Die Quantum 803 ist in hochglänzendem Palisander, weiss oder schwarz erhältlich und passt somit in jede Wohnambiance.Die Piano-Version von «Strong Enough» des Albums «Siren Song» von Celine Cairo ist ein sehr typisches audiophiles Schmankerl. Das juvenile Frauenstimmchen verkörpert – mit wenig Körper und viel Hauch – das, was man sich unter den Gesängen der Sirenen wohl einmal vorstellte. Ohne instrumentale Ablenkung, nur mit Piano, präsentierte sich Celine exakt im Zentrum, sich nach mir als Zuhörer neigend und ein wenig von oben, also über mir. Das klang schon ausgesprochen zauberhaft und einnehmend schön.
Die Interpretation des Klassikers «16 Tons» von Geoff Castelluci hat das Potenzial, «Keith don't go» von Nils Lofgren irgendwann vom Thron der am häufigsten vorgetragenen Songs an High-End-Audio-Messen zu verdrängen. So weit ist es aber leider noch nicht. Geoff hängt uns noch nicht zum Hals heraus. Im Gegenteil: Geoffs Stimmorgan wirkt anfangs wie ein grosser, schwerer und mit Samt bezogener Medizinball. Dann kommt der Einsatz eines ungeheuer eindrücklichen Basses in Wellen von weit hinten aus der Mitte und dann einem witzig, humoristischen Reigen aller verfügbaren perkussiven Register inklusive Klatschen plus dem A-cappella-Chörchen. Ich sass gebannt in dieser musikalischen Zirkusvorstellung und wippte, was das Zeug hielt. Die Sasha V scheint ein humorvoller Lautsprecher zu sein, mit dem man Pferde stehlen kann.
Gary Jules und Mylène Farmer erzeugten mit dem Song «Mad World» (live) eine gar wunderschöne Atmosphäre mit andauernder Mitwirkung des Publikums, nicht störend, sondern tragend. Die Sasha V beförderte mich direkt in dieses Geschehen und blendete den Raum um mich vollständig aus. Alles wirkte unbefangen, glücklich.
Chantal Chamberland ging dann vollends unter die Haut mit «I put a Spell on You», und zwar eindrücklich mit ungebremster Dynamik, also zuerst mit angezogener Handbremse und dann mit Vollgas, wundervollen Gitarrenlicks und einer leicht kehligen und betörenden Stimme. Alles harmonisch vereint und wirklich verzaubernd.
«Follow me home»? Ein Rätsel, zunächst. Die Meeresbrandung zu Beginn? 1970er oder 1980er? Tatsächlich ein Song von Dire Straits, vom frühen Album «Communiqué». Ich kannte den Song nicht oder nicht mehr. Meeresbrandung, anschwellende Bongos, Hi-Hat, leise gesellt sich die Gitarre dazu, es wird immer intensiver, dann der direkte und disziplinierte Bass mit drei Noten. Die Melodie zeichnet sich ab und geht ein riesengrosser Fächer mit dem gesamten Klangspektrum auf. Eindrücklich und schwer zu toppen.
«RL's» von Snark Puppy dauert über 9 Minuten, gehört zum Genre Jazz-Hardrock (meine Kreation, glaub) und ist einer der Lieblingssongs von Roland Spalinger. Er liebt den Song auf allen Wilsons und es wurde mit der Sasha V klar, weshalb: Das sind so komplexe Klangstrukturen, die es hier überzeugend wiederzugeben gilt, dass sich manch ein Lautsprecherhersteller bestimmt davor fürchtet und die einfachen Lieder mit ganz wenigen Instrumenten bevorzugt. Die Sasha V liefert eine grosse Vorstellung ab und sehr direkt nach vorne spielend.
Last but not Least aus dem grossartigen Album «Sounds of Mirrors» von Dhafer Youssef das Stück «Humankind». Die Fusion von Stimme und Instrument, die sich zuerst vorsichtig annähern und dann nach ca. 4 Minuten vollends ineinander verschmelzen ist unglaublich schön und berührend. Das ganze Album ist grossartig und sehr empfehlenswert, ganz unabhängig von den Lautsprechern.
