TESTBERICHT
Test Aktivlautsprecher Elac AIR-X 403Test Aktivlautsprecher Elac AIR-X 403

Neuland mussten die Elac-Ingenieure bei der Entwicklung der AIR-X-Reihe nur zum Teil betreten. Bietet die Kieler Lautsprecher-Manufaktur doch seit geraumer Zeit Aktivmonitore an, die zum Besten in ihrer Kategorie gehören. Zum AM180 (sie denTest "Surchoix" in avguide.ch) hat die von uns ausprobierte AIR-X 403 – neben einigen Gemeinsamkeiten – auch gehörige Unterschiede aufzuweisen.

Aktivierte BS 403

Der AMT verwendet eine lamellenartig gefaltete Membran, die sich analog zu den Musikschwingungen wie eine Ziehharmonika zusammenzieht und wieder ausdehnt. Dabei wird die Luft in Form von Schallwellen aus den Falten herausgepresst und beschleunigt: Bezogen auf eine definierte Fläche kann die Membran deutlich mehr Luft in Bewegung versetzen als die plane Folie eines Bändchens oder Magnetostaten. Nicht nur der Wirkungsgrad profitiert davon; Air Motion Transformer zeichnen sich zudem durch sehr geringe Verzerrungen sowie überlegene Fein- und Grobdyamik aus. Hörtests beweisen immer wieder, dass mit AMTs eine mühelose und anspringende Hochtonwiedergabe realisiert werden kann. So hat auch schon das Vorgängermodell JET 3 von Elac seine Meriten hinlänglich unter Beweise gestellt; der neue JET 5 ist noch tiefer ankoppelbar und soll insgesamt pflegeleichter sein.

Kristalliner Tief/Mitteltöner

Lichtstark ist das Leica-Objektiv 1:1,4-2,3/24-90 mm mit Bildstabilisation (Power O.I.S.). Wie bei den Vorgängermodellen (LX2, LX3 und LX5) besitzt das Objektiv einen Schalter, über den sich jederzeit schnell das Seitenverhältnis umstellen lässt. Zur Wahl stehen - wie bei allen aktuellen Panasonic-Modellen (dort aber jeweils übers Menü einstellbar) - die Formate 4:3, 3:2, 16:9 und 1:1. Neu hingegen ist der bereits erwähnte Blendeneinstellring am Objektiv.

Die Kamera besitzt einen zuschaltbaren Graufilter (Neutral Densitiy-Filter), um den Lichteinfall unabhängig oder zusätzlich zur Blende zu reduzieren. Sie besitzt einen ausklappbaren Blitz sowie eine Zubehörschuh (z.B. für starken Aufsteckblitz oder einen (elektronischen) Sucher wie den LVF2 mit 1,4 Millionen Bildpunkten). Der eingebaute LCD hat eine Diagonale von 7,5 cm und besteht aus 920'000 Punkten. Eingebaut ist auch ein Stereomikrofon.

Die Kamera schiesst Serienbilder mit bis zu 11 fps (maximal 12 JPEGs in Folge) oder 5 fps mit kontinuierlichem AF. Ein Highspeed-Modus schafft 60 fps bei reduzierter 2,5-Mpx-Auflösung. Fotos können als JPEG- und/oder RAW-Dateien auf die SD-Karten gespeichert werden. Der Akku sollte für 330 Fotos reichen. Die Kamera wiegt betriebsbereit rund 300 Gramm und passt in eine Jackentasche, da ihr Objektiv in ausgeschaltetem Zustand nur wenig hervor steht.

Kompaktkamera mit WLAN: Lumix -DMC-SZ5

Die 140 Gramm leichte Kompaktkamera besitzt ein 10faches Zoom (3,1-5,9/4,5-45 mm, entspricht KB 25-250 mm), einen 14-Mpx-Sensor und einen 7,5 cm-LCD mit 230'000 Punkten. Die Kamera schiesst JPEG-Fotos und 720/25p-Videos im MP4-Format. Die Kamera nutzt einen LiIon-Akku für 250 Fotos, der über die USB-Schnittstelle geladen wird.

Die SZ5 gibt es in der Schweiz nur in der Farbe Schwarz. Das abgebildete weisse Modell wird hierzulande nicht eingeführt.Die SZ5 gibt es in der Schweiz nur in der Farbe Schwarz. Das abgebildete weisse Modell wird hierzulande nicht eingeführt.

