TESTBERICHT

Längst will man seine auf Harddisk gespeicherten Alben und Lieder nicht mehr am PC anhören, die Titel sollen viel mehr im Wohnzimmer über die Stereoanlage, am besten in verschiedenen Zimmern des Hauses wiedergegeben werden - und das möglichst einfach. Ein System, das genau dies ermöglicht, bietet Sonos. Was man dazu braucht, ist ein Netzwerkrouter, ein Computer (oder besser eine Netzwerkfestplatte) mit Musikdateien sowie so viele Sonos-Geräte wie Räume beschallt werden sollen.

Sonos-Familie: Ein Sonos Controller, ein Sonos S5 sowie ein ZonePlayer 120 und ein ZonePlayer 90 beschallen zwei Räume.Sonos-Familie: Ein Sonos Controller, ein Sonos S5 sowie ein ZonePlayer 120 und ein ZonePlayer 90 beschallen zwei Räume.

Der zwölf Kilogramm schwere Streamer Arkas kommt sehr massiv und edel daher. Obwohl sich Tidal Audio ja gerne mit der Formel 1 vergleicht, hat der Arkas zumindest bei den verwendeten Materialien nichts mit den Leichtbau-Karbonboliden gemeinsam. Der verarbeitete Chromstahl kontrastiert zum schwarz eloxierten Aluminium und gefällt mir, je länger ich ihn bei mir stehen habe, umso besser. Die Front besteht aus gegossenem schwarzem Acrylglas in Kombination mit Hochglanz-poliertem Edelstahl – ganz edel. Der Tidal-Look kontrastiert zudem heute üblichen Alu-Look und bietet hierzu eine willkommene Abwechslung. Die drei hochwertigen Füsse, zwei vorne und einer hinten, finde ich übrigens super. Vier Füsse stehen in der Regel wackliger.

Die Front hat eine rote LED und einen verchromten EIN/AUS-Knopf. Das war es dann auch schon.

Die Rückseite des Arkas hat alles an digitaler Konnektivität an Bord, was von einem Streamer benötigt wird: XLR AES/EBU, koaxial Cinch, koaxial BNC, optisch Toslink sowie ein LAN-Ethernet und zwei USB-Buchsen. Ausgangsseitig stehen neben den diversen bekannten digitalen Formaten auch der exklusive Tidal-Link zur Verfügung. Mit der Tidal-Link-Verbindung, angeschlossen an den Digital/Analog Wandler Tidal Camira, holt man gemäss Hersteller das klangliche Optimum aus dem Streamer heraus. Das Tidal-Link-Kabel wird übrigens mit jedem Arkas mitgeliefert. 

Die Rückseite des Arkas: Gut zu sehen sind hier zwei der drei Füsse.Die Rückseite des Arkas: Gut zu sehen sind hier zwei der drei Füsse.

ZonePlayer 120 (aktives Abspielgerät)

ZonePlayer 120: Aktives Abspielgerät

Der ZonePlayer 120 ist eigentlich ein netzwerkfähiger Verstärker. In einem 89 x 185 x 207 Millimeter (H x B x T) grossen Gehäuse, arbeitet ein Class-D Digitalverstärker mit 110 Watt RMS-Leistung. Der ZonePlayer 120 wird dann verwendet, wenn im zu beschallenden Raum keine anderen Verstärker vorhanden sind.

Am Gerät können alle möglichen, passiven Lautsprecher angeschlossen werden. Ob grosse Standlautsprecher, kleine Regallautsprecher oder eingebaute Deckenlautsprecher; einfach Lautsprecherkabel zum ZonePlayer 120 verlegen und schon kann es los gehen.

Neben dem Netzanschluss verfügt der ZonePlayer 120 über zwei Ethernet-Anschlüsse (Weiterleitung), einen Cinch Aux-Eingang, die Lautsprecherklemmen sowie einen Cinch-Subwooferausgang.

