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Hörbeispiele

Unten finden Sie Hörbeispiele, mit denen man die panNoir-Wirkung nachvollziehen kann.

Die beiden Hörbeispiele sind in jeweils fünf unterschiedlichen Abmischungen vorhanden und wie folgt bezeichnet:

  1. Full Mix with panNoir: Ist die auf dem Album veröffentlichte Version mit Haupt- und Stützmikrofonen und panNoir-Korrektur. Dies ist das Endprodukt und die Referenz für den Vergleich mit den folgenden vier unterschiedlichen Abmischungen. Das Orchester ist hörbar im Raum gestaffelt, die Register und Einzelinstrumente sind fokussiert auf der Bühne lokalisierbar. Rauminformation, tonale Balance stimmen, das Gesamtbild ist homogen, prägnant.
  2. Full Mix without panNoir: Abmischung mit Haupt- und Stützmikrofonen, aber ohne die panNoir-Werte zu berücksichtigen. Die Tonalität unterscheidet sich zur Referenz nur geringfügig. Die einzelnen Instrumente werden aber deutlich breiter abgebildet, die ganze Bühnenpräsentation wirkt verwischt. Die Luftigkeit, Durchhörbarkeit des Klangbilds hat abgenommen.
  3. Main Pair only: Nur die beiden Hauptmikrofone. Die Stützfunktion der Zusatzmikrofone entfällt. Das Klangbild wirkt homogen, da keine Zeit- oder Phasenfehler zwischen Haupt- und Stützmikros vorhanden sind. Die innere Balance des Orchesters hat abgenommen, da einzelne Register jetzt weniger prägnant sind, aus der Distanz wahrgenommen werden. Das Klangbild wirkt dünner, mit weniger Tiefenwirkung.
  4. Spot Mics only with panNoir: Nur die Stützmikrofone, aber mit aktivierten panNoir-Werten. Nur mit den Mono-Stützmikros sind die einzelnen Register klar und fokussiert wahrnehmbar. Durch die panNoir-Positionierung ergibt sich eine deutliche Bühnenstaffelung. Allerdings fehlt der Gesamtzusammenhang, die virtuelle Raumabbildung als Ganzheit, welche die Hauptmikrofone erzeugen, fehlt – die «Luft» zwischen den Instrumenten ist nicht vorhanden.
  5. Spot Mics only without panNoir: Nur die Stützmikrofone ohne panNoir. Im Grundsatz gilt, was bereits bei der Version 4 gesagt wurde. Die breitere Abbildung der Instrumente ist nun im Vergleich zur vierten Variante deutlich wahrnehmbar.

Wie kann ich die Audiodateien auf meiner Anlage spielen?

  • Entpacken Sie das Zip-Archiv, nachdem Sie die Daten auf Ihren Rechner runtergeladen haben.
  • Im Haydn-, respektive Castello-Ordner sind die fünf Tracks mit den unterschiedlichen Abmischungen.
  • Kopieren Sie die beiden Ordner auf einen leeren USB-Stick.
  • Sie benötigen nun einen Music-Server (Daten auf Festplatte kopieren) oder einen Streamer oder ein Kombigerät mit USB-Eingang.
  • Stecken Sie den Stick in den USB-Eingang und wählen Sie diesen im Tablet oder am Gerät aus.
  • Meistens erkennen die Geräte den USB-Stick automatisch und die Titel werden in der Playlist angezeigt. Eventuell müssen Sie das Gerät anweisen, den Stick zu durchsuchen, respektive die Daten zu laden.
panNoir Hörbeispiele – die Alben.panNoir Hörbeispiele – die Alben.

Was habe ich auf meinem Audio-System gehört?

Die Beispiel-Tracks eignen sich gut, um die Präzision des heimischen Audio-Systems zu prüfen. Besonders die absolut korrekte Aufstellung der Lautsprecher. Korrekt heisst zentimetergenau auf den Hörplatz ausgerichtet unter Einbezug der Raumakustik. Wer seine Lautsprecher zwar gemäss der gleichschenkligen Dreieck-Regel platziert hat, den genauen Abstand zur Rückwand respektive die Position der beiden Lautsprecher auf der horizontalen Achse aber per Augenmass bestimmt, verschenkt bereits wertvolles Klangpotenzial. Bei einer Lautsprecheraufstellung, die nicht der akustischen Dreiecksregel folgt, ist eine plastische Raumabbildung physikalisch nicht möglich.

Wenn Sie spätestens beim Vergleich zwischen der Abmischung 4 Spot-Mics mit panNoir und der Abmischung 5 Spot-Mics ohne panNoir keinen oder kaum einen Unterschied hören, dann hat Ihr Audio-System ein Auflösungsproblem. Oftmals ist mangelnde Präzision bei der Lautsprecheraufstellung die Ursache.

Suchen Sie die Problemlösung zuerst hier, danach bei den Lautsprechern selbst, gefolgt von der Elektronik. Obskure Tuning-Elemente sind keine Lösung. Sie beeinflussen die Wahrnehmung allenfalls kurzfristig, im Sinne eines Placeboeffekts. Im Tuning-Bereich existieren durchaus wirkungsvolle Produkte, deren Einsatz jedoch erst sinnvoll ist, wenn das Audiosystem als Ganzes schlüssig und ausgewogen aufgebaut ist.

Die richtigen Werte für Wandabstand, Basisbreite und Eindrehwinkel entscheiden, ob am Hörplatz die räumliche Abbildung des Klangkörpers plausibel und fokussiert ist. Der Eindrehwinkel variiert je nach Lautsprecherkonstruktion.Die richtigen Werte für Wandabstand, Basisbreite und Eindrehwinkel entscheiden, ob am Hörplatz die räumliche Abbildung des Klangkörpers plausibel und fokussiert ist. Der Eindrehwinkel variiert je nach Lautsprecherkonstruktion.

Fazit

Stützmikrofone helfen, das Orchester tonal ausbalanciert darzustellen, sie verstärken die Illusion einer aufgefächerten, fokussierten Klangbühne. Bei der Reproduktion über ein Audio-System wird ein Höreindruck geschaffen, der mit jenem im Konzertsaal vergleichbar, aber nicht identisch ist. Dank der panNoir-Technik zeigt sich die räumliche Abbildung nochmals klarer und definierter. Konzert und Konserve sind zwei unterschiedliche, sich ergänzende Möglichkeiten, Musik zu geniessen, die jeweils ihren eigenen Reiz haben.

Fritz Fabig Gastautor

Fritz Fabig ist passionierter Musikliebhaber mit Schwerpunkt in der Klassik-Epoche. Nach einer elektrotechnischen Ausbildung und Management/Marketing Weiterbildung erfolgte ein Wechsel in die Audio Branche. Beinahe zwei Dekaden war Fritz Fabig Geschäftsführer der B&W Group Schweiz. Seit Ende 2021 ist er als freischaffender Berater tätig.
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