Sorgt überall für Musik: Soundcast VG7. Normalerweise wiegen die von uns getesteten Outdoor-Bluetooth-Speaker ein paar Hundert Gramm, vielleicht auch mal ein, zwei Kilogramm, wenn es sich um ein etwas grösseres Mobilgerät handelt. Der Soundcast VG7 jedoch dürfte gewichtsmässig die meisten portablen Lautsprecher übertreffen: Er wiegt ganze 9,5 Kilo und kann deswegen kaum mehr als «mobiles» Gerät, sondern eher als «knapp transportabel» bezeichnet werden.
Statt ihn bei Outdoor-Aktivitäten für spontane Einsätze dabeizuhaben, stellt man ihn also eher auf den Gartensitzplatz oder transportiert ihn im Auto zum Grillplatz. Auch seine räumlichen Dimensionen sind bemerkenswert: Mit einer Höhe von 48 cm und einem Durchmesser von 28 cm würde man bei dem Ding nicht an einen portablen Lautsprecher denken – wäre da nicht der solide Tragegriff an der Oberseite.
Die Lautsprecher strahlen auf alle vier Seiten ab und sind geschützt durch abnehmbare Kunststoffgitter. Nimm mich mit!
Dieser Tragegriff ist denn auch das auffälligste Element des VG7. Was anfänglich einen etwas klobigen Eindruck macht, erweist sich bei mehrmaligem Gebrauch (und Transport) als überaus praktisch. Mit dem Tragegriff lässt sich die Box in der Wohnung bequem von einem Zimmer ins andere tragen, ins Auto wuchten oder auch mal ein paar Hundert Meter zur Outdoor-Party schleppen. Der überdimensionierte Tragegriff schreit geradezu: «Lass mich nicht stehen. Nimm mich mit!» Wer zuhause nur schon mal seine grossen Hifi-Boxen umplatzieren wollte, weiss, dass sich die schweren Dinger nur mühsam aufheben und herumtragen lassen. Der Griff ist Gold wert!
Der Lautsprecher ist sehr robust gebaut und wird als «wetterfest» bezeichnet. Er ist zwar wasserdicht nach dem Standard IP64, das heisst aber nicht, dass man ihn länger im Regen stehenlassen sollte. Gegen Spritzwasser und Staub hingegen ist er gut geschützt. Auch wenn jemand sein Getränk über dem Lautsprecher verschüttet oder wenn im Pool zu sehr geplantscht wird, dürfte ihm das nichts anhaben. Anschlüsse für Netzteil, AUX und USB sind mit Gummidichtungen abgedeckt.
Die Lautsprecherabdeckungen aus Kunststoff allerdings machen keinen sehr robusten Eindruck. Sie sind auf allen vier Lautsprecherseiten angesteckt und lassen sich leicht entfernen. Diese vier Schutzgitter wiegen zusammen rund 1 Kilogramm. Zwar würde das Gerät für den Transport ohne die vier Gitter etwas leichter, doch empfiehlt sich ein Outdoor-Einsatz ohne diesen Schutz nicht.
Überaus praktisch: der Tragegriff des fast 10 Kilo schweren Lautsprechers. Musikübertragung
Die VG7 verbindet sich per Bluetooth oder per Audiokabel (3.5-mm-Klinke) mit der Musikquelle. Das integrierte Bluetooth-Modul stammt von Qualcomm Technologies und arbeitet mit dem Bluetooth-Standard 4.2. Zudem ist es aptX-fähig, sodass Musik etwa in CD-Qualität wiedergegeben werden kann. Beim erstmaligen Verbinden drückt man nach dem Einschalten der Box die Bluetooth-Taste, um eine Verbindung zwischen Lautsprecher und Smartphone beziehungsweise Tablet herzustellen. Wollen mehrere Personen mit ihren Geräten den VG7 nutzen, müssen sie die Lautsprecher nicht jedes Mal neu in den Einstellungen suchen und verbinden. Die Box merkt sich bis zu acht verschiedene Bluetooth-Musikquellen.
Schnell und unkompliziert klappt das Verbinden per NFC (Near Field Communication). Smartphones mit NFC-Modul ermöglichen es, mittels kurzen Auflegens des Geräts auf die Box die beiden Geräte zu koppeln. NFC Pairing nennt sich das. NFC wird natürlich nicht für die Musikübertragung verwendet, sondern lediglich für die Herstellung der Verbindung.
Das Bedienfeld auf der Oberseite der Box kann alternativ zur Steuerung per Smartphone/Tablet verwendet werden. 360-Grad-Sound mit Outdoor-Modus
Der Soundcast VG7 strahlt die Musik in alle horizontalen Richtungen ab. Ausgerüstet mit vier Full-Range-Lautsprechern, die rundum angeordnet sind, und einem nach unten gerichteten Subwoofer entwickelt sich die Klangfülle gleichmässig im Raum. Die 3-Zoll-Hoch-Mitteltöner (Class D) nehmen je 15 Watt auf, der 7-Zoll-Woofer 30 Watt. Das reicht in der Indoor-Anwendung auch für grössere Räume aus.
Die zwei Kegel-Treiber aus Aluminium sind mit Gummi umschlossen und sorgen dafür, dass auch bei hoher Lautstärke kaum ungewollte Vibrationen entstehen. Das Frequenzspektrum liegt bei 55 Hz bis 20 kHz mit +/-3dB. Einen Equalizer besitzt der VG7 nicht. Doch kann man per Knopfdruck auf die entsprechende Taste vom Indoor- in den Outdoor-Modus wechseln, was zur Folge hat, dass der Bass deutlich stärker wiedergegeben wird. Den aktivierten Outdoor-Modus erkennt man am leuchtenden Soundcast-Logo.