ZonePlayer 90 (passives Abspielgerät)

ZonePlayer 90: Passives Abspielgerät
Der ZonePlayer 90 ist der kleine Bruder des ZonePlayer 120. Nur noch 74 x 136 x 140 Millimeter (H x B x T) gross, besitzt das Gerät keinen eigenen Verstärker. Der ZonePlayer 90 wird als Quelle an einen bestehenden Verstärker angeschlossen (zum Beispiel an ein Surroundsystem). Der Anschluss erfolgt per analogem Cinch oder per digitalem Koax- oder Opitikalausgang. Der ZonePlayer 90 verfügt wie der ZonePlayer 120 über zwei Ethernet-Anschlüsse (Weiterleitung) und einen Cinch Aux-Eingang. Mit einem angeschlossenen ZonePlayer 90 wird ein bestehendes Audio- oder Surroundsystem netzwerkfähig.

S5 (Kompaktsystem)

S5: Kompaktsystem

Das dritte Gerät der Familie ist eigentlich eine All-in-One-Lösung. Den S5 gibt es entweder in weiss oder schwarz und ist Lautsprecher, Verstärker und Netzwerkclient in einem. Der S5 kann so in jedem Raum verwendet werden, wenn keine eigenen Lautsprecher oder Anlagen verfügbar sind: Ideal also für Küche, Bad, Werkstatt oder Balkon.

Für den satten Klang sorgen fünf Class-D Digitalverstärker, sowie ein Lautprecherpaar mit je einem Hoch- und Mitteltöner. Dazwischen arbeitet ein 3,5-Zoll-Subwoofer an den tiefen Tönen. Wie die anderen Sonos-Produkte verfügt auch der S5 über eine Ethernet-Anschluss und ein Cinchanschluss für die Einbindung eines externen Audio-Geräts.

Aufbau eines Multiroom-System

Der Aufbau eines Sonos-System ist sehr einfach. Die drei vorgestellten Geräte lassen sich beliebig kombinieren. Das erste Geräte im System muss dabei per Netzwerkkabel an den heimischen Router angeschlossen werden. Die weiteren Sonos-Geräte bauen dann untereinander per Knopfdruck selbstständig ein eigenes Mesh-Funknetz (verschlüsselt) auf.

Benötigt man im Raum in dem sich der Router befindet keinen ZonePlayer, so kann man die benötigte Einbindung in Heimnetzwerk auch mit einer günstigen ZoneBridge vornehmen. Die ZoneBridge fungiert dann als Schnittstelle zum Netzwerk und baut das Funknetz zu den ZonePlayern auf. 

Per Software noch den Ordner der Musiksammlung auf einer Netzwerkfestplatte (NAS) oder PC auswählen und schon können alle ZonePlayer auf die gesamte Musik zugreifen.

Vielseitige Kontrolle über das Multiroom-System

Sonos Controller: Ob mit dem Sonos Controller, dem iPhone, dem iPad oder einfach per Software, das System lässt sich einfach und sehr innovativ steuern.

Weiter geht es mit der eigentlichen Steuereinheit, dem Controller. Nach der Inbetriebnahme wird auch dieser per Knopfdruck in das Sonos-Netzwerk integriert. Der Sonos Controller ist das eigentliche Herzstück des Systems. Über das 3.5-Zoll Farb-LCD-Display mit LED-Beleuchtung und 640 x 480 Pixel Auflösung lässt sich bequem die ganze Musikdatenbank durchstöbern, sowie jeden Raum resp. jeden ZonePlayer steuern. Ist ein Coverbild beim zu hörenden Track hinterlegt, so wird dieses auf dem Display angezeigt.

Egal, wo sie sich befinden, mit dem Controller lässt sich die ganze Anlage steuern. Bequem vom Sofa aus, wählen sie für das Wohnzimmer AC/DC, für das Badezimmer Johann Sebastian Bach und für das Schlafzimmer Lady Gaga aus. Gleichzeitig und ohne Qualitätsverlust läuft in den aktiven Räumen die ausgewählte Musik. Mit einem Klick lässt sich der Partymodus aktivieren. Auf diese Art lassen sich beliebige Zonen zusammenschalten, so läuft in allen Räumen mit einem ZonePlayer der gleiche Sound.

Der Sonos Controller verfügt über einen austauschbaren Akku und eine Ladestation. Neben der Touch-Bedienung befinden sich drei Funktionstasten, mit welchen eine Stummschaltung, Lautstärke +/- sowie die Zonen ausgewählt werden können.