Die Spezialität der SZ5 ist ihr integriertes WLAN/Wi-Fi (IEEE 802.11 b/g/n), womit Bilder zum PC oder zu einem anderen Geräten übertragen werden können. Besonders interessant ist aber die Möglichkeit, die Kamera von einem Smartphone oder Tablet aus fern zu bedienen (zoomen, auslösen etc.). Dazu lassen sich das Sucherbild und nach der Aufnahme ebenso die geschossenen Bilder auf dem Display des Gerätes anschauen. Ebenfalls kann der GPS-Empfänger des Handys oder Tablets verwendet werden, um Fotos in der Kamera mit den Koordinaten des Aufnahmeortes zu versehen (Geo-Tagging). Die nötige App gibt es von Panasonic gratis für die Betriebssysteme Apple iOS und Android.

Bridge-Kameras mit 24x Superzoom: Lumix FZ200 und FZ62

Elacs neu entwickeltes AIR-X-System offeriert an der Rückseite der Box eine ganze Reihe von winzigen Kippschaltern (sogenanntes Mäuseklavier), mit denen sich die AIR-X 403 für unterschiedliche Einsatzzwecke konfigurieren lassen. So kann man mittels zweier Schalterkombinationen definieren, ob sie wandnah oder frei im Raum und bei wohnraumtypischer Hördistanz oder im Nahfeld zur Anwendung kommen. Daraus ergeben sich vier wählbare Entzerrungen: Nahfeld/wandnah, Nahfeld/wandfern, normale Hördistanz/wandnah, normale Hördistanz/wandfern. Damit dürften viele Anwender – insbesondere auch professionelle, welche die Boxen als High-End-Abhörmonitore einsetzen möchten – auf ihre Kosten kommen.

Zusätzlich lassen sich die Bässe und Höhen je um 2 dB anheben. Interessant ist die dynamische  Loudness-Funktion, die den Frequenzgang bei kleiner Lautstärke hörgerecht  entzerrt. Dies realisieren die Elac normgerecht (ISO 226), weil der DSP eine definierte Korrelation vom Eingangssignal zum effektiven Schallpegel herstellen kann. Die Loudness ist sinnvollerweise auch per Fernbedienung über die optionale Wireless-Basis zu- und abschaltbar und sorgt für ein volleres Klangbild bei moderatem Hörpegel.

Nicht zuletzt definiert man per Mäuseklavier auch, wenn die AIR-X 403 ohne optionale AIR-X BASE betrieben werden soll. Dann wird die Lautstärke auf einen festen Wert eingestellt. Dies ist erforderlich, wenn man die Elac als „ganz normalen“ Aktivlautsprecher an einem Mischpult oder Vorverstärker anschliessen möchte. Eine Ein-/Ausschaltautomatik sorgt hierbei dafür, dass man nicht jedes Mal den Netzschalter auf der Rückseite der Box von Hand betätigen muss. Da die Eingangsimpedanz (< 8 kOhm) relativ niedrig ausgelegt ist, empfehlen sich Spielpartner mit niederohmigen Ausgangsstufen (<100 Ohm) sowie kurze, hochwertige Anschlusskabel.

Bridge-Kameras wie die abgebildete FZ200 sind mit ihrem Superzoom so etwas wie ein Schweizer Armeesackmesser unter den Fotokameras.Bridge-Kameras wie die abgebildete FZ200 sind mit ihrem Superzoom so etwas wie ein Schweizer Armeesackmesser unter den Fotokameras.
Die optionale AIR-X BASE mit Stromversorgung über ein Steckernetzteil offeriert vier umschaltbare Anschlüsse, darunter einen analogen Cinch-Eingang. Eingang 2 ist für einen optionalen Bluetooth-Dongle, Eingang 3 kann analog oder digital genutzt werden. Die optionale AIR-X BASE mit Stromversorgung über ein Steckernetzteil offeriert vier umschaltbare Anschlüsse, darunter einen analogen Cinch-Eingang. Eingang 2 ist für einen optionalen Bluetooth-Dongle, Eingang 3 kann analog oder digital genutzt werden.

