Die Stromversorgung
Wie man dem vorangehenden Blockschaltbild entnehmen kann, ist das gesamte Konzept ziemlich simpel. Gerade aber die simple Röhrenstufe stellt sehr hohe Anforderungen an die Stromversorgung! Alle Schwankungen auf der Speisespannung werden sehr direkt dem Ausgangssignal hinzugefügt, weshalb die Stromversorgung selbst sehr ruhig (konstant und mit geringem Brumm) sein muss.
Wenn die Ausgangsstufe eine Spannung ausgibt, dann wird der dazu notwendige Strom von der Stromversorgung gezogen, welche dadurch mehr oder weniger ins Wanken gebracht wird. Die Grundfunktion der Stromversorgung besteht darin, aus den 230V Wechselspannung der Steckdose eine saubere Gleichspannung für die elektronischen Schaltungen zu erzeugen. Diese Stromversorgung kann man grundsätzlich passiv oder aktiv gestalten. Aktiv bedeutet hierbei, dass mittels eines Regelsystems die Ausgangsspannung gemessen und nachgeführt/korrigiert wird.
Konkret bedeutet dies, dass eine Art Stromventil mehr geöffnet oder stärker geschlossen wird, wenn mehr respektive weniger Strom benötigt wird. Nun leuchtet es ein, dass eine Regelung immer hinterherhinkt, also dass selbstverständlich erst dann nachgeregelt wird, wenn eine Abweichung bereits vorhanden ist. Das kann sehr gut funktionieren und eine solche Regelung erfolgt typischerweise enorm schnell (viel schneller als ein Audio-Signal). Doch genau dieses ständige Nachregeln kann zu einem unnatürlichen Empfinden führen.
Eine passive Stromversorgung weist keinen Regelmechanismus in diesem Sinne auf. Klanglich hat das – nennen wir es einmal «harmonischere» Verhalten der passiven Stabilisierung – tendenziell die angenehmeren Eigenschaften, da die durch eine aktive Regelung verursachten «Ein- und Aus-Schwingvorgänge» nicht vorhanden sind. Damit jedoch eine passive Stromversorgung ausreichend gut funktioniert, muss diese sehr aufwändig realisiert werden (damit ist nicht komplex, sondern gross, schwer und teuer gemeint).
Misst man eine solche passive Stromversorgung im Vergleich zu einer aktiven, dann fallen die Resultate der passiven in fast allen Belangen schlechter aus. Messwerte sind jedoch stets nur ein Teil der Wahrheit.
Das zeitliche Verhalten von Signalen
Alle Themen


