Da jedes Bild vor dem Chip und der Digitalisierung das Objektiv durchläuft, übernimmt dieses bezüglich Bildqualität eine entscheidende Rolle.
Die Voraussetzung
Eines der wichtigsten Merkmale der JVC GR-DV3000E ist sicher das mächtige Objektiv, welches mit einer Blende f 1.2 sehr viel Licht auf den Chip transferiert. Die Brennweite variiert zwischen 4,5 und 45 mm, was 52 bis 520 mm einer Kleinbildkamera entspricht.Neben diesem 10fachen optischen Zoom würde die JVC Bilder auf digitalem Weg bis zum 300fachen aufblasen. Über die entsprechende „Qualität“ darf man sich allerdings nicht wundern.
Natürlich macht dieser Aufwand nur Sinn, wenn der Chip mithält: Mit einer Diagonale von 1/3.6 Inch (7,05 mm) löst dieser 1,33 Megapixel auf, in der Horizontalen mit 540 Linien.
Beinahe Fotoqualität erreichen die Standbilder, welche real von 640 x 480 bis 1280 x 960 auf die integrierte SD-Card aufgenommen werden. Mit Pixelinterpolation kann die Auflösung gar auf 1600 x 1200 gesteigert werden. Fotoschnappschüsse auf Band bleiben allerdings auf 640 x 480 beschränkt und können im Nachhinein auf die SD-Card überspielt werden.
Viel Komfort bietet sowohl bei Aufnahme als auch bei Wiedergabe der LCD-Farbmonitor mit 8,8 cm Diagonale und sehr gutem, hellem und kontrastreichem Bild. Einzig direkte Sonneneinstrahlung blasst die Farben derart aus, dass keine zuverlässige Kontrolle mehr gewährleistet ist. Hier macht es Sinn, den Farbsucher auszufahren, obwohl dieser nicht so fein auflöst.
Ebenfalls nicht gespart wurde am Akku, denn mit ausgefahrenem Display hält dieser knapp eineinhalb Stunden durch. Im Testbetrieb mit häufigem Ein- und Ausschalten, Zoom, etc. musste er meist erst nach einer Stunde zurück zur Ladestation. Verschiedene Hochleistungs-Akkupacks wären separat erhältlich, welche die Aufnahmezeit (mit LCD-Monitor) auf bis zu siebeneinhalb Stunden ausweiten (Angabe JVC).
Die inneren Werte
Wer vor 3 Jahren einen Musikserver auf den Markt brachte, hatte es prinzipiell leichter: Man nahm oder entwickelte eine funktionierende Mediathek-Software und versprach dem Kunden stetige Verbesserungen mit den kommenden Updates. Die Bananen reiften bei den Kunden. Einige Hersteller verschwanden schon mit dem Update Nummer fünf von der Bildfläche.
Heute sind die Standards für Musikserver deutlich höher. Die Musikhörer wollen bessere, flexiblere und nachhhaltigere Lösungen, die von Anfang an funktionieren und auch in 10 Jahren noch Freude bereiten. Computer-Platinen einfach in schicke Gehäuse zu schrauben ist passé. Darüber hinaus ist der Kunde preisbewusster, und fünfstellige Beträge werden hinterfragt.
Der aria Musikserver verspricht im Grunde einfach alles, was man sich so erträumt und beschliesst den Kopfsatz dieser Sinfonie auch noch mit einem zahlbaren Preis. Er steht punkto Einsatzmöglichkeiten und Individualisierung/Konfiguration der Mediathek zurzeit an vorderster Stelle. Dazu spielt er, abgesehen vom Setup, drei Minuten nach Inbetriebnahme Musik ab, und sein iPad-App führt den Benutzer intuitiv durch das Abendprogramm.
Die Handhabung
Der aria steckt in einem auffällig gestalteten Gehäuse, das die Blicke anzieht. Trotzdem ist das Gerät kein Solitär, auf den man nichts mehr draufstellen könnte, wenn man denn müsste. Alle sichtbaren Komponenten sind erstklassig. Einzig das Schubladen-Laufwerk für den CD-Ripp ist Plastik und ruckelt beim Einfahren. Egal, denn Schubladen-Laufwerke sind in der Regel besser als die verbreitenden "Slots", die einem die Silberscheibe aus der Hand reissen und einem das Gefühl vermitteln, man stünde vor einem Briefkasten und hätte vor dem Einwerfen die Briefmarke vergessen.
Das lüfterlose Konzept verspricht Stille. Wenn man statt dem max. 4 TB grossen HDD-Speicher den max. 2 TB grossen SSD Speicher nimmt, dann ist auch das letzte Motörchen ausgemerzt - abgesehen vom CD-Laufwerk, welches beim Musikhören nicht benutzt werden muss.
Der aria gibt Musik standardmässing nur digital aus, im S/PDIF-Standard koaxial (Cinch) oder über einen BNC-Stecker oder im AES/EBU-Standard und dazu über eine I2S Schnittstelle und natürlich USB. Das ist sinnvoll, da viele Geräte wie Verstärker oder Komplettsysteme eigene DA-Wandler aufweisen. Ein integrierter DA-Wandler ist optional erhältlich. Er unterstützt Formate bis 32 Bit / 192 kHz und auch DSD.
Das Gerät ist netzwerkfähig und erlaubt das Streaming vom NAS.
