TESTBERICHT
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Heisser Klangtipp

Neues Kleid: Der Rega Elicit MK5 zeigt ein apartes, durchaus edel wirkendes Erscheinungsbild mit abgesetzter Frontplatte.Neues Kleid: Der Rega Elicit MK5 zeigt ein apartes, durchaus edel wirkendes Erscheinungsbild mit abgesetzter Frontplatte.

Wer über gar kein Heimnetzwerk verfügt (beispielsweise in der Ferienwohnung), kann den Zeppelin über eine Bluetooth-Verbindung zur Musikwiedergabe nutzen. Ebenso ist es möglich, Musik direkt ab einem Handy über Bluetooth zu hören, selbst wenn der Zeppelin bereits im Netzwerk integriert ist. Bis zu acht Handys lassen sich zusätzlich paaren. So können Besucher schnell mal ein paar Musiktracks über den Zeppelin wiedergaben, ohne die Music App extra zu installieren.

Der neue Zeppelin ist für die Alexa-Sprachsteuerung vorbereitet («alexa built-in»). Dazu verfügt er über eingebaute Mikrofone, und er lässt sich via Bowers & Wilkins Music App mit einem Amazon-Konto verknüpfen. Der Zeppelin besitzt eine Sprachdienst-Taste auf der Oberseite, mit der sich die Mikrofone problemlos (langer Tastendruck) muten lassen. Der rot leuchtende LED-Balken unterhalb des Bowers & Wilkins-Logos lässt die Stummschaltung klar erkennen. Wenn der Amazon-Account verknüpft ist, beantwortet der Zeppelin (nach Verlautbarung des Trigger-Worts «Alexa») dann auch Fragen zum Wetter und es können via Amazon (TuneIn) Radiostationen per Wortlaut direkt aufgerufen werden.

Am Gerät finden sich die wichtigsten Tasten, so etwa für die Einstellung der Lautstärke und Play/Pause. Der Zeppelin ist zudem für die Alexa-Sprachsteuerung vorbereitet.Am Gerät finden sich die wichtigsten Tasten, so etwa für die Einstellung der Lautstärke und Play/Pause. Der Zeppelin ist zudem für die Alexa-Sprachsteuerung vorbereitet.

Die tollen Aufnahmen gibt es nun in 24 Bit/88,2 kHz remastert, sowie auch als Doppel-LP (in 180 g Vinyl). Letztere hatten wir für diesen Hörtest leider nicht zur Verfügung, aber auch die gestreamte Version ab Qobuz hat es in sich: Toller Swing, enormer Drive und der Eindruck unmittelbarer Livehaftigkeit – das britische Lautsprecher-Verstärker-Trio liess keinen Moment lang die Vermutung aufkommen, die Aufnahmen aus der ersten Hälfte der 70er-Jahre hätten «bloss» historischen Charakter.

Auffällig waren der wunderbar perlende Diskant des Flügels, der druckvolle, tiefreichende Bass und die schönen Klangfarben der Jazz-Gitarre. Die Studio-Aufnahme ist zwar etwas vordergründig abgemischt, die charmante Nahzeichnung gefällt dank authentischem Timbre der Einzelinstrumente jedoch ausnehmend gut. Klar war, dass der Rega-Vollverstärker wesentlich zu dieser tollen Klangvorstellung beitrug.

Vivaldi hat Zeit seines Lebens nie eine «grosse» Messe komponiert. Paul Agnew hat eine solche jedoch aus Einzelwerken kompiliert und mit Les Arts Florissants packend inszeniert.Vivaldi hat Zeit seines Lebens nie eine «grosse» Messe komponiert. Paul Agnew hat eine solche jedoch aus Einzelwerken kompiliert und mit Les Arts Florissants packend inszeniert.

