TESTBERICHT
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Image X-10

Ein mobiles Kleinod für Klangpuristen: Der Klipsch Image X-10

Die Box huldigt ganz klar einem ganz speziellen Sound.

Während man beim Kopfhörer Beats Solo HD von beats by dr. Dre die Bässe ganz gewaltig anhob, konzentrierten sich die dr.dre-Sound Magier hier auf die Höhenwiedergabe. Es wäre ja auch ungemein viel schwieriger, dem Bass einer solchen Box zur Brachialgewalt zu verhelfen als ganz simpel die Höhen soweit zu forcieren, dass es auch jeder wahrnimmt, dass da etwas „besonderes“ abläuft.

Im ersten Moment staunt man, über welche Brillanz diese System verfügt. Doch rasch bemerkt das auch nur einigermassen geschulte Gehör, dass diese ganz klar höhenlastige Box mit stark zischelndem Einschlag zu nerven beginnt. Durch die drastische Höhenanhebung werden Stimmen kehlig und bei jazzigen Big-Band-Sounds beginnen die Becken für hifi-verwöhnte Ohren unangenehm und ordinär zu zischen.

Jegliche Art von Musik erhält hier einen grellen Anstrich, sprich eine Verfärbung. Eine Violine klingt wie aus der Tiefkühltruhe, Rebecca Pidgeons Kehle scheint ausgetrocknet zu sein, und praktisch alle natürlichen Instrumente erhalten einen knallharten, metallischen Glanz.

Dass dieser Klangcharakter bei Rap, Hip Hop, Techno und so weiter einer gewissen jungen Hörerschaft die helle Freude in die Gesichter zaubern kann, sei hier ganz und gar nicht abgestritten. Doch liegt dieser Kangcharakter gewiss nicht im Bereich einer natürlichen Musikwiedergabe.

Positiv für diese junge Hörerschaft ist gewiss die Tatsache, dass das System sehr laut und bassstark spielen kann. So kann dieses Kultteil, wenn tüchtig aufgedreht, ein bemerkenswert kräftiges Klangspektakel bieten.

Der Image X-5 ist der kleinere Bruder des Image X-10. Bei identischer Bauform mit einem kleinen Bassreflexgehäuse ausgestattet, besitzt er einen etwas abgespeckten Breitbandtreiber. Achten sollte man darauf, dass der Hals der Hörers leicht nach hinten neigt, dann sitzt er richtig im Gehörgang.

Der Image X-5 trumpfte mit einem ungemein klaren und prägnanten Sound auf. Ein Schuss Wärme in der Mittellage macht die Wiedergabe von Frauenstimmer sehr angenehm. Bei Männerstimmer wünscht man sich bisweilen etwas mehr Körper in der unteren Mittellage. Ausgezeichnet auch beim X-5 die sehr detaillierte Klangdefinition, die kleinste Nuancen hörbar macht.

Die Höhen wirken präsent aber nicht scharf. Im Vergleich zum X-10 fehlt im Top-end der gewisse High-End Touch, Becken wirken geringfügig weniger ziseliert und Rebecaa Pidgeons Stimme leicht nasaler als beim X-10. Auch der Bassbereich kommt eine Spur weniger mächtig. Die Unterschiede sind zwar gering, aber für Klangpuristen durchaus nachvollziehbar. Der X-5 ist aber auch deutlich preiswerter und insgesamt immer noch einer der besten aktuellen In-Ear Hörer auf dem Markt. Gerade bei elektronischer Musik wirkt er ungemein frisch und dynamisch.

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