Die beiden Minx Modelle Minx 100 (Bild) und Minx 200 von Cambridge Audio gleichen sich wie ein Ei dem anderen, bieten dieselben Features und unterscheiden sich nur in Grösse und Leistung.Cambridge Audio will auch mit seinen Streaming-Lautsprechern in Sachen Klang verwöhnte Ohren zufrieden stellen und ihnen nicht nur Zweitanlagen für die Küche oder den Bastelraum anbieten, sondern Hauptsysteme für den Einsatz im Wohnzimmer.
Nach dem Test des kleinen Minx Go werden hier die beiden grösseren Minx Modelle Minx 200 und Minx 100 (Bild) unter die Lupe genommen. Die beiden in weissem oder schwarzem Hochglanzlack erhältlichen Minx Modelle gleichen sich wie ein Ei dem anderen, bieten dieselben Features und unterscheiden sich nur in Grösse und Leistung.
Beide sehr stabil und schön verarbeiteten Geräte arbeiten sowohl mit Bluetooth samt aptX als auch mit Airplay und erlauben – via heimischem WLAN - den Zugriff auf das Internetradio.
Kontaktfreudig
Bequem zu tragen und kontaktfreudig: Die "Öffnung" auf der Rückseite ist ein Tragegriff und nicht, wie man vermuten könnte, eine Bassreflexöffnung. Vorhanden sind zudem zahlreiche analoge und digitale Kabel-Anschlüsse.Ihre Kontaktfreudigkeit via Kabel beweisen sie mit folgenden Anschlüssen:
- Aux-Eingänge mit Cinch / RCA plus 3,5 mm Mini-Klinke für analoge Signale ab iPhone, Tablets, Fernseher etc.
- Ethernet
- Service Port (nur für Fachpersonal)
An den Geräten selbst können die wichtigsten Funktionen wie Lautstärke, 5 Internet-Radio-Presets, Pairing und der Wechsel von Streaming zu analoger Quelle bedient werden. Ein Bassregler erlaubt die Anpassung des Klangbildes bei unterschiedlichen Platzierungen. Für Router mit Wireless Protected Setup gibt es die WPS-Taste.
Mit einer Fernsteuerung im Scheckkartenformat können die wichtigsten Funktionen wie Lautstärke Bassstärke, Internet-Presets etc. gesteuert werden.
Die Unterschiede
Gleiche Technik - unterschiedliche Grösse: Minx Air 100 und Minx Air 200 von Cambridge AudioWährend der Minx Air 100 über Class D–Verstärker mit einer totalen Leistung von 100 Watt verfügt, bietet der grosse Bruder das Doppelte. Auch bezüglich Lautsprecher-Chassis-Bestückung gibt es markante Unterschiede. Im Minx Air 100 werden zwei 10 cm Balanced Mode Radiatoren – abgekürzt BMR – verbaut. Für eine besondere Potenz sind im Minx Air 200 zwei breitbandig abstrahlende 5,7 cm BMR-Chassis und ein 16,5 cm Subwoofer eingebaut.
BMR-Membran mit Doppelfunktion
Hochtöner überflüssig: Die Membran des BMR-Chassis arbeitet im Bass ganz normal kolbenförmig, mutiert bei mittleren und höheren Frequenzen jedoch zum Biegewellen-Strahler mit sehr breiter Abstrahlung und hoher oberer Grenzfrequenz.Das von Cambridge Audio patentierte Balanced Mode Radiator-Prinzip, abgekürzt BMR genannt, arbeitet mit einer speziellen Membrane, die im tiefen Frequzenzbereich kolbenförmig arbeitet und bei höheren Frequenzen zum Biegewellen-Strahler mutiert. Im mittleren und Hochtonbereich teilt sich die Membran in kreisrunde Segmente auf.
Somit ergibt sich im Bass ein tiefes, kräftiges Fundament, wie bei einem normalen Bass-Chassis. Im Hochtonbereich bewirkt das Biegewellen-Prinzip eine wesentlich breitere Abstrahlung und einen nach oben erweiterten Frequenzgang.
Ein spezieller Hochtöner wird durch dieses Prinzip überflüssig. Das BMR-Chassis ist somit, mindestens in der Theorie, ein ideales Breitbandchassis. Auf der Webseite von Cambridge Audio kann sich jeder technisch Interessierte eines White Paper weiter informieren.
Den Unterschied in den Wellenformen verdeutlicht das Video.
App und Internetradio
Mit der Minx Air App für Apple und Android-Geräte öffnet sich die riesige Welt der Internet-RadiosMit der Minx Air App, die gratis für Apple und Android-Geräte erhältlich ist, kann man sich in der riesigen Welt der Internetradios tummeln, und das macht unglaublichen Spass. Neben dem fast unendlich grossen Senderangebot überzeugt auch die Klangqualität.
Und das ist hier kein Druckfehler, sondern eine Tatsache. Die minimale Klangqualität der zu empfangenden Radiostationen lässt sich in der App wählen. Wer alle Sender zulässt, hat sich leider mit einer sehr oft minderwertigen Klangqualtät zu begnügen. Wer aber als minimale Bitrate zum Beispiel 320 kbps wählt, bekommt (fast) nur gut klingende Sendungen zu hören. Zudem wird die Bitrate bei allen Sendungen auf der App angezeigt.
Bluetooth und WLAN
Während das Pairing via Bluetooth zu meinem iMac sofort funktionierte, gab es zunächst mit AirPlay, trotz der strikten Befolgung des Quickstart Guide, Probleme zu lösen. Und diese lagen ganz klar an einem Router, der zwar noch im Handel ist und mit neuster Firmware betrieben wurde, aber offenbar nicht mehr zur neusten Generation gehört. So kam es zu eigenartigen Fehlfuktionen. Tadellos funktionierte dann die ganze Sache mit dem brandneuen Asus RT-AC68U Wireless-AC1900 Dual-Band Gigabit Router.
