dem Quellmonitor einfach der entsprechende Teil heruntergezogen. Von Audiodateien für die Nachvertonung werden im Quellmonitor die Wellenformen angezeigt, was ein ganues Setzen der In- und Out-Punkte ermöglicht.

Premiere Pro bietet unzählige Möglichkeiten für Effekte, Überblendungen, Masken, Bildkorrekturen und Titel. Sie lassen sich mit Keyframes sehr präzise im Ablauf steuern und so dem laufenden Bild anpassen. Ein Effekt wird aus der Liste einfach auf den Clip gezogen, dann öffnet sich das Fenster zur Einstellung der Parameter. Ein Effekt (etwa eine gelungene Überblendung) lässt sich einfach auf mehrere Clips anwenden. Effekte wie Bewegung oder Deckkraft lassen sich auch auf eingefügte Standbilder anwenden, ermöglichen somit grundlegende Operationen von After Effects.

Fazit

Auch wenn aufgrund der vielen Funktionen die Übersichtlichkeit auf der Arbeitsoberfläche leidet, sind es genau diese vielen Funktionen, die dem Nutzer einerseits eine hohe Flexibilität in der Gestaltung seiner Videos bieten und andererseits einen einheitlichen Workflow von der Aufnahme bis zur Disc ermöglichen. Der erhöhte Lernaufwand lässt sich in Schritten bewältigen. Einfache Videoschnitte sind im Handumdrehen möglich; danach warten enorme kreative Möglichkeiten darauf, entdeckt zu werden. Des gehobenen Preises wegen werden sich aber nur diejenigen für Premiere Pro entscheiden, die diese Möglichkeiten auch auszuschöpfen gedenken. Sie erhalten dafür ein durchdachtes Programm, das professionellen Ansprüchen genügt, aber auch eine gut ausgestattete Hardware benötigt.

Premiere Pro CS4 kostet inklusive OnLéocation CS4 und Encore CS4 Fr. 1475.-.

STECKBRIEF
Profil:
Umfangreiche Komplettlösung für die Videobearbeitung in verschiedenen Formaten
Pro:
Volle AVCHD-Unterstützung
Durchdachte Arbeitsabläufe
Vielfältige Optionen
Unterstützt Medien von Flash bis Blu-ray
Contra:
Nicht optimale Übersicht auf der Arbeitsoberfläche
Preis
Ausstattung:
Premiere Pro CS4
OnLocation CS4
Encore CS4
Technische Daten:
Hardware-Anforderungen:
dediziertes 7200 rpm Festplattenlaufwerk für DV- und HDV-Bearbeitung,
Festplattenarray mit Striping (Raid 0) für AVCHD (SCSI-Festplattensubsystem empfohlen),
Dual Prozessor mit minestens 2,8 GHz
2 GByte RAM (grösserer Arbeitsspeicher beim Ausführen mehrerer Anwendungen empfohlen)