Klangfazit
Die 803 ist die kleinste Box der Quantum Serie von Magnat, welche drei unterschiedlich grosse Lautsprecher und einen Center-Lautsprecher beinhaltet. Für alle Musikhörer, die hohe Ansprüche an die Klangqualität stellen, aber keine grosse Loft als Abhörraum besitzen, könnte die 803, die in weissem und schwarzem Klavierlack oder hochglänzendem Palisander zu einem Preis von CHF 690.- pro Stück erhältlich ist, eine geeignete Box sein.
Doch neben Grösse und Design, spielt für erfreulich viele Leute der Klang auch heute noch im datenreduzierten MP3-Zeitalter eine gebührende Rolle. Und gerade betreffend Klang-Charakteristik schlägt die 803, wie es der Hörtest deutlich zeigt, ganz besondere Töne an.
Die Optik
Der abnehmbare Bespannrahmen besitzt eine unsichtbare Magnetbefestigung und zentriert sich selber punktgenau.Die Quantum 803 verblüfft zunächst beim Auspacken durch ihr aussergewöhnlich hohes Gewicht. 10 kg Lebendgewicht stellen bei einer Kompaktbox dieser Grösse ganz und gar nicht den üblichen Standard dar. Dieses kleine Schwergewicht verbirgt seine Grösse hinter einer relativ kleinen und schmalen Front. Das wahre Gesicht zeigt sie erst von der Seite, mit ihrer respektablen Tiefe von 31,5 cm.
Trotz ihrer konventionellen viereckigen Form wirkt sie mit ihren eleganten Standfüssen und der Bodenplatte zierlich und hochwertig. Interessant ist, wie unterschiedlich Frauen und Männer auf die Ausführung in hochglänzendem Palisander reagieren: Bei etlichen männlichen Hörern erweckte dieses Design helles Entzücken, bei der holden Weiblichkeit jedoch bedenkliche Mienen. Und schlussendlich bestimmt ja die Frau des Hauses, was in die Wohnung kommt ... Doch wie schon erwähnt, gibt es die 803 ja auch in schwarzem und weissem Klavierlack.
Gut platziert, ist ganz gewonnen
Die Quantum 803 können ins Regal oder auch auf Ständer gestellt werden. Bei der Platzierung im Regal ist zu beachten, dass sie eine recht grosse Tiefe beanspruchen und die Bassreflexöffnungen nach hinten abstrahlen. So dürfen die Boxen nicht direkt an die Rückwand gestellt werden und sollten einen minimalen Abstand von einigen Zentimetern erhalten. In unserem Test stellten wir die Quantum 803 auf rund 60 cm hohe Ständer, was ihnen ein sehr offenes, räumliches Klangbild ermöglichte.
Die Technik
Beim Tief-Mitteltöner haben die Magnat-Techniker die nichtmagnetischen Körbe aus Alu-Druckguss strömungsoptimiert. Der Kalotte hat man eine Membran aus Gewebe spendiert und diese mit Keramikpartikeln veredelt. Alle Magnete sind abgeschirmt. Die von Magnat verwendeten Chassis arbeiten im Prinzip nach dem konventionellen, dynamischen Prinzip, verfügen jedoch über ganz besondere Konstruktionsmerkmale.
So hat man der Kalotte eine Membran aus Gewebe spendiert und diese mit Keramikpartikeln veredelt. Dank frontseitiger Belüftung der Kalotte ist sie hochbelastbar und soll bis in die klangliche Stratosphäre spielen. Das Magnetsystem ist verzerrungsoptimiert und geschirmt.
Beim Tief-Mitteltöner haben die Magnat-Techniker die nichtmagnetischen Körbe aus Alu-Druckguss strömungsoptimiert. Dies reduziert Luftverwirbelungen und damit Resonanzen. Auch bei diesem Chassis sind die extrem starken Magnete geschirmt und die Box verbreitet keine Magnetstörungen. Die gut belüfteten Schwingspulen ertragen hohe Leistungen und garantieren hohe Dauerpegel und eine unlimitierte Dynamik. Die aus einem Keramik-Aluminium-Verbund bestehende Membran ist verwindungssteif und praktisch partialschwingungsfrei.
