Formation Audio gefällt mit kompakten Abmessungen und harmonischem Design.Formation von Bowers & Wilkins ist ein neues System zur kabellosen Musikwiedergabe in verschiedenen Wohnräumen. Formation baut dafür ein eigenes Wireless-Netzwerk auf: «Mesh» ist von Heim-WiFi unabhängig und zeichnet sich durch HiRes-Tauglichkeit sowie minimen Zeitversatz auch beim Mehrraumbetrieb aus. Das Formation-Portfolio beinhaltet derzeit den TV «Bar», den Standalone-Lautsprecher «Wedge», den Aktivsubwoofer «Bass» sowie die Aktivboxen «Duo» (Test: hier). Bis auf den Bar werden alle Komponenten ausschliesslich übers Netzwerk – entweder kabellos oder via Ethernet – angesteuert. Herkömmliche Analog- oder Digitaleingänge sucht man bei Duo, Wedge oder Bass vergeblich.
Hier kommt der Formation Audio ins Spiel: Er verbindet die drei Netzwerk-Bausteine mit kabelgebundenen HiFi-Komponenten. Ein Beispiel: Wer bereits über einen Audio-Server oder über einen Netzwerkspieler verfügt, kann diesen entweder über ein optisches Digitalkabel oder analog via Cinch-Eingang mit dem Formation Audio verbinden. Dieser leitet das Signal dann kabellos und verzögerungsfrei über das Mesh-Netzwerk an die Formation Duo, Wedge und Bass weiter.
Ebenfalls ist es möglich, eine analoge Quelle ins Mesh-Netzwerk einzubeziehen und so beispielsweise einen Tuner oder einen Plattenspieler (mit zusätzlichem Phono-Vorverstärker) in ein Mehrraumsystem einzubinden. Das via Cinch eingespeiste Analogsignal wird im Formation Audio mit 24 Bit / 96 kHz digitalisiert und in HiRes übers Mesh-Netzwerk zu anderen Formation-Komponenten gestreamt. Diese können im gleichen Raum oder in anderen Räumen stehen.
Mit Formation Audio kann man auch einen Plattenspieler direkt ins Netzwerk einbinden, vorausgesetzt, dieser verfügt über einen eingebauten Phono-Vorverstärker.Der Hub kann aber noch mehr: Man kann ihn dazu nutzen, Musik aus dem Internet bzw. Streaming-Dienst- oder Cloud-basierte Musik digital oder analog an eine beliebige Wiedergabekomponente (Verstärker, Receiver, Stereo-Anlage, DAC) auszugeben. Ein Beispiel: Jemand hat seine Musiksammlung auf einem NAS oder einem PC, bzw. möchte über Letzteren Musik ab Internet auf die Anlage im Wohnzimmer streamen. Das NAS bzw. der PC steht aber meist nicht im Wohnzimmer, sondern im Home Office, wo eine potenzielle Geräuschkulisse keine Rolle spielt und wo die mehr oder weniger unschönen Gerätschaften aus dem Weg sind.
Hier kommt Formation Audio zum Zug: Er übernimmt im Zusammenspiel mit einer Musikverwaltung wie Roon das ab NAS oder PC via Netzwerk gestreamte Musiksignal und gibt es analog oder digital an Stereo-Anlage, Receiver oder DAC weiter. Wichtig dabei: Die Auswahl aus der digitalen Musiksammlung erfolgt – ebenso wie die Navigation durch Online-Musikportale – bequem via Roon-App, mittels Smartphone oder Tablet. So lässt sich die Musikwiedergabe ab einem Audioserver oder ab Internet auch über nicht vernetzbare Audio-Endgeräte realisieren.
Formation Audio erlaubt vielfältiges Streaming in ein bestehendes Audiosystem.Weitere Einsatzszenarien für Formation Audio eröffnen sich im Zusammenspiel mit Bluetooth- oder Airplay-kompatiblen Handys oder Tablets. Bluetooth eröffnet eine direkte Wireless-Verbindung und gibt Musik ohne Umweg übers Heimnetzwerk vom Portable-Gerät wieder. Je nach Bluetooth-Standard ist die Klangqualität befriedigend bis gut oder sogar sehr gut. Formation von Bowers & Wilkins unterstützt nicht nur AptX (was annähernder CD-Qualität entspricht), sondern auch AptX HD, womit sich Musik in HiRes direkt ab dem Handy streamen lässt.
iOS-Geräte mit Airplay nutzen das Heimnetzwerk zur Musikübertragung. AirPlay überträgt «lossless», also ohne Datenreduktion. Die Wiedergabe sowohl von Airplay wie von Bluetooth über Formation Audio gestaltet sich sehr einfach: Das Handy bzw. das Tablet erkennen es als Audioausgabegerät und streamen darüber in der bestmöglichen Qualität.
