Das Gehäuse der Lumix FZ1000 ist für eine Bridge-Kamera gross und recht schwer. Nur wenige Mitbewerber wie etwa Fujifilm oder Sony haben ein grössenmässig vergleichbares Bridge-Modell im Sortiment. Doch nur Sony setzt dabei auch auf einen 1-Zoll-Bildsensor mit 20 Megapixeln und einer Bilddiagonale von knapp 16 mm, sowie dem Bildseiten-Verhältnis 3:2.
Augenfällig ist bei der FZ1000 das stattliche 16-fach-Motorzoom, mit einer optischen Brennweite von 9,1 bis 146 mm. Durch den 1-Zoll-Sensor im 3:2-Format entspricht dies einem (auf das KB-Format umgerechneten) Zoombereich von 25 bis 400 mm. Und das bei einer lichtstarken Anfangsöffnung von f2,8 bis f4.
Sinnvollerweise zeigt die Kamera auf dem Bildschirm nicht nur den aktuellen Zoombereich auf das Kleinbild-Format (KB) bezogen an, sondern auch die im Vergleich zum KB-Format gerade eingestellte Brennweite. Je nach Bildseitenverhältnis verschiebt sich die Brennweite Richtung Tele. Im 16:9-Videomodus auf etwa 37 bis 592 mm (KB).
Rückseitig besitzt die FZ1000 ein 3 Zoll grosses LCD mit einer guten Auflösung von 921’000 Bildpunkten (RGB-Subpixel). Der LCD-Monitor ist sehr beweglich gelagert. Er ist damit aus praktisch jedem Blickwinkel noch einsehbar. Vermissen tut man hier einzig eine Touchscreen-Funktion. Das LCD ist somit gute Standardkost.
Ganz anders dann der hoch auflösende elektronische Sucher (EVF), der mittels Näherungssensor automatisch aktiviert wird. Er hat 2,36 Millionen Bildpunkte (RGB-Subpixel) und besitzt ein OLED-Panel mit hohem Kontrast. Das liefert auch in dunklen Motivbereichen noch eine sehr gute Durchzeichnung. Die Suchervergrösserung (0,7x) erreicht schon beinah die von Vollformat-Kameras (entspricht dem KB-Format).
Zudem lassen sich hier (wie beim LCD) eine Belichtungsvorschau, eine 3D-Wasserwaage sowie ein Histogramm, eine Spitzlichtwarnung und sogar das vom Videobereich her bekannte Zebra-Muster einblenden.
Hinzu kommen die einstellbare Sucherlupe, Fokus-Peaking, die Anzeigen für Belichtungs- und Aufnahmeparameter sowie die Weissabgleich-Vorschau. Zudem eines von mehreren Gitterlinien-Mustern.
Ausstattung und Bedienung
Die Lumix FZ1000 hat ein grosses Programm-Wahlrad auf der Oberseite. Hier findet man die „intelligente Automatik“ (iA) sowie iA+. Unter den Motivprogrammen gibt’s auch einen Schwenkpanorama-Modus. Eine weitere Position beherbergt 22 Kreativfilter. Programm-, Blenden- oder Zeitautomatik sowie der manuelle Belichtungsmodus sind auch vorhanden.
Zudem gibt’s noch zwei Speicherplätze für individuelle Kamera-Einstellungen sowie Zugriff auf den vollen Funktionsumfang des Videomodus. Dank dem klickbaren Bedienrad an der Kamera-Rückseite sind Parameter mit dem Daumen fix angepasst.
Ein weiteres Einstellrad auf der linken Gehäuseseite bietet Zugriff auf den Auslösemodus. Neben der Intervallfunktion, dem Selbstauslöser, der Reihenaufnahme-Funktion und dem Serien- sowie Einzelbildmodus wäre hier noch Platz für den HDR-Modus gewesen. Der versteckt sich im Menü.
Die FZ1000 nimmt über den Videoauslöser (hinter dem Fotoauslöser) jederzeit Videos auf. Den Bildbeschnitt sieht man jedoch nicht und auch die 4K-Auflösung steht dann nicht zur Verfügung. Erst wenn man das Programm-Wahlrad auf Videomodus dreht, ist der volle Funktionsumfang zugänglich.
Die Serienbild-Funktion nimmt gemäss Panasonic bei maximaler Auflösung 12 Bilder/s ohne AF-Nachführung auf und 7 Bilder/s mit AF-Nachführung. Allerdings wird dabei auf dem Bildschirm und im Sucher kein Livebild mehr angezeigt, sondern immer nur das zuletzt aufgenommene Foto. Das ist bei sich bewegenden Motiven problematisch.
Nicht nur die Serienbild-Geschwindigkeit kann sich sehen lassen, sondern auch der Autofokus mit seiner Funktionalität. Statt der 49 AF-Felder lässt sich der Autofokus-Punkt auch manuell über das gesamte Bildfeld verschieben und in seiner Grösse einstellen.
