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30. Juni 2017
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In Zürich und St. Gallen haben je ein neuer DAB-Sender ihren Testbetrieb aufgenommen. Am 27. März hat am Standort Rüthi Bismer ein weiterer DAB-Sender für den Kanton St. Gallen seinen Testbetrieb aufgenommen. Er schliesst die Lücke zwischen dem Sendestandort Valzeina, von dem aus das obere Rheintal mit DAB erschlossen wird, und dem Sender St. Peter und Paul, der den Grossraum St. Gallen - Arbon und das Bodenseegebiet von Rohrschach bis Romanshorn versorgt. Dank der Inbetriebnahme dieses neuen Senders ist auf der Strecke Romanshorn - Chur der DAB-Empfang durchgehend möglich. Mit der Inbetriebnahme des DAB-Senders auf dem Zürichberg am 28. März kommt die ganze Grossagglomeration Zürich in den Genuss eines verbesserten DAB-Signals. Zürich und die Umgebung werden nun nicht nur vom Üetliberg, sondern gleich von zwei Seiten her mit dem DAB-Signal versorgt. Die Reichweite des neuen DAB-Senders auf dem Zürichberg erschliesst das Gebiet von Bülach im Norden bis fast zum Vierwaldstättersee. Zur Zeit befinden sich die neuen Sender noch im Testbetrieb, der aber - unter der Voraussetzung, dass es zu keinen Zwischenfällen kommt - nach einigen Wochen in den Regelbetrieb übergehen soll.

Die Medienstelle DAB+ veröffentlichte am 28. Juni aktuelle Zahlen zur Verbreitung von DAB+ in der Schweiz. Mittlerweile sollen 3 Millionen DAB+-Radioempfänger im Umlauf sein, davon 750'000 in Autos.

Dort ist die Verbreitung von DAB+ am weitesten fortgeschritten. Die Zahl habe sich binnen eines Jahres beinahe verdoppelt. Positiv: In rund zwei Dritteln aller Neuwagen (Marken) wird DAB+ heute ohne Aufpreis angeboten.

Die digitale Nutzung von Radioprogrammen ist mit einem Anteil von 54% zunehmend. Die Hälfte der Nutzer von Digitalradio nutzen allerdings Internetradio und nicht DAB+. Das verwundert nicht, da man Internetradio mit jedem Smartphone überall empfangen kann.

Die Bekanntheit von DAB+ soll in den vergangenen 10 Monaten zugenommen haben. Mittlerweile wissen gemäss einer repräsentativen Umfrage 33% der Schweizer, dass es DAB+ gibt. 8% mehr als vor 10 Monaten.

Die Radiobranche plant, ab 2020 den Radioempfang über UKW schrittweise aufzugeben, so denn Parlament und Stimmbürger dafür grünes Licht geben und 80% der Radioanbieter mitmachen.

Kommentar

Es ist positiv, dass man beim Kauf eines Neuwagens bei 66% aller Automarken keinen Aufpreis bezahlen muss. Natürlich lassen sich Mehrkosten verstecken. Eine Mischrechnung der Autohersteller. Wer allerdings bis 2020 keinen Neuwagen kauft, muss eine Lösung finden, um weiterhin Radio zu empfangen. Die Möglichkeiten sind Nachrüsten oder das Smartphone nutzen.

Die Nutzung von Digitalradio ist mit 54% bescheiden, weil nur die Hälfte der 54% DAB+ nutzen. Obwohl fast jeder Schweizer ein Smartphone besitzt, hören nur wenige damit Radio. Wir führen das auf die Gewohnheit von UKW-Nutzung zuhause und im Auto zurück.

Die Bekanntheit von DAB+ ist mit 33% der Befragten erstaunlich klein, trotz Zunahme in den letzten Monaten. Das muss sich schnell ändern, wenn die stufenweise Abschaltung von UKW vor dem Stimmvolk eine Chance haben will. Wir werden in den kommenden Monaten sehr viel von DAB+ in den Medien hören und sehen.

Es will noch nicht so recht gelingen mit der Schweiz auf der Europäischen Überholspur punkto Umstellung auf DAB+ und Abschaltung von UKW. Als wenn man versuchte, mit 54 km/h auf der Autobahn zu überholen.