Minx Air 100: Hell, frisch und mit Bass
Minx Air 100: Bringt, neben brillanten Beckenschlägen und knackigen Gitarren-Riffs, auch den Bass mit beeindruckendem Volumen. Der grössere Minx Air 200 spielt glatt nochmals eine Oktave tiefer.Egal wie der Minx Air 100 angesteuert wird, sein Klangbild ist klar, hell und frisch getunt. Das ganze klingt also ganz und gar nicht nach „Good old British Sound“! Und damit ist ein eher dunkler, bassiger, wohlig-warmer Klangcharakter gemeint, wie er eben zu früheren Zeiten gang und gäbe war und auch heute noch von einigen britischen High-End Anbietern zelebriert wird.
Doch wirkt der gesamte Klang des Air 100 deswegen keineswegs dünn. Ganz und gar nicht! Denn sein Bass ist kräftig und die Mitten erscheinen angenehm transparent. Zudem kann der Bassbereich ja mittels des rückseitig angebrachten Pegelreglers den Wünschen des Zuhörers angepasst werden.
Für die gedachten Einsatz-Zwecke ist der Kangcharakter ganz gewiss sehr gut geeignet. Durch die hohe Brillanz erklingen klassische Streichquartette ab und zu - und je nach Aufnahme - halt mal etwas spitz. Doch macht sich dieses spritzige Klangtimbre bei anderen Musikstilen wie Folk, Jazz, Rock, Pop und Techno-Sounds durchaus positiv bemerkbar. Und bei sakralen Orgelklängen verblüfft ein Bass mit erstaunlichem Tiefgang. Zudem erhalten hohe Registerlagen eine wunderschöne Leuchtkraft.
Auch wenn der Minx Air 100 lautstark zur Heimparty aufspielt, bleibt der Klang absolut sauber, was auf eine optimale Kombination von Class-D-Verstärker und Lautsprecher-Chassis hindeutet. Bezüglich Bassbereich spielt der Minx Air 100 ein gute Oktave tiefer als der Go.
Insgesamt ein sehr gut klingendes System für Leute, die einen spritzigen, vitalen Klangcharakter lieben.
Minx Air 200 in Concerto
Via Presets können an der Oberseite des Gerätes fünf fix voreingestellte Internetradio-Stationen abgerufen werden.Die klangliche Verwandtschaft zum Minx Air 100 ist unüberhörbar. Auch der Minx Air 200 bietet einen frischen, quicklebendigen Sound. Gegenüber dem Air 100 spielt er jedoch wiederum glatt eine Oktave tiefer. Nun werden bei Orgelstücken sogar Sub-Bässe hörbar, und bei rockigen und jazzigen oder gar Techno-Sounds spielt der Air 200 faszinierend bis in den tiefen Frequenzkeller hinunter. Und dies verleiht dem gesamten Klangbild ein neue Dimension. Eine altbekannte Tasche ist, dass das Bassfundament nicht nur für sich alleine eine Funktion ausübt, sondern als Träger des gesamten Klangbildes dasselbe auch nachhaltig prägt.
Egal ob Solo-Stimmen, Chorwerke, kleinere Folk-Ensembles oder gar mal eine ganz harte Gangart mit Heavy Metal Sounds, das Minx Air 200 bietet einen nicht nur differenzierten, sondern bei Bedarf auch kraftstrotzenden Sound.
Verblüffend auch, mit welcher Kraft das System ein Blechbläserensemble in den Abhörraum stellen kann, ohne auch nur im geringsten bei Fortissimo Attacken zu verzerren. Dasselbe Spiel bei einem Klavierkonzert: Mit welcher Potenz das System den grossen Konzertflügel samt Orchester reproduziert, hört man nicht alle Tage ab einer solchen Anlage.
So bietet der Minx Air 200 ein Klangbild, das einer guten HiFi-Anlage mit getrennten Boxen keineswegs um Welten nachsteht.
Einspielen erforderlich
Und noch eine Tatsache fiel während des Tests auf: Wie alle neuen Lautsprecher benötigen auch die Chassis des Air 100 und Air 200 eine gewisse Einspielzeit, um ihre maximalen klanglichen Qualitäten ausspielen zu können. Gerade die BMR-Chassis mit ihrer komplexen Funktionsweise müssen erst mal einige Stunden eingespielt werden, bevor man sie klanglich endgültig beurteilen sollte.
Das ist kein Witz sondern eine elektromechanische Tatsache. Während der mit konventionellen Chassis bestückte Go klanglich gleich von Anfang an überzeugen konnte, brachten die mit BMR-Treibern bestückten Minx Air Systeme, nach einem eher verhaltenen Start, erst nach einigen Stunden Einspielzeit einen Klang, der echt überzeugen konnte.
Fazit
Der kleinere Minx Air 100 wie auch der schon recht korpulente Minx Air 200 bieten sowohl via Bluetooth als auch Airplay absolut verblüffende klangliche Resultate. Dabei huldigen sie klanglich beileibe nicht dem „Good old British Sound“, sondern bieten, nach einer obligaten Einspielzeit, einen strahlend frischen, detailreichen und extrem breitbandigen Klang mit erstaunlicher Räumlichkeit. Das Internetradio erhält hier durch einen frei wählbaren Ausschluss von mies klingenden Sendern eine neue audiophile Dimension.

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