Bei manuellem Fokussieren helfen die Fokuslupe sowie das Fokus-Peaking weiter. Letzteres hebt die scharfen Kontrastkanten farbig hervor, womit man den Schärfebereich gut sieht.
Auch die WLAN-Funktionalität gefällt (Wi-Fi). Dazu braucht es die kostenlose App auf einem Android- oder iOS-Gerät. Die erstmalige Verbindung erfolgt einfach per NFC oder QR-Code, oder manuell. Nebst der Übertragung von Fotos und Videos lässt sich die Kamera damit auch fernsteuern, inklusive Livebild-Übertragung.
Handling in der Praxis
Das Gehäuse der Lumix FZ1000 ist für eine Bridge-Kamera vergleichsweise gross und schwer, hat aber einen gewichtigen Vorteil – es liegt gut in den Händen. Auch das Handling der technisch gut bestückten Bridge-Kamera unterscheidet sich kaum von dem einer DSLR oder spiegellosen Systemkamera. Der hoch auflösende OLED-Sucher ist gar eine richtige Augenweide.
Die Brennweiten-Einstellung erfolgt per Linearmotor wahlweise über den Zoomhebel beim Auslöser oder am elektronisch übersetzten Objektivring. Beide Bedienelemente unterstützen mehrere Geschwindigkeits-Stufen. Das Objektiv kann aber besonders schnellen Bewegungen am Zoomring nicht mehr folgen.
Praktischerweise kann man nebst dem stufenlosen Zoom auch eines mit vorgegebenen Brennweiten nutzen. Diese Funktion ist wahlweise auf den Ring oder Hebel, oder beide programmierbar.
Die Anfangsöffnung von f2,8 kann das Objektiv nicht lange halten. Bereits bei rund 60 mm (KB) steht nur noch Blende f3,5 zur Verfügung. Ab 170 mm beträgt die maximale Blendenöffnung dann f4. Die Geräusche des Motorzooms und das Klackern der Blende sind in leiser Umgebung noch knapp hörbar.
Die Kamera selbst ist hingegen in der Lage, völlig lautlos auszulösen. Bis zu einer Belichtungszeit von 1/4000 s hat man noch die Wahl, ob der Verschluss mechanisch (leises Klacken) oder elektronisch (unhörbar) arbeiten soll. Ganz elektronisch sind dann gar sehr kurze Verschlusszeiten bis 1/16’000 s möglich.
Panasonic verspricht einen rasanten Autofokus (AF) selbst im Telebereich. Im Weitwinkel soll die FZ1000 innerhalb von 0,09 s von unendlich auf zwei Meter fokussieren, in Telestellung innerhalb von 0,17 s. Normalerweise sind Superzoom-Kameras in Telestellung sehr träge und erreichen die Phantasieangaben der Hersteller nicht annähernd.
Bei der FZ1000 ist dies anders. Es dürfte wohl die erste Bridge-Kamera mit Autofokus sein, die in jeder Zoomstellung die (gefühlten) AF-Geschwindigkeiten der hochwertigen Systemkameras erreicht. Der AF überzeugt in der Praxis klar.
Makro-Fähigkeiten
Die minimale Fokusierdistanz bei voll ausgefahrenem Zoom (400 mm-Stellung) beträgt nur einen Meter und erlaubt damit ordentliche Vergrösserungen bei genügend Aufnahmeabstand. Damit verscheucht man auch schreckhafte Motive wie Insekten nicht sogleich. Im Normalbetrieb beträgt die Nahgrenze bei Zoomstellungen zwischen 25 und 115 mm gar nur 30 Zentimeter. Dank Filtergewinde (62 mm) können auch Nahlinsen eingesetzt werden, was die Makrofähigkeiten nochmals steigert.
Im aktivierten AF-Makro-Modus verschiebt sich bei 25 mm-Zoomstellung die Nahgrenze auf nur 3 Zentimeter. Ab 28 mm liegt die Nahgrenze noch bei 5 Zentimeter. Ab 50 mm bei 10 cm, ab 70 mm bei 15 cm, ab 90 mm bei 20 cm, ab 100 mm bei 30 cm. Erst ab 200 mm liegt die Nahgrenze dann wieder bei einem Meter.
Zudem bietet die FZ1000 einen speziellen Makromodus mit einer konstanten Nahgrenze. Dazu wird in den Normal- und Weitwinkel-Bereich gezoomt. Diese Makrozoom-Funktion arbeitet nur mit Brennweiten-Einstellungen zwischen 25 und 75 mm. Dann jedoch mit einer konstanten Nahgrenze von nur 3 Zentimeter.
