TESTBERICHT
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Im Einsatz

Mit dem Öffnen des LC-Displays schaltet man auch gleich den Camcorder ein, und der Objektivschutzverschluss öffnet sich - man ist also sofort «schussbereit»; gegenüber meinen «alten» Sony Camcordern eine logische Vereinfachung, umsomehr als ja kein Sucher vorhanden ist (diese Funktion kann im Menü deaktiviert werden).

Die Play-Modustaste kann nur mit geöffnetem Display aktiviert werden. Zudem befindet sich dort auch der Projektor-Schalter sowie ein Power-aus/ein-Taster, da sich das automatische Ein- resp. Ausschalten auch deaktivieren lässt.

Möchte man nicht Videos sondern Fotos schiessen, kann dies im Videomodus (in 1920 x 1080 px HD-Auflösung, jedoch nicht im 50p Modus möglich) oder per Knopfdruck im Photomodus (volle, im Menü vorgewählte Pixelzahl) erfolgen. Der Fotoauslöser auf dem Gehäuse gleich hinter dem Zoomhebel hat sich bewährt und ist meiner Ansicht nach einem virtuellen Auslöser auf dem Display überlegen.

Da der PJ260 viele Zusatzmöglichkeiten bietet, empfiehlt sich vor dem ersten wichtigen Einsatz nicht nur die Lektüre der Bedienungsanleitung, sondern man sollte unbedingt auch mehrere Testaufnahmen mit und ohne all diese Möglichkeiten machen.

Der PJ260VE liegt gut in der Hand. Alle Hardware-Bedienungselemente sind leicht zugänglich und ergonomisch plaziert. Das Touchscreen LCD-Display reagiert präzis und zuverlässig. Die Menüs für die Einstellungen sind klar gegliedert, gut les- und einstellbar. Die Nachteile des Touchscreens (störende Fingerabdrücke je nach Lichteinfall, zu wenig Kontrast bei heller Umgebung) konnte auch Sony nicht verhindern, und es gab Situationen, in denen ich den Sucher und das «gute, alte Drehradmenü» vermisste. Doch im grossen und ganzen erhält die Bedienung gute Noten.

In den meisten Fällen wird der Durchschnittsuser die Automatik benützen, doch ist es gut zu wissen, dass der PJ260VE diverse manuelle Einstellungen zulässt und Funktionen wie Gesichtserkennung, Smile Shutter, Tracking-Fokus u.a.m. bietet.

Ein direkter Vergleich der Bildqualität aller fünf HD-Videoformate auf einem grossen Plasmaschirm betrachtet ergab auch aus nächster Nähe nur kleine, teilweise gar keine sichtbaren Unterschiede. Theoretisch müsste 50p wesentlich besser wirken als 50i, da die Datenmenge rund doppelt so gross sein muss (50 Vollbilder gegenüber 50 Halbbildern), doch war die Erkennungstrefferquote (bei Tageslicht-Aussenaufnahmen) mit 50% statistisch gleich null, auch bei extremen (normalerweise nicht empfehlenswerten) Schwenks sahen nur die Hälfte meiner Hilfsprobanten Unterschiede. Wenn man den Nachteilen von 50p Rechnung trägt - grössere Datenmenge, höhere Anforderungen an Computer-Hard- und Software bei der Nachbearbeitung, auf Blu-Ray gebrannt nur auf den neusten Playern abspielbar (Details weiter unten), sind die 50i Formate idealer und qualitativ immer noch ausgezeichnet (zumindest momentan, denn das noch wesentlich höher auflösende Formate 4K ist schon in der Pipeline für den Consumerbereich).

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