Bekannt geworden ist Jean-Stépane Bron mit seinem Dokumentarfilm "Mais im Bundeshuus" (2003), der einen aufschlussreichen Blick hinter die Politkulissen des Bundeshauses zeigt und nachvollziehbar dokumentiert, wie es in Bern zur Entscheidungsfindung kommt.
Dieser Film zeigt eindrücklich die Fähigkeit Brons, Menschen die Scheu vor der Kamera zu nehmen und dadurch einen authentischen Einblick in ihr Leben zu ermöglichen.
Diese Fähigkeit spiegelt sich auch in den beiden anderen Dokumentarfilmen dieser sorgfältig edierten Kassette mit drei DVDs und Booklet: "Connu de nos Services" von 1997 und "La bonne conduite" von 1999.
"Connu de nos services" (Unserer Dienststelle bekannt) zeigt die Erinnerungen des 50-jährigen Claude Muret beim Lesen seiner Fichen, welche die Polizei in Lausanne seit seinem 16. Lebensjahr über ihn angelegt hat.
Interessant ist dei Gegenüberstellung der Aussagen von damaligen Jugendlichen und Polizisten, ineteressant auch die historischen Aufnahmen.
Dennoch wirkt der Film durch die vielen Interviews und Gespräche etwas statisch. Für Leute, die nicht genügend französisch verstehen, wird er durch die Untertitelung zusätzlich anspruchsvoll.
Sehr lebendig und facettenreich hingegen ist "La bonne conduite" (Die Fahrschule). Hier werden fünf Begegnungen in einem Fahrschulauto gezeigt.
Verschiedene Nationen und Kulturen treffen aufeinander. Allen gemeinsam ist das Ziel, die Fahrprüfung zu bestehen. Doch das Spektrum an Biografien, tragischen aber auch komischen Geschichten ist weit.
Bron hat hier ein Panorama des Lebens mit viel Nähe aber ohne Voyeurismus in Bild und Ton eingefangen.