Doch aufgepasst: Das führt in den Weitwinkel-Stellungen je nach Motiv nicht nur zu einer sichtbaren Bildfeldwölbung, sondern oft auch noch zu einem Schattenwurf durch das Objektiv der Kamera. Hier muss man dann Licht extra zuführen, wie bei den letzten vier Beispielbildern der obigen Fotostrecke getan.
Bildqualität
Eine Objektivkonstruktion mit einem solch grossen Zoombereich ist eine sehr anspruchsvolle Aufgabe und punkto Bildqualität immer mit Kompromissen verbunden. Bei 100 Prozent-Vergrösserung am Bildschirm ist ein leichter Schärfeverlust von der Bildmitte zum Bildrand hin sichtbar. Dieser spielt in der Praxis jedoch selten eine Rolle, da diese Unterschiede nur bei kritischen Motiven auffallen.
Im Weitwinkel wird auf f4 abgeblendet die höchste Auflösung erreicht, die dann höher liegt als bei Offenblende (f2,8). Mittlere und Tele-Brennweiten lösen jedoch etwas weniger auf als das Zentrum im Weitwinkel. Abblenden bis maximal f8 hilft in erster Linie dem mittleren Bereich um 100 mm bei der Auflösung.
Die Randabdunklung (Vignettierung) ist sehr gering. Allerdings nimmt die Helligkeit nicht gleichmäßig ab, sondern bei 25 und 100 mm in den Bildecken recht sprunghaft. Bei 400 mm ist kein praxisrelevanter Helligkeitsverlust sichtbar.
Die Verzeichnung der Zoomoptik wurde sehr gut auskorrigiert. Im Weitwinkel ist zwar eine kaum störende Tonnenform an geraden Linien sichtbar. Mittlere und lange Brennweiten sind jedoch praktisch verzeichnungsfrei. Selbst Farbsäume an kontrastreichen Kanten (chromatische Aberrationen) sind kaum vorhanden.
Die Bildsensor-relevanten Testaufnahmen in JPEG zeigten es auf: Bis ISO 400 bewegt sich das Bildrauschen im sicheren Bereich, steigt ab ISO 800 jedoch an und wird oberhalb ISO 1600 bereits kritisch. Helligkeitsrauschen wird erst über ISO 3200 sichtbar, doch bleibt es feinkörnig. Farbrauschen spielt keine Rolle.
Bei der Detailschärfe zeigt sich, dass die Rauschunterdrückung ab ISO 1600 zu kräftig arbeitet. Bis ISO 400 ist die Detailschärfe einwandfrei, darüber sinkt die Auflösung langsam ab. Bei ISO 800 gibt es noch genügend Details. Doch bereits ab ISO 1600 wirken die Bilder oft weich und verwaschen.
Fazit
Die Lumix DMC-FZ1000 mit Leica DC Vario-Elmarit (KB-Zoomfaktor: 25–400 mm) und 1-Zoll-Bildsensor. Erst diese Kombination von kompaktem Sensor und hochwertiger Optik macht das vergleichsweise kompakte und dennoch lichtstarke 16-fach-Motorzoom möglich.Diese vergleichsweise grosse und mit 830 Gramm nicht leichte Bridge-Kamera verblüfft in ihrem DSLR-Outfit in vielen Belangen. Erstmals wurde in der Lumix FZ1000 ein CMOS-Bildsensor im kompakten 1-Zoll-Design und 20 Megapixeln mit einem lichtstarken 16-fach-Motorzoom von Leica kombiniert. Das Resultat ergibt nicht nur ein extrem grosser optischer Zoombereich. Auch die Bildqualität kann sich sehen lassen.
Bis und (teilweise) auch mit ISO 1600 können damit sehr ansprechende Bilder gemacht werden. Die vorhandenen Abbildungsfehler des Megazooms werden elektronisch gut korrigiert. Einzig die Bildschärfe an den Rändern und in den Ecken lässt manchmal etwas zu wünschen übrig.
Rekordverdächtig ist auch der sehr schnelle Autofokus, der bei jeder Zoomstellung fix und treffsicher scharf stellt. Das kennt man ansonsten nur von hochwertigen Systemkameras. Doch die FZ1000 kann mit dieser Kameraklasse gut mithalten. Sie eignet sich somit auch für sich schnell bewegende Objekte. Leider kann das Livebild bei Serienbild-Aufnahmen nicht mithalten, was für eine längere Bilderserie mit sich bewegenden Motiven heikel ist.
Die Lumix FZ1000 bietet sich als hochwertige Universalkamera für alle an, die keine Objektive wechseln oder nachkaufen wollen. Die Bridge-Kamera kann aber nicht nur mit ihrem guten fototechnischen Ausstattungsumfang überzeugen, sondern auch mit ihrem 4K-Videomodus, der eine enorme Detailfülle bietet.

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