Sound of the Soul?
Die Handhabung
Der Super-Archivator

Datentausch: Die SD-Card erlaubt, Spezialeffekte in die Kamera zu importieren oder ihre Fotos weiterzuleiten.
Dazu bietet der JVC ausgefeilte Editierhilfen. Das fängt beim Navigationssystem an, dass jeder aufgezeichneten Sendung einen im Bildschirmmenü abrufbaren und auch nachträglich editierbaren Bild- und Textindex (Programm- und Spartenbezeichenung) verleiht. Aber auch bis zu acht einzelne Programmszenen lassen sich in einem Schritt auf Kassette zusammenschneiden (Assemble-Schnitt). Nicht verwenden lässt sich der HD-Recorder leider zum Überspielen digitaler Videoaufnahmen.
Hier wollte man offenbar den jetzt erscheinenden DVD-Recordern keine Konkurrenz machen und hat auf einen DV-Eingang verzichtet. Wer hingegen noch einen S-Video-Camcorder sein eigen nennt, findet eine Hosiden-Buchse vor und kann sogar nachvertonen. Übrigens kann man auch vom Video- auf den Harddisk-Recorder überspielen, womit man verlustarme Videokopien von Kassette zu Kassette herstellen kann.
Praxis

...und auf der rechten Seite der S-VHS-Recorder
Im "Live Memory"-Modus zeichnet das Gerät das aktuell gesehene Programm nämlich fortlaufend auf und stellt die oben beschriebenen Komfortfunktionen (Wiederholung, Zeitlupe etc.) zur Verfügung. Eine feine Sache, die man im TV-Alltag schnell zu schätzen weiss. Allerdings muss man sich schon festlegen, welche Sendung man wirklich aufzeichnen will. Zappen ist natürlich nicht möglich; ausserdem muss man vorher definieren, wieviel Aufnahmespeicher man für den Live-Mitschnitt zur Verfügung stellen will (30 Min. – 3 Std.). Ist dieser definierte Speicher voll, wird er wieder überschrieben.
Natürlich ist Zappen dennoch möglich, indem man wieder auf das Fernseher-Empfangsteil zurückschaltet. Dieser Parallelempfang macht auch Sinn, denn man kann ja nach dem Zapp-Ausflug die live aufgezeichnete Sendung "zurückspulen", ohne dass die Aufzeichnung unterbrochen wird. Klingt zwar ein bisschen kompliziert, ist es aber gar nicht.
Die andere Basisfunktion, Aufnehmen bei Abwesenheit, erfüllt der HM-HDS1 genauso zuverlässig wie jeder moderne Videorecorder. So hat der Benutzer auch mit den gewohnten Programmier-Schwierigkeiten zu kämpfen, die aber nach kurzer Eingewöhnung schnell überwunden werden.
Die Aufnahmeprogrammierung läuft wahlweise via "Show View", wozu man eine Programmzeitschrift mit entsprechendem Code benötigt, oder via "Express-Timer" mit Zeit- und Datumseingabe. Was mangels entsprechender Ausstattung fehlt, ist eine Programmierung via Teletext. Ebenfalls unmöglich ist die Parallelaufnahme auf Video und Harddisk.
Bildqualität
In puncto Bildqualität ist man beim HM-HDS1 auf der sicheren Seite: Der Harddisk-Recorder zeigt in den beiden höchsten Auflösungen im Vergleich zum TV-Direktbild lediglich einen minimen Brillanzverlust sowie eine leichte Unschärfe, was aber nicht weiter ins Gewicht fällt.Die beiden niedrigen Auflösungen eignen sich eher für Sendungen, bei denen es nicht auf die Bildqualität ankommt (etwa Politsendungen wie die "Arena"). Das gleiche erfreuliche Bild beim Videorecorder: Hier kann man getrost auf teure S-VHS-Bänder verzichten und ganz normale (Marken-)Videokassetten verwenden.
Ein automatisches Bandeinmesssystem sorgt zusammen mit dem genialen S-VHS-ET-Modus (einer JVC-Erfindung) für hohe Farbtreue und wenig Bandrauschen. Die HiFi-Stereo-Tonqualität reicht für das Medium Fernsehen ebenfalls gut aus.
Fazit
Etwas "tricky" ist er schon, der neuartige HD-/S-VHS-Videorecorder von JVC. Mit seinen vielfältigen, intelligenten Funktionen richtet er sich weniger an Familien als vielmehr an Singles, die das Medium Fernsehen gezielt besser nutzen wollen. Zeitversetztes Fernsehen, raffinierte Wiederholfunktionen und nicht zuletzt die durchdachten Archivierungsmöglichkeiten machen den HM-HDS1 zur Zeit einzigartig auf dem Markt. Dabei kann und will er nicht mit den jetzt kommenden DVD-Recordern konkurrieren, die z.T. ebenfalls zeitversetztes Fernsehen bieten, aber viel grössere Archivierungskosten (hohe Preise für DVD-R-Scheiben) aufweisen.Eher schon steht er im Wettstreit mit einer anderen Kategorie von Kombigeräten: Satreceiver mit eingebautem HD-Recorder bieten dank elektronischem Programmführer eine bessere Navigation im Sender-Empfangsdschungel, setzen aber digitalen Satellitenempfang voraus, während der JVC an jede normale Antennensteckdose angeschlossen werden kann.