Soundbars sind ja im Grunde ein unverzichtbares Übel, seit die TV-Geräte in die Breite gingen und mit flachbrüstiger Gestalt ihr Klangvolumen der Bildqualität opferten. Es ging halt nicht anders. Man träumte schon vor 20 Jahren von TV-Geräten, die man wie Bilder an die Wand hängen kann. Nun haben wir sie bekommen und sie sind aus den guten Stuben nicht mehr wegzudenken. Heute herrscht die Qual der Wahl. Die «Soundprügel-Inflation» macht uns das Leben schwer.
Kommt hinzu, dass die akustischen Helfer im Form-Korsett des TV-Flachmanns bezüglich Bassvolumen auch nicht gerade über sich hinauswachsen können. Sie können mit zunehmender Bildgrösse zwar noch in die Breite gehen, dürfen aber nicht zu hoch sein und auch nicht zu tief. Damit sind zwei Dimensionen, die es für Volumen braucht, vom Tisch. Die Lösung heisst in der Regel Subwoofer, und das ist für viele schon wieder eine Art Klotz am Bein.
Man kann es drehen und wenden, wie man will: Die tiefen Töne brauchen Raum. Mit Cinebar Lux wollen die findigen Berliner von Teufel nun die Geschichte umschreiben. Die Ansage lautet: «Kein Subwoofer erforderlich». Wie macht man das mit bescheidenen 4 Liter Innenvolumen und einem geschlossenen Gehäuse?
Im Zentrum des Geschehens arbeiten 8 Breitbandtreiber mit 50 mm Zellulosemembran («Papier» im Volksmund). Zwei davon strahlen gegen oben ab (upfiring), zwei weitere seitlich und vier gegen vorne. Der Tieftonbereich wird durch 4 Passivmembranen (48 x 105 mm) unterstützt. Der Hochton wird von zwei Hochtontreibern mit 25 mm Gewebekalotte ergänzt. Die Cinebar Lux ist ein DSP-gesteuertes Aktivsystem mit 9 Endstufen. Die Dauerleistung wird mit insgesamt 150 Watt spezifiziert. In einem Meter Abstand entsteht damit ein Schallpegel von maximal 100 dB.
Daraus resultiert bei 3 Metern Abstand immer noch ein Schallpegel von etwas mehr als 90 dB. Das ist etwa vergleichbar mit dem Schallpegel, dem Musiker im Orchestergraben im Opernhaus Zürich ausgesetzt sind.
8 Breitbandtreiber, 2 Hochtöner und 4 Passivmembranen in einem relativ kompakten Gehäuse. Explosionsansicht, CAD Rendering.TCL ist der zweitgrösste Fernsehproduzent der Welt, hierzulande nicht so bekannt wie die noch verbliebenen vier grossen Namen. Die Abkürzung steht übrigens für «The Creative Live». Das war aber nicht immer so. Bis 2006 standen die drei Buchstaben des ehemaligen chinesischen Staatsbetriebs für «Today China Lion». Die Firma, die nach eigenen Angaben über 75'000 Mitarbeitende weltweit beschäftigt, ist mittlerweile vollkommen privatisiert und nun daran, auch in Europa seine Produkte stärker zu pushen.
Wir haben die TS8111 genauer unter die Lupe genommen. Angepriesen wird der genau einen Meter lange Soundriegel als 2.1 Atmos Soundbar mit integriertem Subwoofer. Das ist schon mal praktisch, da nur ein Gerät herumsteht und die Verkabelung somit einfach ist. Das bestätigte sich in der Praxis vollauf. Stromkabel einstecken und das beigelegte HDMI-Kabel mit dem richtigen (ARC)-Eingang des TVs verbinden – das wars. Konfiguration? Nicht nötig. Der zum Testen mitverwendete LG 48-Zoll-OLED-TV mit Jahrgang 2020 erkannte die Soundbar über den ARC-Eingang anstandslos und schaltete gleich die internen Lautsprecher ab und leitete den Ton über die TCL-Bar zum Zuschauer bzw. Hörer. Das hat mich überrascht, da dies längst nicht bei allen Produkten so reibungslos funktioniert.
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Die Zuführung ist sehr gut in 2 Kavitäten eingebettet. Bei Wandmontage können die Kabel auch mittels Befestigungsriemen fixiert werden.
Linke Kavität von oben: Links ein RCA-Anschluss (Cinch) für einen verkabelten Subwoofer, 3.5 mm Jack für analoge Quellen, Netzwerkanschluss und USB-Anschluss für externe Festplatten oder USB-Sticks. Rechts die Taste für Set-up und Reset.
Rechte Kavität von oben: Links der Stromanschluss, rechts 2 HDMI-Eingänge z. B. für die Spielkonsole und natürlich für den TV sowie der optische Toslink-Eingang.
Die hochwertige Verarbeitung erinnert an die wirklich teuren Geräte bekannter Marken. Die LED-Anzeige versteckt sich unter der Stoffbespannung. Die Seitenflächen sind leicht angewinkelt. Dahinter verbergen sich Breitbandtreiber für den Raumklang.
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