Die Box erhält ihr beachtliches Gewicht nicht nur von den Chassis, sondern vor allem von der massiven Gehäusekonstruktion mit stabilen MDF-Platten und aufwändigen inneren Verstrebungen. Zusätzlich werden die Chassis zur Verhinderung von Eigenresonanzen nochmals rückseitig abgestützt. Beeindruckend ist auch das grosse, rückseitig angebrachte Airflex-Port, das kaum Blasgeräusche produziert. Der abnehmbare Bespannrahmen besitzt eine unsichtbare Magnetbefestigung und zentriert sich selber punktgenau.
Die aufwändige Frequenzweiche berücksichtigt auch die Phase und ist mit hochwertigen, selektierten Bausteinen bestückt. Liebevoll und für das Auge leider unsichtbar ist auch die Innenverkabelung mit Oehlbach-Kabeln. Wie es sich für so ein Klangjuwel gehört, ist sowohl Bi-Wiring, als auch Bi-Amping möglich.
Die Messungen
Die Messung des Frequenzganges im Abhörraum von avguide.ch zeigt einen extrem linearen Verlauf bis hinauf zu 25 kHz. Erst dann beginnt der Frequenzgang ohne krasse Resonanz sanft abzufallen. Damit verhält sich diese Kalotte auch nicht so, wie ihre Verwandten aus dem Metallbereich. Unterhalb 60 Hz ist nicht mehr viel Leistung vorhanden. Bassfetischisten können natürlich zu einem Subwoofer greifen. Doch in kleineren Abhörräumen macht es meist keinen Sinn, den Frequenzgang drastisch nach unten zu erweitern, denn die Raumakustik beginnt den Spass im Frequenzkeller ganz ordentlich zu vermiesen. Die Richtcharakteristik ist gut. Das System strahlt bei allen Frequenzlagen recht breit ab und bietet so eine relativ grosse Stereo-Hörzone.
Hell, frisch und munter
Nur die Membranen der Chassis produzieren Schall: Dank massiven Gehäusewänden mit inneren Verstrebungen ist das Gehäuse praktisch frei von Vibrationen. Gut sichtbar: Das nach hinten abstrahlende Bassreflexrohr mit verrundeten Enden.Hell, frisch und munter, das waren die ersten Klangeindrücke, welche die kleinen Quantum 803 in der ersten Hörsitzung bei den Hörern hervorriefen. Als Verstärker diente der bereits legendäre NAD C315BEE, als Player kam ein hochwertiger SACD-Player mit einem in Sachen Hochtonbrillanz gemässigten Klangverhalten zum Ensatz. Also ein Antrieb, der eher auf der „warmen“ als auf der „betont hellen“ Linie liegt.
Das spritzige, lebendige Klangbild gefiel vor allem Hörern mit einer Vorliebe für präzise, analytische Klänge. Weniger begeistert waren die Fans der warm und wohlig klingenden Klangschmeichler. Und tatsächlich sind die Quantum 803 alles andere als Schmeichler, denn sie beschönigen ganz und gar nichts und geben die ihnen zugeführten Klänge ganz im Stile eines hochpräzisen Schallwandlers wieder.
Aufgrund ihres (fast) verfärbungsfreien Klangbildes wären diese Boxen sogar gut als Abhörmonitore zum Beurteilen von Aufnahmen geeignet – also richtige kleine Studio-Monitore. Die 803 bringen jedes klangliche Detail schonungslos zu Gehör und leuchten auch die hinterste Ecke des Konzertsaales aus. Das kann gerade dann sehr ernüchternd sein, wann der Tonmeister wieder mal gepfuscht hat. So klingen schlechte Aufnahmen entsprechend mies, andere wiederum erstklassig. Die räumliche Abbildung auch grösserer Klangkörper ist weiträumig; der Klang erscheint von den Boxen gelöst.
