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Publikationsdatum
23. Februar 2026
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Subwoofer gehörten bislang nicht zum Portfolio von PS Audio. Das ändert sich mit dem Foundry F12, den der Traditionshersteller aus Boulder, Colorado, am 9. Februar 2026 vorgestellt hat. Zufall ist das nicht – PS-Audio-CEO Paul McGowan soll jahrelang ein Referenzsystem mit zwölf servogesteuerten 12-Zoll-Woofern betrieben haben.

Der Kern des F12 ist ein vollständig neu entwickelter 12-Zoll-Langhub-Treiber, der speziell für den Einsatz in einem geschlossenen Gehäuse ausgelegt wurde. Mit einem Hub von über 63 Millimetern und einer grossflächigen 10-Zoll-Nomex-Spinne soll er ausserordentliche Luftvolumina bewegen können, ohne dabei an Linearität einzubüssen. Die Motorkonstruktion verwendet starke Magnete sowie doppelte Kurzschlussringe, die das Magnetfeld über den gesamten Hub konstant halten sollen. Als Konusmaterial kommt Papier zum Einsatz, die Staubkappe besteht aus Kohlefaser – eine Kombination, die laut Hersteller hohe Steifigkeit mit niedriger Masse und ausreichender Eigendämpfung verbindet.

Der Kern des F12 ist ein vollständig neu entwickelter 12-Zoll-Langhub-Treiber.Der Kern des F12 ist ein vollständig neu entwickelter 12-Zoll-Langhub-Treiber.

Das geschlossene Gehäuse ist eine bewusste Designentscheidung. Bassreflexöffnungen erhöhen zwar den Wirkungsgrad im Tiefbass, erkaufen dies aber mit einem schlechteren Ausschwingverhalten und einem schwer zu kontrollierenden Rolloff unterhalb der Abstimmfrequenz. PS Audio spezifiziert den Frequenzgang mit -6 dB bei 20 Hz unter anechoischen Bedingungen. In typischen Hörräumen soll der Raumgewinn den Bassabfall kompensieren und eine lineare Wiedergabe bis unter 20 Hz ermöglichen. Die Frequenzgangabweichung bis 500 Hz wird mit ±0,5 dB angegeben.

Intern arbeitet ein 1000-Watt-Klasse-D-Verstärker, gespeist von einem 1800-Watt-Netzteil. Den maximalen Schalldruckpegel gibt PS Audio mit 113 dB bei zwei Metern Messabstand (Bodenebene) an. Die Leistungsreserven sollen sicherstellen, dass der Treiber auch bei hohen Pegeln präzise kontrolliert bleibt.

Ein zentrales Merkmal des Foundry F12 ist die integrierte DSP-Raumkorrektur, die über die neue Foundry Control App für iOS und Android bedient wird. Tiefbass unter 200 Hz wird bekannterweise massgeblich durch den Raum geprägt, nicht durch den Lautsprecher selbst. Stehende Wellen erzeugen Auslöschungen und Überhöhungen, die auch mit aufwendiger Aufstellung kaum vollständig zu eliminieren sind. Die Foundry-App soll diese Raumanomalien messtechnisch erfassen und per parametrischem EQ korrigieren.

Das Mikrofon des Smartphones übernimmt die Messung direkt vom Hörplatz. Neben dem automatischen EQ stehen manuelle Eingriffsmöglichkeiten für Lautstärke, Übernahmefrequenz, Delay, Phase sowie Hoch- und Tiefpassfilter zur Verfügung. Mehrere Nutzerpresets lassen sich abspeichern, etwa eines für Musik und ein zweites für Filmwiedergabe oder gedämpften Spätabendbetrieb.

Auf der Rückseite bietet der F12 symmetrische XLR-Eingänge, unsymmetrische Cinch-Eingänge sowie Lautsprecherpegel-Eingänge. Ergänzend steht ein optionaler WiSA-E-Funksender für 199 Dollar zur Verfügung, der eine drahtlose Verbindung mit 24 Bit/96 kHz und sehr kurzer Latenz ermöglicht. Für grössere Räume lassen sich mehrere F12 mit einem Stacking-Kit für 99 Dollar sicher übereinander montieren.

Der Foundry F12 misst 42,5 × 37,5 × 44,5 cm (H × B × T) und wiegt 35 kg. Er ist in Satin-Schwarz und Satin-Weiss erhältlich. Der Listenpreis in den USA beträgt 2749 Dollar. Der Schweizer Importeur ist Da Capo Distribution GmbH in Zürich.