Fazit
Also wird der Zik mit dem iPhone via Bluetooth gepaart, was reibungslos vonstatten geht. Anschliessend werde ich aufgefordert, eine App mit Namen Parrot Audio Suite von Apple Store gratis (!) herunter zu laden. Also beim AppStore angeklopft, wo ich selbstverständlich einen Account habe, und die App schlüpft in mein iPhone.
Der Zik wird nun via Audio Suite und dem Equalizer auf linear eingestellt. Und siehe – oder besser höre – da: Der Klang ist nun wie durch Zauberhand ausgewogen und klar! Der Vorbenutzer dieses Hörers musste wohl einen etwas extremen Geschmack gehabt haben. Der Zik hatte sich seine gewählte Equalizerstellung gemerkt ...
Jetzt wird getüftelt, und ich stelle mit „mein“ Klangbild für Klassik ein. Das heisst, ich senke den Bereich um 2,4 kHz um 1 dB und den Bereich um 6 kHz um 4 dB ab, was zu einem warmen, natürlichen Klang bei klassischer Musik führt. Aber bei Rock-Pop darf's dann doch eine etwas härtere Gangart sein, und der Hörer wird auf linear gestellt. So klingt er hell, frisch, obertonreich, dynamisch, einfach sehr gut!
Nun wird das Sound Programm Concert Hall der Audio Suite angewählt. Hier können verschiedene Räume angewählt werden, von der leicht halligen Concert Hall bis zum akustisch neutralen „Silent Room“. Zudem kann die Basisbreite des Stereoklangbildes verstellt werden. Bei optimaler Stellung wandert das Klangbild sogar „aus dem Kopf“ und wirkt (fast) wie bei exzellenten Lautsprechern. Ein wirklich ernst zu nehmender Klangprozessor!
Zu guter Letzt wird noch das Noise Cancelling aktiviert. Dabei wird keine deutlich hörbare Klangverschlechterung festgestellt. Die Geräuschunterdrückung ist effizient und verdient das Prädikat sehr gut.
Denon Globe Cruiser AH-NCW500Integrierter Röhrenverstärker.

Dies hat zur Folge, dass er ultrasimpel zu bedienen ist.
Vermissen könnte man allerdings einen Tape-Ausgang und einen Balance-Steller.
Die volle Schönheit dieses in schwarzer Saphirfarbe (auf Wunsch auch mit Frontplatte in Silber) gehaltenen Röhrenverstärkers kommt erst dann voll zum Tragen, wenn die Röhrenabdeckung, die mittels umfunktionierten Bananensteckern (!) stabil an Ort und Stelle gehalten wird, entfernt wird.
Die beiden Doppeltrioden 12AX7A, die 12AU7 Treiber und die vier in pushpull arbeitenden EL 34 Trioden - je 2 pro Kanal – machen rein optisch eine gute Figur.
Blick hinter die Kulissen
Bodenplatte weg: Blick von unten....Die Verarbeitung ist generell sauber und hochwertig. Der Lautstärkeregler stammt von ALPS. Sowohl der Power- als auch die extrem breitbandigen Ausgangstransformatoren sind ausgesprochen üppig dimensioniert.
Alle Anschlüsse sind selbstverständlich massiv vergoldet.
Stummes IC
Doch keine Angst, dieser integrierte Schaltkreis hat in Sachen Sound kein Sterbenswörtchen mitzureden.
Er übernimmt lediglich die Aufgabe, den optimalen Arbeitspunkt der Röhren über lange Jahre hinweg aufrecht zu erhalten.
Ein eventuelles Auswechseln von Röhren geht damit problemlos über die Bühne, da kein Nachjustieren der Elektronik erforderlich ist.
Sound of Tubes
Wer den ProLogue One voller Ungeduld aus der Schachtel nimmt und ihn so rasch wie möglich zum Klingen bringen will, wird überrascht sein.Dieser Röhrenverstärker neigt dazu in den ersten Spielsitzungen sehr vordergründig aufzuspielen. Streicher können dann etwas spitz, Blechbläser sogar aggressiv klingen.
So wurden die Röhren dieses Verstärkers erst mal für rund eine Woche im Dauerbetrieb „eingebrannt“. Danach zeigte er sich wesentlich wärmer, behielt aber einen vitalen und brillanten Charakter.
Er entspricht klanglich keineswegs dem Klischee eines warm und weichzeichnenden Röhrenverstärker, der Fehler bei der Aufnahme verzeiht und den Stimmen jegliche Kehligkeit wegfiltert.
Tube Power

Gerade bei perkussiver Musik ist es absolut sensationell, was dieser kleine Röhrenamp leistet. Impulse kommen vital und mit schöner Attacke.
An entsprechend leistungsfähigen Boxen lässt er jeden Transistorverstärker in seiner messtechnischen Leistungsklasse gnadenlos abblitzen.
Mit welcher Dynamik und welchem Pegel der ProLogue One den berüchtigten „Boxenkiller“ der Test Record „Impression“ in den Abhörraum zaubert, ist schon fast unglaublich.
Volumen und Raum
Aber auch bei zarter Kammermusik zeichnet er sehr frisch und lebendig.Für die Paarung mit von Natur aus etwas überbrillanten Boxen erscheint er aufgrund seiner sehr vitalen Spielweise nicht unbedingt der richtige Partner zu sein.
An klanglich ausgeglichenen Boxen verblüfft der ProLogue One bei orchestralen Werken mit einem fast unglaublichen Klangvolumen.
Die Räumlichkeit, mit welcher er grosse Klangkörper abbildet, kann echt begeistern.

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