Ein Nachteil: Der Sonos Controller wird nicht standartmässig mit den ZonePlayern ausgeliefert. Die Fernbedienung schlägt mit 529 Franken auch sehr teuer zu Buche. Doch es gibt Alternativen, die den Sonos Controller überflüssig machen.

So kann das Sonos Multiroomsystem wahlweise auch per Software (Mac und PC, im Lieferumfang enthalten) oder per iPhone oder iPad gesteuert werden. Während eine Steuerung über die Software nicht gerade komfortabel ist, so handelt es sich bei der iPhone/iPad-Steuerung um eine sehr gute und praktikable Alternative.

Das App für die Apple-Produkte kann gratis im App-Store heruntergeladen werden. Auf einem iPhone/iPad installiert, ersetzt das App den Sonos Controller komplett. Alle Funktionen können so bequem vom Handy oder Tablet aus gesteuert werden.

Besonders interessant ist das iPad. So kann es zum Beispiel an einer Wand im Wohnzimmer befestigt werden. Für wenig Geld hat man so eine komplette Audio-Steuerung für das ganze Haus - und kann damit erst noch im Internet surfen.

Viele Möglichkeiten in hochwertiger Qualität

Sonos für überall: In jedem Raum, der beschallt werden soll, wird ein Sonos-Gerät benötigt.Sonos für überall: In jedem Raum, der beschallt werden soll, wird ein Sonos-Gerät benötigt.

Sonos ist sehr gut durchdacht, fast alles was es im Audiobereich gibt, lässt sich irgendwie ins Multiroom-System einbinden. So besitzen die ZonePlayer allesamt einen externen Cinch-Anschluss, um externe Musikquellen ins System einzubetten. Externe Gerät können natürlich nicht gesteuert werden, dennoch haben alle ZonePlayer in allen Räumen Zugriff auf das eingespeiste Signal.

Ausserdem kann jeder ZonePlayer unabhängig auf hunderte Internetradios aus aller Welt zugreifen. Sonos unterstützt alle möglichen Audioformate, wie MP3-, WMA- (einschliessliich erworbener Windows-Mediendownloads), AAC- (MPEG4), Ogg Vorbis-, Apple Lossless-, FLAC (Lossless)-Musikdateien sowie WAV- und AIFF-Dateien. 

Bereits vorhandene Wiedergabelisten von iTunes, WinAmp oder Windows Media Player können ebenfalls mit jedem ZonePlayer abgespielt werden.

Die Verarbeitung der Geräte ist sehr hochwertig, das gilt sowohl für das Gehäuse, wie auch für die Anschlüsse. Die ZonePlayer sind alle in weiss gehalten, passt so nicht gerade in jedes Wohnzimmer, dafür wirkt das Weiss sehr edel und trendig. Das Kompaktsystem S5 gibt es hingegen wahlweise auch in schwarz.

Der Wermutstropfen beim Sonos-System ist der Gesamtpreis: Das aktive System, ZonePlayer 120, mit digitaler Endstufe kostet verträgliche 769 Franken, der passive Baustein, ZonePlayer 90, schlägt dann aber mit 529 Franken pro Einheit zu buche. Das Kompaktsystem S5 wird mit 599 Franken und der Sonos Controller mit 529 Franken in der Preisliste geführt. Einberechnen sollte man auch die Kosten für den Speicher der externen Musiksammlung (Netzwerkfestplatte inklusive Backup).

Bei mehreren zu beschallender Räume kommt so ein stattlicher Betrag zusammen. Dafür erhält man aber auch ein sehr durchdachtes, bewährtes und hochwertig verarbeitetes Gesamtsystem für die moderne Musiksammlung.

Fazit

Das Sonos-Soundsystem ist empfehlenswert für Musik-Fans, die Musikdateien parallel in mehrere Räume übertragen möchten und eine hochwertige, durchdachte, leistungsfähige und einfach zu bedienende Lösung wünschen. Der Anschaffungspreis ist zwar gerechtfertigt, aber je nach Ausführung und Grösse des Multirooms nicht ganz billig. Kleiner Trost: Ein Sonos-System kann ständig erweitert werden.