Das offizielle Betriebssystem für den Raspberry Pi ist die Linux-Distribution Raspbian. Natürlich gibt es unzählige Ableger und Variationen davon. Darunter auch einige, die speziell für Audio optimiert wurden. Die bekannteste ist sicherlich Volumio.
Das Projekt entwickelte sich in den letzten Jahren enorm. Inzwischen ist Volumio wirklich ausgereift und einfach in der Handhabung. Der Linux-Kernel wurde komplett auf Audio optimiert. Die Wiedergabe ist bitperfekt und wird weitherum für ihre audiophile Qualität gelobt. Volumio unterstützt HiRes PCM und Native-DSD-Audiodateien sowie alle gängigen Netzwerkprotokolle wie UPnP und Airplay.
Über den MyVolumio-Proxy werden die drei HiRes-Streamingdienste Qobuz, Tidal und Highresaudio integriert. Die Nutzung ist allerdings nicht kostenfrei. Die Gebühr von knapp unter 3 Euro monatlich fällt allerdings moderat aus.
Ein enger Kern von Hauptentwicklern ist verantwortlich für die Programmierung von Volumio. Support erhält man im Forum mit einer weltweiten Community von über 300'000 Personen. Dank der Plug-in-Struktur können versierte Nutzer eigene Erweiterungen beisteuern. Das wird auch rege genutzt. In der Plug-in-Sammlung findet sich zum Beispiel eine Spotify-Verknüpfung, eine Roon-Bridge, aber auch Spezialitäten wie eine digitale Raumkorrektur. In der Vielfalt und Offenheit für alle erdenklichen Erweiterungen zeigt sich der Vorteil einer Community-Plattform gegenüber den eher starren Angeboten gestandener Hersteller.

Interessanter Vergleich: Die FT3 und ein Panasonic SD 40 – Camcorder werden zusammen auf eine Fotoschiene geschraubt. Gefilmt werden statische und sehr dynamische Objekte in ein und demselben Format, nämlich AVCHD und Full-HD.
Resultat: Sowohl Camcorder als auch die FT3 liefern bei statischen Motiven annähernd gleiche Brillanz und Schärfe.
Bei bewegten Szenen und vor allem Schwenks zeigt es sich, dass der Camcorder rascher scharf stellen kann und auch bei extremen Kamera-Bewegungen gegenüber der FT3 nie ruckelt. Der Camcorder liegt klar im Vorteil und bietet dazu noch Stereo-Ton. Trotzdem dürfen die Video-Leistungen der FT3 über alles gesehen mit einem „gut“ bezeichnet werden.
Auch sehen Full-HD- und AVCHD-Videos, die mittels Adobe Premier Elements 9 geschnitten und für Hobby-Kollegen auf DVD gebrannt wurden – auch wenn ein Brillanzverlust nicht zu übersehen ist - wirklich gut aus. Glücklich ist, wer schon über einen Blu-ray-Recorder verfügt.
Laut Panasonic-Experten liegen die Qualitätsunterschiede bei dynamischen Szenen daran, dass der CMOS-Sensor des Camcorders schneller ausgelesen werden kann als der CCD-Sensor der FT3. Da bestehen also prinzipielle Unterschiede zwischen einer Fotokamera (die auch filmen kann) und einem Camcorder (der auch fotografieren kann). Doch die Diskussion "CCD kontra CMOS" ist ja bekanntlich voll im Gange.
Videos, die im Gehen aufgenommen wurden, wirken dank verbessertem Bildstabilisator tatsächlich erstaunlich ruhig, wenngleich Auf- und Ab-Bewegungen noch sichtbar sind. Wird die FT3 auf Modellflugkörper montiert, zeigt der Bildstabilisator ebenfalls gute Leistungen, kommt jedoch an windigen Tagen mit starken Turbulenzen an seine Grenzen.
Hart im Nehmen?
Während der Erprobungszeit machte die FT3 des öfteren mit Salzwasser Bekanntschaft und erwies sich bei sorgfältiger Behandlung als wirklich wasserdicht.
Ab und zu kann es vorkommen, dass Aufnahmen seltsam milchig erscheinen. Das liegt praktisch immer daran, dass die Schutzscheibe vor dem Objektiv entweder äusserlich verschmutzt, oder von innen beschlagen ist.
Also vor jeder Aufnahme prüfen, ob die Sicht klar ist. Nur in ganz seltenen Fällen und bei grossen Temperaturschwankungen (Wasser-Luft) trat im Innern des Objektives Kondenswasser-Beschlag auf, der jedoch nach kurzer Zeit an der Wärme wieder verschwand.
Als Clou wurde die FT3 dicht über der Wasseroberfläche unter eine Piper Super Cub mit 2 Meter Spannweite montiert. Sie hatte viel Hochdruck-Spritzwasser zu ertragen und machte fasziniernde Videos aus einer ganz ungewöhnlichen Perspektive.
Heftige Stürze, also ein eigentlicher Crash-Test, wurden nicht durchgeführt. Das brachte ich einfach nicht übers Herz, dieses kleine Wunderwerk aus zwei Metern auf den Boden zu knallen...sorry...
Aber ein kleines Härchen in der Suppe war doch, dass sich bei der Objektv-Umrahmung die Verchromung teilweise ablöste. Nur zu hoffen, dass dies ein Einzelfall ist.

Alle Themen