Für 490 Franken Aufpreis ist die AIR-X BASE erhältlich, die aus der aktiven 403 einen Wireless-Lautsprecher macht. Das kleine Kästchen (benötigte Stellfläche lediglich 16 x 9 cm) dient als AD-Wandler/Vorverstärker und verbindet die Boxen kabellos per Funk mit vier wählbaren Quellen. Es verfügt über zwei Analog- und zwei optische Digitaleingänge. Ausserdem wird eine USB-DAC-Funktion geboten, welche die AIR-X-Lautsprecher direkt mit Musik ab einem PC oder Notebook beliefert. Letztere werden über das mitgelieferte USB-Kabel mit der AIR-X BASE verbunden. Der Audiotreiber wird automatisch – per plug and play – installiert und die BASE als Audio-Wiedergabegerät in der Windows-Systemsteuerung aktiviert.

Unser Testgerät offerierte hier im Verbund mit Windows 7- und Windows 8.1-PCs die Optionen 16 Bit/44 kHz und 16 Bit/48 kHz, jedoch nicht 24 Bit. Solche High-Res-Files werden aber über den optischen Digitaleingang entgegen genommen und auch per Funk verlustfrei (24 Bit/48 kHz) an die Boxen übertragen. Optional ist ein Bluetooth-Dongle (für 160 Franken) erhältlich, mit dem die AIR-X BASE Musikfiles ab Handy oder Tablet entgegen nimmt.

Die mitgelieferte Miniatur-Fernbedienung offeriert nicht nur die Quellenwahl und die Lautstärkeeinstellung. Man kann damit drei verschiedene Hörzonen adressieren: Die Aktivboxen besitzen an der Rückseite nämlich einen Wahlschalter, mit dem sie einem von drei Räumen zugeordnet werden. Passend dazu verfügt die BASE über drei wählbare Funkwege, womit sich drei AIR-X-Boxenpaare individuell mit einer beliebigen angeschlossenen Quelle versorgen lassen. In einer Kombination aus AIR-X BASE und bis zu drei AIR-X-Boxenpaaren ist so ein echtes Mehrraumsystem realisierbar, zumal die Funkverbindung auch Wände durchdringt.

Möglich wird dieses Szenario erst dadurch, dass jede Box einen IR-Empfänger eingebaut hat, denn die Infrarot-Fernbedienung funktioniert ja nicht durch Wände hindurch. Konkret benötigt man also für jeden Raum eine zusätzliche Fernbedienung (Preis: 49 Franken). So können die Quelle und die Lautstärke pro Hörzone individuell bestimmt werden. Hingegen braucht man nur eine einzige AIR-X BASE. Diese kann  irgendwo platziert werden, denn sie verfügt über keinen IR-Sensor, sondern kommuniziert bidirektional per Funk mit den AIR-X-Boxen.

Fantastische Räumlichkeit

Ihre hohe Klangkultur verdankt die Box in erster Linie den JET-HochtönernIhre hohe Klangkultur verdankt die Box in erster Linie den JET-Hochtönern

Frisch ausgepackt tönte die AIR-X 403 im Bass und Grundton bereits erstaunlich kraftvoll. Auch die Höhen klangen auf Anhieb schön und in der Linearstellung eher diskret. Schon nach kurzer Einlaufzeit entfaltet die Box eine prächtige Klangkultur, wie man sie sonst nur selten antrifft. Hauptverantwortlich dafür ist der JET-Schallwandler, der sich zweifelsfrei zu den besten Hochtönern der Welt zählen darf. Was er an Feinzeichnung und Obertonglanz in den Hörraum zaubert, ist beeindruckend. Dabei ist die AIR-X 403 gar nicht besonders brillant abgestimmt. Tatsache ist, dass die Höhen viel weniger „heraus stechen“ als bei vielen konventionellen Lautsprechern – zweifellos auch ein Verdienst des digital optimierten Zeitverhaltens. So klingt die Elac sprichwörtlich wie aus einem Guss. Vokalmusik eignet sich sehr gut zur Beurteilung der Natürlichkeit eines Lautsprechers: Die AIR-X geben das charakteristische Timbre sowohl von Frauen- wie Männerstimmen exquisit wieder und lassen die Sänger phänomenal plastisch und dreidimensional im Hörraum erscheinen.