Hochbrisante Drum-Kicks
Wie schon erwähnt, liegt das Klangtimbre der Quantum 803 klar auf der hellen Seite. So können Streicher bei gewissen Aufnahmen auch mal etwas grell wirken und Blechbläser im fortissimo sogar etwas nerven. Andrerseits liefern diese Schallwandler hochbrisante Drum-Kicks, sehr brillante Beckenimpulse und knackige Gitarrenriffs.
Dass es sehr auf die Aufnahme ankommt, ob der Klang gefällt oder nicht, zeigt ein Klangvergleich der Donald Fagen „The Nightfly“ (Warner Brothers) – eine hell und sehr brillant geraten Aufnahme - und der „Altered State“ (Heads Up) mit den Yello Jackets. Während gerade die Becken und generell Schlagzeugimpulse wie auch Zischlaute des Sängers auf der Donald Fagen-CD zuweilen etwas grell wirken, klingt die „Altered State“ über den gesamten Tonbereich sehr angenehm, nie unnatürlich aggressiv und damit genau „richtig“.
Beeindruckend war dabei auch der kräftige und trockene Bassbereich, der den Wunsch nach einem zusätzlichen Subwoofer nie aufkommen liess. Zudem reichte die Potenz des kleinen NAD-Verstärkers mit seinen 2 x 40 Watt Dauerleistung völlig aus, um in unserem eher kleineren Abhörraum auch mal ganz ordentliche Schallpegelorgien zu zelebrieren.
Sound fürs Pantoffelkino
Wie es sich für so ein Klangjuwel gehört, ist sowohl Bi-Wiring, als auch Bi-Amping möglich.Als Frontlautsprecher in einer Home-Cinema-Anlage eingesetzt, bringen die Quantum 803 eine sehr hohe Sprachverständlichkeit und generell ein sehr vitales Klangbild, das die Klangeffekte von Action-Movies sehr gut zur Geltung bringt. Als Ergänzung gibt es im Quantum Programm den dazu passenden Center-Lautsprecher Quantum 816.
Das Gehäuse macht die Musik
Dieser spassig gemeinte Titel ist natürlich grundfalsch! Das Gehäuse eines Lautsprechers sollte ja absolut ruhig sein und keinen Piepser von sich geben. Nur die Chassis dürfen Schall abgeben. Da besteht ein grundlegender Unterschied zwischen einem Musikinstrument und einem Lautsprecher! In keiner Tonlage dicken die 803 den Klang auf, was dem Gehäuse ein absolut erstklassiges Zeugnis ausstellt. Auch wenn eine Singstimme herzhafte Töne produziert, oder gar die Bässe tüchtig donnern, bleiben die Gehäusewände verblüffend ruhig. Das Gehäuse der Quantum 803 ist denn auch eines der besten, das je im avguide.ch Test war.
Wenn hell mit hell gepaart ...
Gepaart mit hell klingender Elektronik (gemeint sind gewisse hart klingende Class-D-Verstärker, im Volksmunde „Digitalverstärker“ genannt) in unterbedämpften Räumen und bei sehr geringer Distanz zu den Boxen, kann das Klangbild der 803 in den Höhen deutlich überzeichnet wirken. So empfiehlt es sich, gemässigt klingende Elektronik - ev. sogar einen Röhrenverstärker aus dem Hause Magnat - einzusetzen und im Hörraum auf genügend Dämpfung und einen ausreichenden Hörabstand zu den Boxen einzuhalten.
Fazit
Die Quantum 803 vom deutschen Lautsprecherspezialisten sind elegante und hochpräzise kleine High-End-Lautsprecher mit echten Studio-Monitor-Qualitäten. Das heisst, sie bringen in normal bedämpften Wohnräumen und mit ausgewogen klingender Elektronik ein sehr brillantes, verfärbungsarmes Klangbild, das kein auch noch so kleines klangliches Detail unterschlägt. Die Quantum 803 sprechen eher die Freunde klarer, analytischer Klänge und weniger die Freunde wohlig warm getönter Klangschmeichler an.

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