TESTBERICHT
Monitor Audio Silver 200 G7.Monitor Audio Silver 200 G7.

Monitor Audio ist einer der traditionelleren englischen Lautsprecherhersteller, der immer wieder mit Innovationen den Markt belebt hat. So haben die Entwickler von Monitor Audio schon 1985 die erste Aluminium-Hochtonkalotte auf den Markt gebracht. Aus meiner Sicht der noch grössere Schritt war, dieses Metall auch im Tiefmittelton-Bereich einzusetzen. Dies geschah erstmals 1989 mit dem C-CAM-Tiefmitteltöner.

Metall glänzt nicht gerade mit hoher innerer Dämpfung und hat eine ausgeprägte Eigenschaft zu resonieren, was eigentlich für ein Membranmaterial nicht ideal ist. Auf der anderen Seite bietet Aluminium dafür ein meist bis zur ersten Membranresonanz hin ein nahezu fehlerfreies Verhalten. Und wenn die Resonanz rund eineinhalb bis zwei Oktaven oberhalb des Einsatzgebietes liegt, überwiegen die Vorteile.

Und hier liegt die Kunst, mittels Membrangeometrie, Dicke und Anodisieren, dies zu erreichen. Liegen die ersten Resonanzen z. B. bei 5 kHz, kann der Tiefmitteltöner bis rund 2,5 kHz eingesetzt werden. Bei klassischen 25 bzw. 26 mm Alu-Kalottenhochtönern liegen diese Resonanzen meist über 25 kHz, was sich in der Praxis als klangunschädlich erweist. In diesem Bereich haben wohl die wenigsten Hersteller so viel Erfahrung und Know-how wie die Engländer.

Schaltungstechnik

Test-Anlage

Bei diesen Vollverstärkern im gehobenen Einsteiger-Segment bis an die High End-Pforte darf man praktisch ans Werk gehen. Als Quelle diente mir der aktuelle CD-S7DAC von Vincent. Die W5-Monitore von Boenicke Audio sind hervorragend musikalisch, zudem leistungshungrig und sie verschwinden akustisch völlig im Raum. Sie spielten dank vorhandenen Vorverstärker-Ausgängen mal mit, mal ohne dem aktiven UNO-Subbass von WLM, bei 60Hz angekoppelt nottabene. Die Geräte stehen auch preislich in Relation zu den daran getesteten Vollverstärkern.

Musik für die Klangbeurteilung

Man verzeihe mir, wie immer auf sog. audiophile Perlen verzichtet zu haben:

“Johnny Cash with his hot and blue guitar“:  Eine ergreifende Mono-Aufnahme von JC’s Bariton und einer selten so eindrücklich eingefangenen Fender-Telecaster.

„Handel – Renée Fleming“: Flemings Händel-Album wurde oft als zu trivial kritisiert, doch ihre Stimme ist eine Erleuchtung.

„Beethoven Complete Sonatas & Variations“: Pieter Wispelwey und Dejan Lazic, Violoncello und Klavier. – Umwerfend.

Vincent SV-237: by Frank Blöhbaum

Die Silver Serie ist in fünf verschiedenen Gehäuseausführungen erhältlich.Die Silver Serie ist in fünf verschiedenen Gehäuseausführungen erhältlich.

Wie klingts?

Die zweite Hauptaufgabe des Lautsprechers, nebst schön auszusehen, ist natürlich der gute Klang. Denn wir möchten ja in eine andere Welt hineinversetzt werden – raus aus dem Alltag, rein in die musikalische Matrix. Mal hören, in welche Welt uns die 200 7G bringt.

Jazzige Sachen kommen unaufgeregt, ohne zu verfärben, direkt und ungeschminkt; sie verleiten den Fuss schon mal leicht zum Wippen. Das ist kein schlechtes Zeichen. Modernerer Musik wie Elektropop verleiht die Silver den notwendigen Drive und bietet je nach Wandabstand auch unten herum einiges, trotz der relativ schmalen Gehäuses.

Allgemein ist die Silver 200 G7 sehr neutral abgestimmt, sowohl Frauen- wie auch Männerstimmen kommen rein und glaubwürdig daher. Limits? Ja, die gibt es auch, aber da muss man schon sehr laut aufdrehen. Doch dafür gibt es ja grössere Modelle wie die Silver 300 oder 500, welche dann mit je zwei 7-Zoll- bzw. 8-Zoll-Basschassis bestückt sind.

Zusammengefasst darf man sicher sagen, dass die Silver 200 ein sauber designter Lautsprecher ist, optisch wie auch klanglich.

Hoch- und Tieftöner werden mit einer einzigen, massiven Schraube von hinten am Gehäuse befestigt.Hoch- und Tieftöner werden mit einer einzigen, massiven Schraube von hinten am Gehäuse befestigt.

Fazit

Die Briten setzen mit der Silver Serie die lange Tradition der mit Metallmembranen bestückten Lautsprecher erfolgreich fort. Unser Testpärchen Silver 200 konnte uns bezüglich Verarbeitung und Optik sowie auch mit dem ausgeglichenen Sound überzeugen.

Angesichts des Verkaufspreises von deutlich unter CHF 2000 pro Paar darf man hier bedenkenlos zuschlagen. Die grosse Gehäusevielfalt und die Möglichkeit, weiter auf ein Surroundsystem auszubauen, unterstreichen diesen Sachverhalt zusätzlich.

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