Partner-Apps
Zur Inbetriebnahme von Formation Audio (wie auch aller anderer Formation-Bausteinen) benötigt man Bowers & Wilkins «Home App» (erhältlich für iOS und Android). Sie ermöglicht die Installation und Verwaltung verschiedener Musikzonen und damit den Betrieb eines Mehrraumsystems, beinhaltet derzeit aber nur eine rudimentäre Software für die Musikwiedergabe. Als diesbezügliche Ergänzung setzt B&W deshalb – nebst Airplay und Bluetooth – auf Kompatibilität mit Roon und Spotify Connect.
Roon ist eines der besten Musikverwaltungsprogramme. Es erkennt Formation Audio als Wiedergabegerät.Für die praktische Erprobung von Formation Audio setzten wir Roon ein. Es ist eines der besten Programme für die Verwaltung und Wiedergabe der Musiksammlung über das Heimnetzwerk. So hat es die bekannten Musikdienste Tidal und Qobuz bereits nahtlos eingebaut. Ausserdem offeriert es umfangreiche Audio-Tools, u. a. ein DSP mit parametrischen Equalizern sowie eine ausgefuchste digitale Lautstärkeregelung, die auf ein «64-Bit-Floating»-Verfahren setzt und mittels Dithering (Verbesserung des Kleinsignalverhaltens durch Einfügen von digitalem Rauschen) einen Qualitätsverlust bei der Pegelreduzierung vermeiden möchte. Im Zusammenspiel mit einem Roon-zertifizierten Endgerät mit 24-Bit-DAC wie dem Formation Audio kann man theoretisch die Lautstärke um bis zu 48 dB reduzieren, bevor rechnerisch ein Auflösungsverlust eintritt.
Roon benötigt einen «Core», der entweder auf einem PC (Windows/Linux), MAC, QNAP/NAS installiert wird, oder einen dezidierten Roon-Nukleus-Audio-Server, von wo aus die Software auf eine Formation-Komponente – in diesem Fall Formation Audio – als Endgerät zugreifen kann. Wer Roon verwenden möchte, muss dafür eine Jahreslizenz für rund CHF 130 oder eine lebenslange Freischaltung für rund CHF 500 erwerben. 14 Tage Probezeit gibt es gratis.
Formation Audio verfügt über zwei Eingänge und zwei Ausgänge. Man kann ihn wahlweise per WiFi oder über Ethernet ins Netzwerk einbinden.Ausprobiert
Die Erstinstallation und Einbindung von Formation Audio im Heimnetzwerk erfolgt via Bluetooth. Die Home-App von Bowers & Wilkins findet die Komponente auf Anhieb. Nun kann man seinem Standort einen Raumnamen als Hörzone zuweisen – wichtig für den Fall, dass man noch weitere Formation-Geräte verwenden möchte. Zum Musikhören startet man nun den Roon Core und wählt Formation Audio als Wiedergabegerät aus. Hat man erst mal eine Playlist erstellt, verwendet man für die Navigation normalerweise die App Roon Remote, innerhalb derer auch das Cover und Infos zur laufenden Aufnahme und zu den Interpreten angezeigt werden. Mit der Roon-Remote-App lässt sich natürlich auch die Lautstärke einstellen.
Auch die Home-App von Bowers & Wilkins zeigt das Album-Cover an. Ausserdem sind Titelsprung, Play/Pause und Lautstärkeeinstellung möglich.Wechselt man bei laufender Musik zur Home-App von Bowers & Wilkins, findet man auch hier Play/Pause- sowie Skiptasten für den Titelsprung. Sogar das Album-Cover wird angezeigt. Die Lautstärke lässt sich hier ebenfalls einstellen – dies fast noch komfortabler als innerhalb der Roon-App, da der Regelbereich grösser gehalten ist. Die Volumenregelung ist an Roon rückgekoppelt: Das heisst, sie wird von Roon vorgenommen, die Home-App gibt nur den Befehl dazu. Mit der Home-App kann man zudem Bass- und Höheneinstellungen am Formation-Gerät vornehmen.
Formation Audio offeriert einen optischen Digital- sowie einen Analogeingang. Zusammen mit dem gestreamten Signal hat man somit mindestens drei Musikquellen zur Verfügung, die sich via App umschalten lassen. Rechnet man Bluetooth und Airplay hinzu, so sind es sogar deren fünf. Wechselt man vom Roon-Stream auf den analogen oder digitalen Eingang, so geht die Wiedergabe der Playlist beim Roon-Core automatisch auf Pause.