Im Ausseneinsatz erzeugt die Box sogar auf freiem Feld einen relativ vollen Klangteppich. Besser wirds jedoch, wenn man für die Box ein Plätzchen sucht, an dem der Schall an Gegenständen oder Wänden reflektiert wird. Neben dem Gartenhäuschen, unter der Brücke, in der Mauerecke, aber auch beim Grillabend im Garten oder beim Glühweintrinken an der Schnee-Bar steht der Outdoor-Unterhaltung nichts mehr im Weg. In Räumlichkeiten, an denen eine Musikanlage fehlt, bringt der VG7-Einsatz ebenfalls ganz unkompliziert Musikunterhaltung – etwa in der Ferienwohnung, in der Garage oder auf dem Boot.
Am AUX-Eingang können externe Musikquellen angeschlossen werden.Koppelung stösst an Grenzen
Ein VG7 kostet ganze 1099 Franken und macht zwar schon alleine etwas her. Doch wer sich zwei dieser Lautsprecher anschafft, kann seine Gartenparty noch satter beschallen – und somit auch mehr Leute einladen. Dank Qualcomm TrueWireless lassen sich zwei VG7 koppeln. Dies geschieht per Knopfdruck: Man drückt nacheinander die entsprechende Verbindungstaste auf beiden Lautsprechern. Sogleich finden sich die beiden und starten die gemeinsame Musikwiedergabe. Danach ist aber Schluss. Eine Integration in ein Multiroom-System ist nicht vorgesehen.
Das ist nicht weiter schlimm. Ein grösserer Nachteil ist hingegen, dass man ein Lautsprecherpaar nur im Bluetooth-Betrieb nutzen kann, nicht aber, wenn man beispielsweise einen HiRes-Musikplayer per Kabel am AUX-Eingang anschliesst. In diesem Modus ist zwar der Sound über die fünf integrierten Lautsprecher besser, doch kann das Signal leider nicht auf den benachbarten Lautsprecher übertragen werden.
Die Reichweite des Bluetooth-Signals ist draussen recht gross, sodass man die beiden Lautsprecher relativ weit voneinander aufstellen kann. Mit dem Smartphone, das als Musikquelle dient, kann man sich bis zu 50 Meter entfernen, ohne dass die Musik unterbricht. Allerdings befanden wir uns für den Test auf freiem Feld. Wenn sich viele Partygäste und Gegenstände dazwischen befinden, dürfte die Reichweite kleiner sein.
Sollte eine Outdoor-Party ohne Stromversorgung etwas länger dauern, ist das kein Problem: Der integrierte Akku sorgt für mehr als 12 Stunden Musik. Das Aufladen nimmt etwa zwei Stunden in Anspruch. Der Akku lässt sich entweder am Netzteil aufladen oder notfalls über eine 12-Volt-Batterie mit einem entsprechenden Power-Adapter. Praktisch: Am integrierten USB-Anschluss lässt sich das Smartphone aufladen, falls diesem die Energie zuerst ausgehen sollte.
Die Partygäste fehlen noch. Zwei Soundcast VG7 lassen sich im Bluetooth-Modus koppeln. Bedienung
Die Bedienung erfolgt entweder über die Tasten am Gerät oder über die Musikquelle, also über Musikplayer, Smartphone, Tablet, PC. Über die On-Board-Tasten lassen sich die Kopplung per Bluetooth, die Lautstärkenkontrolle sowie Play, Pause, Stumm und Trackfolge bedienen. Wer weder per Tasten oder Touchscreen bedienen möchte, kann die Soundcast VG7 auch per Sprache steuern. Zumindest, wer über ein Apple-Gerät mit Siri verfügt. Und dann auch nur, wenn die Musik nicht allzu laut eingestellt ist. So richtig praktisch ist die Sprachsteuerung nicht. Statt «SIRI, MACH DIE MUSIK AUS!» in sein iPhone zu schreien, drückt man besser die Stop-Taste auf der Box oder den virtuellen Button des Musikplayers auf dem Display.
Übrigens: Um zu verhindern, dass die Gäste dauernd an den Tasten herummachen und so die Lautstärke verändern oder den Song wechseln, gibt es eine Tastensperre. Dazu drückt man die Indoor/Outdoor-Taste gleichzeitig mit der Mute-Taste während drei Sekunden.
Die Soundcast VG7 klingen sogar auf freiem Feld recht gut – und erschrecken beim Hochdrehen der Lautstärke zufällige Besucher. (Fotos: Luc Berger).Fazit
Wie kommt der Audio-Hersteller aus San Diego auf die Idee, einen derart riesigen Lautsprecher zu bauen? Soundcast hat nach eigenen Angaben Marktforschung betrieben und herausgefunden, dass viele Nutzer im Garten, beim Grillieren oder anderen Aussenaktivitäten nicht auf guten Sound verzichten wollen. Diesen Nutzern genügt ein kleiner, mobiler Mini-Lautsprecher nicht. Vielmehr wollen sie ihren Aussenraum mit richtiger, basslastiger Partymusik beschallen. Das Angebot macht also durchaus Sinn.
Der Preis von 1099 Franken für einen Bluetooth-Lautsprecher ist ganz schön viel – und möchte man in Stereo hören, legt man fast 2200 Franken hin. Wer aber seine Handymusik draussen in ansprechender Qualität hören oder seine Partygäste mit der ultimativen Outdoor-Box beeindrucken möchte, ist mit der Soundcast VG7 gut gerüstet.

Alle Themen



