TESTBERICHT
Der RP-HD605N spielt dank der neuen Bluetooth-Codecs aptX HD und LDAC eine klangliche Liga höher.Der RP-HD605N spielt dank der neuen Bluetooth-Codecs aptX HD und LDAC eine klangliche Liga höher.

Laut Panasonic ist der RP-HD605N für High-Res-Fans, Vielflieger und urbane Musikenthusiasten gedacht. Der beachtlich hohe Preis von 370 Franken deutet ebenfalls an, dass er wirklich ein Hörer für Leute ist, denen Musik und Klangqualität sehr wichtig sind und die sich hohe Qualität auch was kosten lassen. Der diskrete und doch top-elegant gestylte Panasonic RP-HD605N ist aufwendig konstruiert und passt sich praktisch allen Kopfformen an. Trotz seiner Grösse sitzt der Panasonic RP-HD605N, nicht zuletzt dank seiner grosszügig dimensionierten Ohrpolster, angenehm am Kopf.

In Sachen Membrantechnik hat Panasonic-Technics jahrzehntelange Erfahrung. Man erinnere sich an die legendären SB-RX50-Lautsprecher mit ihren koaxialen, handgemachten Honigwaben-Flachmembranen aus dem Jahre 1985, die auch heute noch aktuell sind! Der neue Panasonic RP-HD605N ist nun mit kraftvollen 40-mm-High-Resolution-Wandlern bestückt, deren Membranen aus mehreren hundert (!) Schichten MLF (Multi Layer Film) bestehen. Im Zusammenspiel mit einem Anti-Vibrations-Wandlerrahmen soll ein dynamisches, bassfreudiges und sehr transparentes Klangbild entstehen.

Die Geräuschunterdrückung lässt sich am Panasonic RP-HD605N in drei Stufen der Art des Umgebungslärmes anpassen. Damit kann gewählt werden, ob man (fast) total von den Umweltgeräuschen abgeschirmt wird oder doch noch von der Umwelt was mitbekommen will. Zudem genügt ein  Handauflegen an die rechte Ohrmuschel des Panasonic RP-HD605N, die Musik verstummt und der Ambient-Sound-Enhancer verstärkt Umweltgeräusche soweit, dass Ansagen in Bahnhöfen und Flughäfen sehr gut verstanden werden können.

Der RP-HD605N ist ein mit Mikrofonen ausgerüstetes Headset, das die freihändige Bedienung von Telefon- und Appfunktionen per Sprachsteuerung ermöglicht. Siri ist bei iOS-Geräten durch dreisekündiges Drücken der Multifunktionstaste aktivierbar.

Der Akku spielt nach vier stündiger Ladung 20 Stunden. Eine Schnellladung von 15 Minuten für eine Spieldauer von zwei Stunden ist möglich. Und falls der Strom halt dann doch mal ausgehen sollte, kann der Hörer selbstverständlich auch per Kabel benutzt werden.

Bluetooth fast audiophil

Der RP-HD605N von Panasonic klingt sehr gut und bietet hohen Tragkomfort. Der RP-HD605N von Panasonic klingt sehr gut und bietet hohen Tragkomfort.

Ein ganz wichtiger Pluspunkt sind die unterstützten Bluetooth-Standards wie SBC, AAC, aptX, aptX HD und das von Sony stammende LDAC. Fachleute sind sich (fast alle) einig, dass sowohl aptX HD wie auch LDAC eine wirklich gute Klangqualität bieten, die sich in etwa bei der CD-Qualität bewegt, den echten HiRes-Klang einer 96-kHz/24-Bit-Aufnahme jedoch nicht erreichen können.

Passiv ohne – aktiv mit ...

Die Messung des Frequenzganges zeigt passiv am Kabel betrieben eine leichte Anhebung des Frequenzbereiches um 200 Hz herum und eine Delle bei 3 bis 4 kHz. Auf Bluetooth im aktiven Betrieb wird eine Frequenzgangentzerrung vorgenommen. Dabei wird der Bassbereich linearisiert und die Delle bei 4 kHz eingeebnet. Abgesehen von einer immer noch vorhandenen leichten Bassbetonung resultiert ein sehr linearer Verlauf. Wie sich diese Unterschiede im Frequenzgang bemerkbar machen, zeigt der nachfolgende Hörtest ganz klar.