Dies wurde auch bei klassischer Musik deutlich: So etwa bei der fantastischen Neuaufnahme sakraler Werke von Vivaldi mit Les Arts Florissants. Auf «The Great Venetian Mass» wurden diverse Kirchenmusik-Kompositionen zu einer virtuellen grossen Messe kompiliert. Die Kombination von Spendor-Lautsprechern und dem Elicit MK5 inszenierte diese in andächtiger, unter die Haut gehender Stimmung bei sehr schöner räumlicher Abbildung. Solisten und Einzelinstrumente sind klar herauszuhören und präzise lokalisierbar – dennoch sind sie bestens ins harmonische Miteinander eingeflochten. 

Wer etwa Händels Wassermusik oder Alceste liebt, wird auch dieses Album mit Musik von Purcell und Kusser mögen.Wer etwa Händels Wassermusik oder Alceste liebt, wird auch dieses Album mit Musik von Purcell und Kusser mögen.

Eine farbenprächtige Inszenierung mit viel Sinn für feinste Zwischentöne offenbart auch das hörenswerte Album «The Hibernian Muse» mit barocken Werken von Purcell und Kusser, die eigens für ein irisches Publikum komponiert wurden. Diese tolle Aufnahme vom Label Linn bereitet – über die Spendor A7 und den Rega Elicit MK5 gehört – enorm viel Spass und zeigt, dass vitale und dynamische Wiedergabeeigenschaften und authentische Klangfarben gerade auch bei «klassischer» Musik von entscheidender Bedeutung sind.

Um die Qualität des integrierten DA-Wandlers beurteilen zu können, wurde der famose Teac UD-701N (Test nachzulesen hier) zum Klangvergleich herangezogen. Erwartungsgemäss generierte der wesentlich teurere Stand-alone-DAC noch etwas mehr an räumlicher Transparenz; punkto Timbre und Schönheit des Klangs konnte die im Elicit MK5 integrierte Lösung jedoch erstaunlich gut mithalten. Sie punktete mit ihrem ausgesprochen harmonischen «analogen» Charakter.

Zeitlos aktuelles Blues-Rock-Album neu gemastert: «Strong Persuader» von Robert Cray.Zeitlos aktuelles Blues-Rock-Album neu gemastert: «Strong Persuader» von Robert Cray.

Dies wurde zu guter Letzt auch im (immer wieder spannenden) Vergleich analog zu digital deutlich: Das Album «Strong Persuader» von Robert Cray (aus dem Jahr 1986) gehört auf Vinyl zu den All-Time-Favorites des Autors. Nun wurde es remastert und wird auch in 24 Bit/192 kHz zum Streamen angeboten. Wie so oft bringen remasterte Aufnahmen zwar ein Mehr an Auflösung und Details. Die Frage ist jedoch, ob das dem «Original»-Charakter eines Albums noch gerecht wird. Die HiRes-Version zeigte über den Teac gehört zwar eine fantastische Durchhörbarkeit, die akzentuierte Hochtonzeichnung der Neuabmischung wirkte aber etwas aufdringlich und verlieh der Wiedergabe fast schon einen artifiziellen Beigeschmack.

In der Vinyl-Version über den Phono-Eingang des Elicit MK5 gehört, war die Welt wieder in Ordnung. Genau so soll diese Aufnahme tönen: viel Drive, wunderbare Klangfarben und eine emotional packende Gangart, die unter die Haut geht. Blieb noch die bange Frage zu beantworten, ob der Rega über den Digitaleingang dem Originalklang näher kommen würde. Und tatsächlich: Der besondere «Groove», den «Strong Persuader» von Robert Cray auszeichnet, kam über den Elicit MK5 in der remasterten Version fast genauso authentisch rüber wie beim Anhören der Schallplatte. Zwar durchaus eindringlich und rhythmisch treibend, aber immer mit einem angenehm «analogen» Beigeschmack. Da hatten die Rega-Leute wieder einmal ein goldenes Händchen bei der Klangabstimmung.

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