Revox Joy FamilieMit der Joy-Reihe will Revox seit rund eineinhalb Jahren die Erfolgsstory, die das Unternehmen im letzten Jahrhundert mit Kultprodukten wie dem Tonbandgerät A77 schrieb, im digitalen Zeitalter fortsetzen. Streaming übers WLAN oder LAN ist dabei das Zauberwort. Im Mittelpunkt des Systems stehen ein Audio-Server und ein Netzwerk-Receiver. Der Server verwaltet die Musik aus diversen Quellen, die er dann zum Empfänger sendet. Zum Jahreswechsel bekam die Joy-Familie Zuwachs.
Joy Audio Server S37
Optisch bleibt Revox seiner Tradition treu. Ein puristisches Design in mattem Weiss oder Silber mit dunklen Glasblenden ermöglicht den Musikfans die Integration in jedes Ambiente. Klar, dass auch die Lautsprecher darauf abgestimmt sind. Punkto Qualitätsanspruch will Revox nach eigenen Aussagen keinerlei Abstriche machen. «Die gesamte Entwicklung und Produktion», erläutert Marketing-Leiter David Brouwer, «findet in Regensdorf (ZH) und im Werk Villingen-Schwenningen (D) statt.»
Ganz neu auf dem Markt ist der Joy Audio Server S37. Auch dieses Familienmitglied wurde aus Aluminium und Glas wertig und elegant gebaut. Seine Aufgabe ist es, die Inhalte zu liefern. Besitzer einer grossen CD-Sammlung, die ihre Musik schon lange digitalisieren wollten, werden das kleine Kästchen als grosse Hilfe empfinden. Selten war es nämlich so einfach, mit nur wenigen Kenntnissen hochwertige digitale Kopien quasi nebenher zu erstellen.
Nach wenigen Einstellungen, in denen Soundformat und –qualität festgelegt werden, kann man den Silberling einlegen, und schon beginnt der Audio-Server mit dem Kopiervorgang. Nach ein paar Minuten wirft das Gerät die CD aus, und man kann mit der nächsten beginnen. Nebenbei werden die Metadaten online abgerufen, so dass bei der Suche der Songs alle wichtigen Infos in der Datenbank bereits vorhanden sind. Nebst Dateien in FLAC oder WAV lassen sich auch solche in MP3 erstellen.
Die integrierte 500 GByte Festplatte bietet Platz für rund 600 Alben in CD-Qualität oder 1800 in FLAC-Komprimierung. Wer noch mehr Speicherplatz benötigt, kann sein System mit externen Geräten ergänzen. Am einfachsten geht das mit einer USB-Festplatte. Versiertere Nutzer können eine Netzwerk-Festplatte (NAS) ins Heimnetzwerk einbinden, womit Speicherplatz ohne Ende zur Verfügung steht.
Die Musiksammlung auf dem PC kann ebenfalls integriert werden. Auf externen Speichermedien kann man übrigens auch Datensicherungen anlegen - jede Änderung bleibt 30 Tage vorhanden, gelöschte Songs können so schnell und mit wenigen Handgriffen wiederhergestellt werden. Optional steht eine 128 GByte grosse SSD-Festplatte zur Verfügung (grössere Kapazitäten auf Anfrage) – eine ideale Kombination im Zusammenspiel mit einem NAS. Da es gar keine mechanischen Teile mehr gibt, läuft der lüfterlose Server dann absolut geräuschlos.
Für die drahtlose Musikübertragung lässt sich mit dem Audio-Server grundsätzlich jedes netzwerkfähige Abspielgerät nutzen. Voraussetzung dafür ist lediglich, dass es den herstellerunabhängigen UPnP-Standard benutzt. Dieser definiert eine Reihe von standardisierten Netzwerkprotokollen und Dateiformaten und ist daher universell einsetzbar.
Netzwerk-Receiver
Der Revox Joy 118 verfügt nebst LAN, WLAN und USB auch über je einen optischen und einen koaxialen digitalen EingangDie Revox Netzwerk-Receiver S118, 119 und 120 sind genau auf den Server abgestimmt und bieten auf kleinstem Platz einen hervorragenden Sound (siehe den Test des S119 in avguide.ch . Letzterer bietet eine Endstufe mit einer Ausgangsleistung von 2 x 120 Watt RMS und klingt an den beim Test verwendeten Lautsprechern Re:Sound G Elegance hervorragend. Der Benutzer kann für jeden aktuellen Revox-Lautsprecher eine voreingestellte Frequenzkorrektur abrufen, die den Sound an die Position der Boxen im Raum anpasst. Stehen die Lautsprecher an der Wand oder sogar in einer Ecke, wird nicht einfach der Bass reduziert, sondern mit der Einstellung Wall oder Corner ein linearer Frequenzgang angestrebt. Der S119 und S120 empfängt Internet-Radio und andere Soundquellen über WLAN oder LAN, alternativ stehen aber auch sechs Eingänge (je 2 x analog, optisch und koaxial) auch für ältere Geräte zur Verfügung. Dazu bieten die beiden Modelle einen Subwoofer- und einen Pre-Out-Ausgang.