Drei Player für einen Hörer

Drei sehr unterschiedliche HiRes-Player spielen um die Wette: Sony NW-A35, Fiio M7, Pioneer XDP-300R (v.l.).Drei sehr unterschiedliche HiRes-Player spielen um die Wette: Sony NW-A35, Fiio M7, Pioneer XDP-300R (v.l.).

Nicht weniger als drei unterschiedliche Audioplayer durften sich am RP-HD605N bewähren. Mein bisheriger Referenz-HiRes-Audioplayer, der Pioneer XDP-300R, bietet so ziemlich alles, was man von einem solchen High-End-Player erwarten kann ausser, dass ihm zwei Buchstaben beim aptX fehlen. Diese beiden Buchstaben heissen neu HD! Deshalb musste nach dem Eintreffen des Panasonic-Newcomers sofort ein Player mit aptX HD her. Doch der nun gefundene und bestellte Fiio M7 erwartete ich erst in einigen Tagen per Post.

Aber da war ja noch mein bewährter kleiner HiRes-Player, der Sony NW-A35 leider ohne aptX, dafür mit Bluetooth LDAC. Da der RP-HD605N-Hörer sowohl über aptX als auch über LDAC verfügt, kommt es zu einem ersten sehr interessanten Test: sehr teurer Pioneer XDP-300R mit aptX gegen preisgünstigen Sony NW-A35 mit LDAC. Das Klangergebnis ist sofort klar: Der Sony Player mit LDAC bringt das Cello der Vivaldi-Konzerte in 24 bit/96 kHz klar besser definiert und griffiger. Über LDAC hört man, wie der Bogen die Saiten angreift und zum Schwingen bringt. Auch der Pioneer schlägt sich tapfer, klingt warm und schön, doch gegen den Sony mit LDAC hat er bezüglich Feinzeichnung keine Chancen.

Dann endlich kommt der Fiio M7 ins Haus geflattert und wird gierig ausgepackt. Und nun die Überraschung: Der Fiio M7 kann alle gängigen Bluetooth-Standards wie SBC, aptX, aptX HD und LDAC.

LDAC von Sony war bisher nur auf Smartphones der Japaner zu finden. Mit Android 8.0 Oreo gehört LDAC jedoch zu den standardmässig unterstützten Codecs. Heisst: Auf Android-Handys ab Version 8 ist LDAC integriert ins Betriebssystem und alle neuen Android Smartphone werden den LDAC-Codec unterstützen.

Nun werden alle diese Standards mit verschiedenen Aufnahmen angehört und beurteilt.

Sowohl bei sehr gut klingenden CDs und echten HiRes-Aufnahmen klingt das LDAC klar am besten. Auch aptX HD klingt wirklich gut, doch das LDAC hat die Nase halt doch etwas vorne und zeigt auch hier einen kernigeren, aufgelösteren vitaleren Klang. Dass dieses Hörergebnis kein Zufall ist, zeigen auch die technischen Daten von aptX HD mit 48 kHz/24 Bit und einer Bitrate von 576 kBit/s und des LDAC-Codecs mit 96 kHz/24 Bit und einer Bitrate von beachtlichen 990 kBit/s.

Doch dann interessiert es, wie sich die unterschiedlichen Bluetooth-Standards bei datenreduzierten AAC  und MP3-Aufnahmen verhalten. Bei Aufnahmen mit Datenraten um 128 kBit/s bis sogar 320 kBit/s fallen die klanglichen Unterschiede der verschiedenen Bluetooth-Standards in sich zusammen, und sogar das von Audiophilen vielgeschmähte SBC zeigt sich klar als genügend!

Top-Sound nicht nur für unterwegs

Mit etwas Übung lassen sich die Drucktasten gut bedienen, auch wenn der Hörer am Kopf sitzt.Mit etwas Übung lassen sich die Drucktasten gut bedienen, auch wenn der Hörer am Kopf sitzt.

