FiiO Alpen E17 – der Smarte
FiiO Alpen E17Dieser E17 von Fiio ist schlicht ein spannendes Gerät und primär für den mobilen Musikgenuss auf hohem Klangniveau konzipiert. Das schwarz gebürstete Aluminiumgehäuse wirkt edel und wertig, ein Handschmeichler im Stil eines iPhones mit kleinem Farbdisplay und einigen Tasten. Der Funktionsumfang ist erstaunlich: Er umfasst zwei Digitaleingänge, nämlich USB und S/PDIF (Coax und optisch) als 3,5 mm Klinkenbuchse ausgelegt. Zusätzlich kann man einen analogen AUX-Eingang nutzen(!). Als Ausgang dient eine 3,5 mm Klinkenbuchse, für den Kopfhörer oder via hochwertiges Verbindungskabel zur HiFi-Anlage.
Es gibt dazu auch eine Art Dok, damit man das Gerät zuhause stationär und im Büro mobil nutzen kann. So stelle ich mir das jedenfalls vor. Mit 190 CHF (ohne Dock) bekommt man im Wesentlichen einen DA-Wandler mit Vorverstärker der bis 96 kHz Samplingrate bei 24 Bit umwandelt. Ungewöhnlich ist die fehlende Samplingrate von 88.2 kHz und zwar deshalb, weil 44.1 kHz vorhanden ist. Der DAC macht beim Abspielen von 88.2 kHz Samples ein Upsampling nach 96 kHz. Das stört mich nicht, aber es ist ungewöhnlich.
Der Klang ist sehr gut, nämlich sehr räumlich, musikalisch und mit einer Tendenz zur Brillianz, was sich bei Klavieranschlägen (Monty Alexander) verdeutlicht hat. Der Bassbereich wirkt eher leicht trocken, eine Tendenz, die sehr gut ins Konzept der HiFi-Anlage passen kann. Insgesamt klingt der E17 ausgewogen und recht integer. Donnerwetter.
Insgesamt ist dieser DAC einmalig und ich würde mich aber sehr dafür interessieren, wie ich den analogen AUX-Eingang mit 3,5 mm Klinkenstecker nutzen soll. Versuchen wir es doch einmal mit dem Plattenspieler.
Pro-Ject DAC Box S USB – der Atmosphärische
Pro-Ject DAC Box S USBÖsterreicher springen ja gerne aus Raumkapseln mit Fallschirmen. Deshalb komme ich aber nicht zum Attribut „atmosphärisch“. Die DAC Box S USB von Pro-Ject Audio ist klein, puristisch und bleischwer bei dieser Grösse, dabei ist das Netzteil ein externes. Die drei Digitaleingänge werden optisch sichtbar gescannt, bis dass der DAC einen Datenstrom findet, sei es am USB, am Coax oder am optischen S/PDIF.
Ungewöhnlich ist, dass dieser DAC bei 24 Bit Wortbreite mit USB nur zwei Samplingraten, 44.1 und 48 kHz unterstützt. 96 kHz wird bei USB auf 48 kHz halbiert, bei S/PDIF aber nicht und 192 kHz wird gar abgeblockt. Das muss man wissen, wenn man Downloads kauft. Das Ganze lässt auf ein exotisches Konzept schliessen. Das Datenblatt ist denn auch etwas kryptisch, aber darauf kommt es nicht an. Die DAC Box USB kostet 490 CHF.
Der DAC überzeugt mit einem warmen Timbre und klingt eben atmosphärisch, luftig und irgendwie schwebend und sehr stimmungsvoll. Charlie Haydens Saxophon hat es mir damit sehr angetan, weil es trocken und doch rund und ein wenig abgeschliffen herüberkam. Die Klangbühne ist nicht die grösste, aber sie ist gross genug. Stimmen klangen durchs Band sonor und einnehmend.
Ein gelungenes Konzept ist das und gleichzeitig ein Beweis, dass es auch bei günstigen DA-Wandlern ganz unterschiedliche Herangehensweisen gibt.
TEAC UD-501 – der Unwirkliche
TEAC UD-501Ich habe mir den TEAC beim Schreiben bis zum Schluss aufgespart, denn das Gerät ist mir nicht ganz geheuer. Der UD-501 ist von exemplarischer Verarbeitungsqualität mit edler Optik und einem sehr professionellen Erscheinungsbild. Er verfügt über je zwei S/PDIF-Eingänge, jeweils RCA und optisch und dazu den asynchronen USB. Dazu bietet er XLR- und RCA-Ausgänge und eine integrierte Stromversorgung. Die Front enthält ein grosses Display, einen Eingangswahlschalter, einen Kopfhörerausgang (6,3 mm Klinke) und einen Volumenregler für den Kopfhörer. Habe ich etwas vergessen? Ja, eine Menu-Funktion ist auch noch dabei.
Der TEAC wandelt alles unter der Sonne bis 32 Bit und 384 kHz Samplingfrequenz. Dazu als einziger DAC im Test DSD 64 und DSD 128. Die Filtercharakteristik des für DSD erforderlichen Tiefpassfilters kann via Menu gewählt werden, ganz nach Geschmack. Als teuerster Kandidat im Feld schlägt er mit 1090 CHF zu Buche. Dazu habe ich nur eine Frage: Wie ist es möglich so ein Gerät für 1090 CHF Endkundenpreis zu bauen, wenn ich mir daraus ungefähr die Herstellungskosten ableite? Gewiss, der TEAC wird in China hergestellt, es erstaunt aber trotzdem.
Der Hörtest war ein Fest sondergleichen. Der TEAC klang extrem dreidimensional, klangrein, sauber, präzise und feingliedrig. Er klang irgendwie auch teuer. Mit DSD Material (Opus3 Showcase) entstand ein tolles Live-Gefühl dank einem Schlagzeug, welches gnadenlos attackierte. Alles war völlig stimmig und auch unterbewusst packend und einnehmend. Es kam dieses schwere Gefühl des audiophil motivierten Sitzenbleibens auf.
Ohne abgebrüht erscheinen zu wollen: Diese Qualität habe ich schon gehört, aber das waren andere Preisschilder. In diesem Sinne ist der UD-501-B ein klarer Überflieger und darum eben ein wenig unwirklich.

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