Die im kalifornischen Sebastopol ansässige Produktionsfirma Mobile Fidelity – kurz MoFi – gehört zu den grossen Vinyl-Produzenten, die sich auf den Markt für Re-Issues (Neuauflagen) von bekannten Alben berühmter Interpreten spezialisiert hat. Ihre Kundschaft sind audiophile Schallplattenliebhaber auf der ganzen Welt. Bei MoFi gilt das Credo, dass die Masterbänder möglichst direkt und ohne digitale Prozessschritte für die Herstellung der besonders hochwertigen und teuren Schallplatten verwendet werden. Nun hat der Inhaber eines Schallplattengeschäfts in Phoenix namens Mike Esposito aufgedeckt, dass Mobile Fidelity bei zahlreichen Produktionen einen digitalen Prozessschritt eingebaut hat, wodurch der Hersteller ein enormes Glaubwürdigkeitsproblem bekommt.
Die Grenzen beim One-Step-Prozess
Mobile Fidelity bietet die sogenannten One-Step Records an. Beim One-Step-Prozess wird ausgehend vom Masterband eine Lackfolie geschnitten und daraus ein Negativ, eine Metallfolie, abgezogen. Diese Metallfolie wird galvanisch verstärkt und direkt als Pressmatrize verwendet. Man kann damit nur 3500 bis 7500 Schallplatten pressen, aber die Qualität ist deutlich besser als beim klassischen Dreistufen-Prozess, auf den ich hier nicht näher eingehe.
Der Qualitätsvorteil des One-Step-Prozesses ist eindeutig: Die Metallfolie ist präziser, die Schallplatte klingt detaillierter und die Abspielgeräusche sind geringer. Nachteil: Bei grösseren Produktionsvolumen muss viel häufiger eine neue Lackfolie geschnitten werden als beim Dreistufen-Prozess. Das Masterband muss viel häufiger eingesetzt werden und wird stärker abgenutzt.
Um diese Nachteile zu vermeiden und mit einem One-Step-Prozess grössere Stückzahlen herzustellen, fertigte Mobile Fidelity bei zahlreichen Produktionen ein digitales Master des Masterbands an. Dafür wurde das Format 4-fach DSD eingesetzt. Die Lackfolien wurden dann ab diesem Digitalmaster geschnitten und nicht direkt ab dem analogen Masterband, wodurch Letzteres geschont wurde.
Der One-Step-Prozess ist qualitativ besser, jedoch weniger ökonomisch. Der Zwischenschritt eines Digitalmasters soll das Problem beheben, aber die Kunden erwarten ein Produkt, das gänzlich ohne digitale Prozessschritte auskommt. Das hat Mobile Fidelity jahrelang auch so versprochen und angepriesen.
Der One-Step-Prozess wurde ursprünglich so dargestellt (obere Bildhälfte).
Die neue, korrigierte Darstellung des One-Step-Prozesses mit dem Symbol Quad DSD256 (obere Bildhälfte).Reaktion von Fachleuten
Die sieben verfügbaren Audiokanäle des Onkyo TX-NR828 können sehr flexibel zum Einsatz gebracht werden. Dank Audyssey DSX kann die Anlage neben fünf Standardlautsprechern (Front, Center, Rear) zusätzlich entweder zwei horizontal wirkende oder zwei vertikal wirkende Lautsprecher bedienen. Horizontal wirkende Kanäle vergrössern vor allem die breite der Klangbühne und kommen eher bei Musik zum Einsatz. Vertikal wirkende Kanäle hingegen bereichern Film und Spiele.
Da aber die Mehrheit der Heimkino-Benutzer nicht auf sieben Lautsprecher im Wohnzimmer setzen möchte, können die beiden zusätzlichen Kanäle auch als Verstärker für die zweite Zone eingesetzt werden. Per Line-Ausgang kann gar eine dritte Zone in Betrieb genommen werden; hier fungiert der Receiver allerdings nur als Vorverstärker. Spannend ist dabei aber vor allem, dass alle drei Zonen per Fernbedienungs-App gesteuert werden können, um so in jedem Raum dieselbe oder eine eigene Quelle abzuspielen.
A propos Quellenwahl: Neu verfügt der Onkyo Receiver auch über die Funktion InstaPrevue. Mit der InstaPreview-Funktion zeigt das Gerät Videovorschauen aller angeschlossen HDMI-Quellen an, die Quellenwahl kann so vollzogen werden, ohne genau zu wissen, was wo angeschlossen ist.
Ein PR-Debakel
Der Schallplattenhändler aus Phoenix brachte den Stein via Youtube ins Rollen. Woher er Wind bekam, weiss man nicht, aber bei Watergate gab es auch einen Informanten namens Deep Throat. Das Video landete auch bei MoFi, wo man ja Bescheid wusste. Esposito wurde zu Mobile Fidelity eingeladen, vermutlich um seine Zweifel zu zerstreuen. Er bezahlte den Flug selber und ging aus freien Stücken.
Der Besuch bei MoFi führte zu einem weiteren Youtube-Video, in dem Mitarbeiter von MoFi die «digitale Praxis» in geradezu unbeholfen lockerer Manier zugeben. Das war mit der Einladung von Esposito wahrscheinlich so nicht vorgesehen. Peinlich wurde es aber nicht nur für MoFi, sondern auch für einen der prominentesten US-Vinyl-Protagonisten und Fachjournalisten, der Esposito vorab der Lüge bezichtigt hatte und seine Kompetenz infrage stellte.
Mobile Fidelity hat sich mittlerweile bei den Kunden entschuldigt. Dafür, dass man die Käufer im Unwissen über diese Praxis liess und dass das ein grosser Fehler war. Auf die Qualität der Produktionen hätte die Praxis keinen Einfluss gehabt. Davon kann man wahrscheinlich ausgehen.
Die Firma sagte gegenüber der «Washington Post» aus, dass erstmals 2011 ein DSD-Prozessschritt bei einer Re-Issue eines Albums von Tony Bennett vorgenommen wurde. Die gesamte One-Step-Serie von MoFi soll mit nur einer Ausnahme den DSD-Prozessschritt enthalten. In Zukunft soll das bei allen One-Step-Produktionen der Fall sein und wird im «explainer sheet» künftiger One-Step-Produktionen gezeigt.

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