Joy Symphony
Der Joy Symphony ist in Grau mit schwarzen Lautsprechergittern oder komplett in Weiss erhältlichGanz neu auf dem Markt ist der Joy Symphony. In diesem Empfänger sind bereits zwei Coax-Lautsprecher mit 2 x 25 Watt eingebaut, was die Bedienbarkeit erleichtert. Trotz des verhältnismässig kleinen Durchmessers von 108 Millimetern bringt das kleine, mit 7,5 Kilogramm aber nicht ganz leichte Kästchen einen satten Sound. Es eignet sich auch für den mobilen Betrieb, da es neben dem normalen einen 12 Volt Anschluss besitzt. So steht einem Einsatz im Auto oder dem Wohnwagen nichts im Weg. Daneben kann der Joy Symphony als Wecker eingesetzt werden. Praktisch: Die Lautstärke kann direkt am Gehäuse eingestellt werden, Zugriff auf das Favoritenverzeichnis findet man ebenfalls hier, daher kann man sogar aus der Weckfunktion heraus die Favoriten ohne Fernbedienung auswählen. Musikfans können ihre Songs unterwegs direkt von USB-Stick, Tablet oder Smartphone abspielen.
Für alle Receiver steht zusätzlich ein DAB+/FM-Tuner Modul zur Verfügung. Neben Tausenden von Internet-Radiosendern wird das Abspielgerät damit zum UKW- und Digitalradio. Wer auf dieses Modul nicht verzichten möchte, sollte gleich zum entsprechend konfigurierten Gerät greifen, denn eine Nachrüstung ist immer mit einigem Aufwand und Kosten verbunden. Beim DAB+/FM-Tuner Modul kann man persönlich sortierte Senderlisten anlegen, und die persönlichen Lieblingssender können dann in der MyMusic-Liste abgespeichert werden. Diese lassen sich später einfach, sogar aus der Weckfunktion heraus, auswählen. Die Wiedergabeansicht zeigt dem Hörer, in welchem Radioformat er sich befindet. Je nach Sender liefert das Display ausserdem Informationen wie Sendername, Radiotext oder Frequenz.
Fremdfabrikate
Die S208 Fernbedienung bewältigt alle Aufgaben von der Musikauswahl bis zur Konfiguration des Revox JoyDie Besitzer des Joy Audio-Servers müssen aber nicht zwangsweise zu einem der beschriebenen Empfänger greifen. Er bietet neben der direkten Verbindung innerhalb der Joy-Familie die Möglichkeit, die Signale direkt an einen beliebigen Verstärker zu senden, auf Wunsch sogar parallel zum Audiostream. Die Audio-Übertragung erfolgt wahlweise über HDMI, analog oder optisch. Ein ans System angeschlossener Bildschirm liefert die grafische Benutzeroberfläche (GUI), die eine komfortable Steuerung ermöglicht. Eine eigene Smartphone App für den Audio-Server, die für iOS und Android zur Verfügung steht, ist bei Revox auf der Wunschliste.
Sinnvoll ist in jedem Fall die Anschaffung der leider nur optional erhältlichen Fernbedienung S208. Sie ist optisch an das Joy-System angepasst und lässt sich mit bis zu acht Revox-Geräten pairen, bis zu 24 können konfiguriert werden. So kann man beispielsweise Fernseher, die analog ans Joy-System angeschlossen sind, per Infrarotbefehl steuern. Die entsprechende Software bietet eine Infrarot-Datenbank für zahlreiche Modelle, die Tasten können alternativ auch individuell belegt werden. Per Funk werden dagegen Empfänger in anderen Räumen angesprochen. Diese Übertragungstechnolgie kommt ohne Sichtkontakt zum Gerät aus; man kann also das Display im Auge behalten, ohne andauernd möglichst genau auf den Receiver zielen zu müssen.
Pro Fernbedienung können bis zu acht Räume definiert werden, in denen jeweils bis zu vier Geräte über Schnellwahltasten zugeordnet werden können. Das 240 x 320 Farbdisplay unterteilt die Musik in die verschiedenen Quellen wie Radio, USB oder Musik-Server; auf die zuletzt gehörte Musik hat man einen separaten Sofortzugriff.
Preise
Das alles hat natürlich seinen Preis: Der Audio-Server mit der 500 GByte Harddisk kostet 3450 Franken inklusive Suisa-Gebühr, Netzwerk-Receiver sind ab 1200, Joy Symphony für 1470 Franken zu haben. Ein DAB+/FM-Tuner Modul liegt bei 225 Franken, die Fernbedienung S208 ist für 390 Franken erhältlich. Diverse Bundles mit zwei bis drei Geräten sind günstiger als ein Einzelkauf. So gibt es den Revox Joy Symphony inklusive Fernbedienung für 1770 statt 1860 Franken.

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