Die wichtigen Funktionen (Lautstärke, Play/Pause, Volumen) sind auch manuell direkt am Formation Gerät vorzunehmen. Einzige Ausnahme: Man kann zwar vom Stream auf den Digital- oder Analogeingang umschalten, indem man die zentrale «Formation»-Taste nacheinander drückt. Möchte man zurück zur Roon-Wiedergabe, muss diese per App wieder aktiviert werden. Sie spielt dann dort weiter, wo sie per Pause zuvor unterbrochen wurde.
Mit Formation kann man ein Mehrraumsystem aufbauen: Hat man mehrere Hörzonen mit Formation-Geräten (beispielsweise Wedge oder Duo) ausgestattet, erlaubt die App die Regelung der Gesamtlautstärke für alle Hörzonen sowie eine individuelle Einstellung für einzelne Zonen. Manuell funktioniert das ebenfalls ganz prächtig: Wenn beispielsweise über Formation Audio im Wohnzimmer Musik gehört wird, kann man in einen anderen Raum gehen und die dort platzierte Formation-Komponente per Tastendruck zu Wiedergabe der gleichen Musik bewegen. Man gewinnt somit die Möglichkeit, kabelgebundene Quellen wie einen CD-Spieler oder einen Tuner auch in anderen Räumen zu hören.
Mit Formation Audio lassen sich entfernte Quellen ins Formation Netzwerk einbinden.Klangqualität und Fazit
Alles in allem sehr überschaubar: Inbetriebnahme und Bedienung von Formation Audio verlaufen problemlos. Die Steuerung erfolgt bequem am Gerät oder via App. Die Home-App von Bowers & Wilkins ist zurzeit eigentlich mehr ein Werkzeug zur Installation, Zonensteuerung und Eingangsumschaltung. Dafür arbeitet sie nahtlos mit Roon zusammen: Die eigentliche Musiksteuerung erfolgt über die Roon-Remote-App. Man kann jedoch davon ausgehen, dass Bowers & Wilkins die Home-App noch deutlich ausbauen wird. Dem Vernehmen nach soll damit u. a. das UPnP-basierte Streamen direkt ab NAS zukünftig möglich werden.
Mit Abmessungen von lediglich 21,5 x 26,3 x 4,4 cm findet der ansprechend gestaltete Formation Audio überall sein Plätzchen.Wahlweise kann man jede Formation-Komponente auch mittels Bluetooth, Airplay und mobilem Softwareplayer mit Musik versorgen. Die beste Klangqualität resultiert aber mittels Streamen in HiRes.
Der im Formation Audio eingebaute 24 Bit / 96 kHz DAC leistet sehr gute Arbeit und gibt HiRes-Aufnahmen differenziert und dynamisch weiter. Im Zusammenspiel mit einem Vollverstärker Cyrus 8.2 DAC und einem Paar Bowers & Wilkins 805D3 resultierte eine sehr stimmige Wiedergabe mit schönen, warmen Klangfarben und einwandfreier Durchhörbarkeit. Wer noch mehr an Klangqualität aus dem Formation Audio herauskitzeln möchte, kann ihn via Digitalausgang an einen externen DAC anschliessen. Dabei bleibt die App-basierte oder manuelle Lautstärkeregulierung weiterhin möglich.
Positives gibt es auch über den Analogeingang zu berichten. Nennenswerte Verluste an Klangqualität sind dabei nicht zu befürchten. Der dabei eingesetzte 24-Bit-AD-Wandler arbeitet unauffällig, wie unser Praxistest ergab: So dockten wir einen Blu-ray-Universalspieler parallel digital und analog am Formation Audio an. Zwischen den beiden Anschlussvarianten waren eigentlich kaum Unterschiede feststellbar.
Für wen kommt Formation Audio in Frage? Natürlich zuallererst für Besitzer von anderen Formation-Geräten (Duo und Wedge), welche ihre Wireless-Komponenten mit vorhandenen, kabelgebundenen Audio-Quellen nahtlos erweitern möchten. Darüber hinaus ist aber auch ein Anwendungsszenario sehr interessant, bei dem bestehendes Equipment wie etwa Verstärker, DAC oder Aktivlautsprecher mit kabellosem Streaming inklusive Lautstärkeregelung erweitert wird. Genau diese Funktion übernimmt Formation Audio von Bowers & Wilkins.
Sowohl Aktivlautsprecher wie herkömmliches Equipment profitieren von Formation Audio
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