Insbesondere im Nahfeld gehört führt dies zu einem – im positiven Sinn – analytischen Klangbild mit superber Durchhörbarkeit. Hier erweist sich die kompakte Elac als hervorragender Monitor zum Abhören und Beurteilen von Aufnahmen. So offenbart sie minutiös alle Tricks, die der Toningenieur einer Aufnahme verpasst hat, angefangen vom Exciter bis hin zum Halleffekt. Die schaltbare Nahfeld-Entzerrung senkt den Grundtonbereich etwas ab, die AIR-X klingt dann etwas schlanker und weniger vollmundig. Geniesser werden den entsprechenden Kippschalter auf der Rückseite der Box kaum je bemühen. Profis werden diese Klanganpassung jedoch zu schätzen wissen, denn sie entspricht eher dem Mainstream.

Meist genügend Pegelreserven

Frei im Raum gehört, zeigt die Box ein sattes, raumfüllendes Klangvolumen mit tiefreichendem, sehr konturiertem Bass. Die Pegelreserven reichen locker für gehobene HiFi-Lautstärke. Erst bei regelrechten Tieftonorgien greift die digitale Signalverarbeitung dann und wann mal ein und kappt die Pegelspitzen. Dies wird das heimische Einsatzprofil aber kaum je trüben. Wer hier noch deutlich mehr Pegel möchte, kann auf die grössere Schwester AIR-X 407 zurückgreifen, die mehr Verstärkerleistung (3 x anstatt 2 x 75 Watt) und die doppelte Membranfläche anbietet.

Punkto Verfärbungsfreiheit kann man die kleine AIR-X ruhig als Referenz ansehen: Irgendwelche tonalen Eigenheiten lassen sich ihr beim besten Willen nicht vorhalten. Unbestechlich und praktisch ohne Eigenklang gibt sie das musikalische Geschehen wieder. Zusammen mit der sagenhaften räumlichen Transparenz und der losgelösten Wiedergabe, welche diese Box dank DSP-Unterstützung entfaltet, ermöglicht sie ein Hörerlebnis, bei dem die Technik weitgehend hinter der Musik verschwindet.

Interessant war noch der Vergleich zwischen den verschiedenen Betriebsarten: Direkt analog versorgt (über hochwertige XLR-Kabel, ab einem USB-DAC Xonar Essence One) war kein Qualitätssprung hörbar gegenüber der digitalen Wireless-Anbindung. Zumindest wenn man den Toslink-Eingang an der AIR-X BASE benutzte. Diese Anschlussvariante hatte minime, aber hörbare Vorteile gegenüber dem USB- und dem Analog-Eingang. Auch letzterer tönte zwar erstaunlich gut – dafür, dass das Signal extra noch AD-gewandelt werden muss, bevor es auf die Funkstrecke geschickt wird –, dennoch überzeugte der Digitalverbund mit etwas mehr Obertonglanz und einer noch präziseren Spielweise. Auch gegenüber USB hatte die optische Anschlussvariante leichte Vorteile, wobei High-Res-Files selbst auf 16 Bit herunter transferiert immer noch beachtlich Musik machen. 

Fazit

Die Miniatur-Fernbedienung der AIR-X BASE erlaubt u. A. die Quellenwahl und die Lautstärkeregelung.Die Miniatur-Fernbedienung der AIR-X BASE erlaubt u. A. die Quellenwahl und die Lautstärkeregelung.

Da haben die Elac-Ingenieure viel Gehirnschmalz investiert: Die AIR-X 403 überrascht bei näherer Betrachtung mit viel mehr Möglichkeiten, als man sie einem so kompakten, audiophilen Lautsprecher zutrauen würde. Im Verbund mit der AIR-X BASE erweitert sich ihr Einsatzprofil hin zur fast schon kompletten Musikanlage, inklusive Mehrraum-Erweiterungsoption. Profis werden die Box aber auch als klassischen Nahfeldmonitor mit perfekter Durchhörbarkeit zu schätzen wissen. Der Preis von CHF 3580.- (bzw. CHF 4070.- Franken inkl. BASE) erscheint nur auf den ersten Blick etwas hoch: Der Aufpreis von CHF 1390.- bzw. CHF 1880.- gegenüber der passiven Variante (BS 403: Paarpreis CHF 2300.-) bewegt sich in einem durchaus angemessenen Rahmen. Soviel müsste man ja auch für einen hochwertigen Vollverstärker samt DAC einplanen.