Der Philips 55POS9002/12 ist ein Gerät, das viel Freude bereitet und gewappnet für die Zukunft ist. Dank HDR und neuster OLED-Technologie gehört der TV punkto Bildqualität zum Besten, was es im Moment auf dem Markt gibt. Bei den Schwarz- und Kontrastwerten werden nie da gewesene Resultate erzeugt, Farbdynamik und Brillanz überzeugen auf der ganzen Linie. Sogar das integrierte 30-Watt-Soundsystem des OLED-TVs brilliert. Satter Sound gibt es trotz nur gerade 47.5 Millimeter Gerätetiefe. Mit 2699 Franken (UVP) gehört der Philips 55POS9002/12 zudem zu den günstigsten OLED-TVs auf dem Mark.

3-stufiger Lärmkiller

Trotz seiner beachtlichen Grösse kann der Hörer für die Reise elegant in sein Case verpackt werden.Trotz seiner beachtlichen Grösse kann der Hörer für die Reise elegant in sein Case verpackt werden.

Um das Noise Cancelling in der Praxis zu testen, wird bei offenem Fenster der Strassenlärm und die Hörbarkeit von Musikanten (Flöte und Klavier), die im unteren Stock üben, beurteilt.

Als Vergleich werden die Platzhirsche Sony MDR-1000X wie auch der Bose QC 35 herbeigezogen. Während der Sony MDR-1000X und auch der Bose QC 35 die Musikanten praktisch nur noch andeutungsweise zu Gehör kommen lassen, zeigt die Stufe 2 des Testhörers die geringste Wirkung und lässt die Instrumente der Musikanten doch relativ laut erklingen. Besser steht es auf Stufe 1, wo die Musikanten doch recht deutlich abgedämpft werden. Auf Stellung drei dann zeigt der Hörer eine ganz beachtliche Leistung, kommt jedoch nicht ganz an die Lärmverminderung der beiden Konkurrenten heran.

Dasselbe Lied auch bezüglich Strassenlärm: Die Stellung 3 lässt, wie auch die Vergleichshörer, praktisch nur noch hohe Reifengeräusche durch, das Brummen und Dröhnen wird perfekt eliminiert. Weniger stark dämpfen die Stellungen 1 und 2, was ja auch vom Hersteller so geplant wurde. Da jedes uns bekannte Noise Cancelling leider auch eine mehr oder weniger gut hörbare Klangverminderung mit sich bringt, wird diesem Punkt grosse Aufmerksamkeit gespendet.   

Auf den Stellungen 1 und 3 wird der Klang etwas greller und verliert geringfügig an Definition und Schönheit. Die Stellung 2 ist die audiophilste, aber sie ist auch bezüglich Lärmverminderung die am wenigsten wirksame. Bezüglich Reduktion der Klangqualität geht es also parallel zur Stärke der Dämpfung, wie das bei Noise Cancellings anderer Firmen ebenfalls der Fall ist. Insgesamt darf man dem Noise Cancelling des RP-HD605N ein gutes Verhältnis von Lärmreduktion zur Reduktion der Klangqualität zugestehen.

Was weiter auffällt, ist die Tatsache, dass gerade beim Bose QC 35 mit seiner radikalen Lärmverminderung einige Leute einen gewissen unangenehmen Druck aufs Trommelfell verspüren. Von diesem Druck aufs Trommelfell ist beim Panasonic RP-HD605N auf allen drei Stellungen nichts zu spüren.

Fazit

Der Panasonic RP-HD605N zeigte sich im Test als in jeder Beziehung hochqualitativer Hörer. In Sachen Bluetooth ist er mit aptX HD und LDAC universell ausgerüstet und bringt das heute maximal Mögliche an Bluetooth-Klangqualität. Wer sich schon einen solch hochwertigen Hörer leistet, sollte darauf achten, dass das Zuspielgerät entweder über den aptX HD oder den noch besser klingenden LDAC-Codec verfügt. Insgesamt ein sehr gut klingender Hörer, mit dem man nicht nur auf der Reise, sondern auch zu Hause ungestört Musik in sehr guter Qualität geniessen kann.

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