Dank ihrer Grösse und den Proportionen liegt die DV3000E sehr gut in der Hand. Alle Bedienelemente sind für die Finger gut erreichbar und sinnvoll angeordnet. Einzig das Wählrad für die Betriebsart sträubt sich ab und zu gegen die Bedienung mit dem Daumen der rechten Hand.Ton- und Spezialeffekte sowie Titel lassen sich auf Tasten legen, so dass zum schnellen Aufruf während der Aufnahme ein Druck genügt.
Im Manual-Modus führt die Kamera Schärfe und Belichtung vorerst automatisch nach. Mit nur einem Tastendruck nimmt man ihr das Zepter aus der Hand und kontrolliert selbst mittels grossem Fokusring am Objektiv respektive der Menüwippe vor dem Display.
Haben Sie vergessen, welche Szenen im Kasten sind? Die JVC denkt mit: Auf Wunsch speichert sie von jeder gefilmten Sequenz, welche länger dauert als eine Minute, das erste Bild auf die SD-Card. So entsteht die Bildnavigation, welche langes Suchen und Umspulen überflüssig macht.
Ein Makel bleibt: Da sich der Kassettenschacht unten öffnet, kann die Kamera beim Kassettenwechsel nicht auf dem Stativ bleiben. Auch für abnehmbare Stativköpfe mit Schnellverschluss gilt: Erst schrauben, dann Kassette wechseln.
Das Bild
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Der Aufwand hat sich gelohnt, der Bildtest lässt die Gesichter strahlen. Die hohe Auflösung des Chips gepaart mit der sehr guten Optik sorgt für gestochen scharfe Aufnahmen mit kräftigen, natürlichen Farben, egal ob Testbilder oder bewegte Motive anvisiert wurden.Erstaunlich schnell arbeitet dazu der Autofocus, welcher nur durch schnelle Schwenker mit grossen Distanzunterschieden einen Moment auf sich warten lässt. Neben dem Focus darf man sich getrost auch auf den automatischen Weissabgleich verlassen, er trifft den Farbton beinahe in jedem Fall. In kritischen Situationen bleibt die manuelle Abstimmung möglich.
Als wirklich nützlich erweist sich der Bildstabilisator, welcher im Automatik-Modus immer eingeschaltet bleibt. Er darf es auch, denn seine Arbeit reduziert die Zitterbewegungen ganz erheblich, ohne dass ungewollte Effekte dazukommen: weder geht die Helligkeit des Bildes zurück, noch hinterlässt er ungewohnte Effekte bei bewegten Objekten oder schnellem Zoomen.
Wirklich gute Aufnahmen gelingen selbst bei wenig Licht, auch wenn der LCD-Monitor erst einen anderen Eindruck erweckt. Am TV-Monitor ist erstaunlich wenig Korn und Rauschen erkennbar.
Allerdings beschränkt sich die Nachtsicht-Funktion eher auf Fotos. Die Helligkeit steigt damit nochmals enorm, doch die Bilder entstehen im Sekundentakt und der Autofokus hat seine liebe Mühe.
Der Ton

So klingt die Stimme angenehm und natürlich, ohne Verfälschungen und tatsächlich mit einer Prise Bass. Selbst bei starken Umgebungsgeräuschen an einer vielbefahrenen Strasse ist die Stimme in drei Metern Distanz noch gut verständlich.
Musik bleibt Musik, es stellt sich eine gute Stereobasis ein, und wie bei der Stimme kommen Tiefen mit aufs Band.
Nicht aufs Band kommt, was da nicht hingehört: Das Laufwerk ist schwach erkennbar, schon geringe andere Geräusche überdecken dessen surren. Etwas mehr fällt der Motor des optischen Zooms ins Gewicht, wobei wir hier immer noch von ganz minimalen Pegeln sprechen.
Zur Tonkontrolle kann ein Kopfhörer angeschlossen werden, welcher auch für die Nachvertonung gute Dienste leistet. Wurden Aufnahmen nämlich im 12 Bit- statt im 16 Bit-Modus erstellt, steht neben dem Originalton eine weitere Stereospur zur Verfügung. Hier kann ein Sprecher den Film kommentieren oder Hintergrundmusik eingespielt werden.
Als Sonderzubehör ist ein Stereo-Zoommikrofon erhältlich, welches auf dem Zubehörschuh Platz nimmt und seine Richtcharakteristik dem Zoom entsprechend anpasst.
Der Computer

Für den ImageMixer ist allerdings ein Betriebssystem ab Windows 2000 oder Millennium Edition notwendig, und der Rechner sollte ab 500 MHz getaktet sein. Weiter brauchen Videosignale enorm viel Platz, weshalb auf der Harddisk genügend freier Speicher sein muss.
Selbstverständlich arbeiten auch andere Bild- und Videoprogramme mit den empfangenen Daten. Interessant sind hier zwei Dinge: Schnitt und Nachvertonung auf dem Computer und anschliessend zurückspielen auf das Band (DV-Eingang), oder Brennen einer CD oder DVD, um diese im DVD-Player abspielen zu können.
Digitale Fotos finden den Weg via Rechner zum Drucker (oder ins Fotolabor), oder direkt über den Druckeranschluss an der Kamera im DPOF-Format (Digital Print Order Format). Spielpartner wäre jetzt zum Beispiel der Fotodrucker JVC GV-SP2.



