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Testbericht · Soundmatters · All-In-One Musiksystem

Surround Sound aus Kalifornien

MainstageHD Sound System mit Substage100 Subwoofer

Die in Kalifornien beheimatet Firma Soundmatters hat sich darauf spezialisiert, grossen Sound aus kleinen Audiosystemen zu zaubern. Die beiden ersten Produkte dieser relativ jungen Firma sind eine Musikkonsole genannt MainstageHD und der SUBstage100.

Von Hans Jürg Baum ·

Hinter der Firma Soundmatters steht Dr. Godehard Günther, der neben seinen drei Doktorentiteln in Astronomie, Nuklearphysik und Physikalische Chemie auch als Projektmanager bei der NASA tätig war.

Er zeichnet denn auch verantwortlich für zahlreiche Erfindungen im Bereiche der Schallerzeugung. Laut Werbung soll seine sehr kompakte digitale Multi-Speaker-Konsole, die MainstageHD (HD=HighDefinition), Räume in Konzerthallen und Kinosäle verwandlen.

So darf man denn sehr gespannt sein, was dieser Sound-Experte in seiner Klangschmiede getüftelt hat.

Multispeaker Konsole

Anschlussfeld der MainstageHD. Aus den nach rückwärts gerichteten Bassreflexöffnungen bläst es zuweilen orkanmässig.

Die MainstageHD ist ein Musik-System mit eingebauten Lautsprechern, Verstärkern und Prozessoren, allerdings ohne Player oder Tuner.

Sie kann ins Regal sowie auf oder unter einen Fernseher gestellt, oder mittels spezieller Halterung an die Wand montiert werden.

Der Witz der MainstageHD besteht darin, mit raffinierter Elektronik von einem einzigen Punkt aus einen Raumklang zu erzielen, der weit über die Abmessungen dieses kleinen Systems hinausreicht.

Nach vorne strahlen zwei Mittel-Hochtöner, ein Basschassis gibt seinen Schall nach oben ab. Auf der Rückseite sind Bassreflexöffnungen zu finden, aus denen es bei lautstarken Bässen ganz tüchtig herausbläst.

An das elegant gestylte Gerät lassen sich analoge Stereosignale über Cinch (z.B.CD-Player) und Mini-Klinkenbuchse (iPod etc.) anschliessen. Digitale Quellen werden via TosLink (optisch) oder Koax (Cinch) zu den D/A-Wandlern und Prozessoren geleitet. Weiter besteht die Möglichkeit, einen aktiven Subwoofer und Verstärker für ein Rear-Speaker-System anzusteuern.

Am Gerät selbst lassen sich lediglich Quellen wählen und die Lautstärke verstellen. Via Fernsteuerung werden zusätzlich noch Bässe und Höhen geregelt und die Eingänge sowie der Dialog-Equalizer zur besseren Sprachverständlichkeit gewählt.

Musik in Stereo und Surround Sound

Wer Musik pur ab CD oder MP3 Player hören will, wählt den Stereobetrieb. Hier wird dem Klangbild nichts hinzugefügt. Lediglich Bässe und Höhen können beeinflusst werden.

Den Dialog-Equalizer sollte man bei Musik auf keinen Fall einschalten, denn er verfärbt den Klang drastisch. Wer dem Klang künstlichen Raum verleihen will, wähle den Surround-Modus.

Filmton mit Breitband-Effekt

Je nachdem, in welcher Form der Filmton angeliefert wird, kann der Stereo- oder Surround Modus als geeignet erscheinen.

Bei Programmen ab DVD mit 5.1 Ton wird mit Vorteil der Surround-Modus gewählt.

Der 5.1-Sound wird dann vom internen Prozessor so aufbereitet, dass er über die Lautsprecher der MainstageHD am wirkungsvollsten erscheint.

Nicht verarbeiten kann die MainstageHD DTS-Signale. Dies ist weiter nicht schlimm, da es, abgesehen von wenigen speziellen DTS-Demodiscs, praktisch keine DVDs ohne Dolby Digital-Ton gibt.

Auf Sound von hinten - das weiss man inzwischen - muss man bei solchen Systemen verzichten. Allerdings ist es möglich, eine zweite MainstageHD hinten aufzustellen und sie so mit dem vorderen System zusammenzuschalten, dass sich echter Surroundsound ergibt.

Subwoofer einmal anders

Dank seiner geringen Bauhöhe kann der leistungsfähige Subwoofer Substage100 elegant unter Sesseln und anderen Möbelstücke versteckt werden

Die 70er waren auch die Zeit der luxuriösen Stereo- (und sogar Quadrophonie-)Receiver. Geräte wie das Model 2325 (ab 1974, 2 x 125 Watt) boten eine unglaubliche Fülle an Tasten, Reglern und Einstellmöglichkeiten und besassen das charakteristische «Gyro-Touch»-Tuninginstrument. Marantz machte damals alle Innovationen im Bereich des Rundfunks mit. So verfügten die Receiver/Tuner zum Teil über eine Dolby-Rauschunterdrückung und waren für Quadrofonie (Matrix-Verfahren) gerüstet. Beides setzte sich jedoch letztlich im UKW-Empfang nicht durch.

Das Topmodell der 70er-Jahre war der Quadrofonie-Receiver 4400, der sogar mit dem legendären Tuning-Oszilloskop ausgestattet und mit einem Preis von über CHF 4000 fast schon unerschwinglich war. Model 4400 konnte (und kann) echte Quadrofonie ab Schallplatte wiedergeben. In den 70er- und 80er-Jahren gab es – vor allem im Klassikbereich – relativ viele Platten mit SQ-Kodierung. Solche Matrix-Aufnahmen sind Stereo-kompatibel und können (im Unterschied zu CD-4-Pressungen) von normalen Tonabnehmern abgetastet werden. Leider gilt für die meisten Luxus-Receiver von Marantz aus den 70er-Jahren, dass die Fülle der Ausstattung für «astreinen» Klang nicht unbedingt förderlich war. Auch benötigen Gebrauchtgeräte aus dieser Zeit regelmässige Wartung, da die Kontaktfreudigkeit der vielen Regler und Tasten bei längerem Nichtgebrauch leidet. Nichtsdestotrotz stellen Marantz-Oldies aus dieser Zeit einen HiFi-Traum dar und bereichern nur schon optisch das audiophile Wohnzimmer.

Spass mit Musik

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Kleines Heimkino

In unserer Erprobung wurde die MainstageHD auf einen grossen Rückprojektor gestellt. Der dröhnende Sound des Rückpros wurde nun vom klaren Klang der MainstageHD wohltuend ersetzt. Zudem erhielt das Klangbild punkto Räumlichkeit eine weitere Dimension.

Was die MainstageHD bei grandiosen Filmen wie Herr der Ringe oder einem Flug der Phoenix an Raumklang und Schallpegel bieten kann, grenzt an ein kleines Wunder. Man könnte hier doch zur Ansicht gelangen, dass es Dr. Godehard Günther gelungen ist, die Grenzen der Physik etwas zu verschieben.

Sogar bei voll angehobenen Bässen und beachtlich hohen Lautstärken sind, dank genialen Limiterschaltungen, keine Verzerrungen zu hören. Und aus den rückwärtigen Bassreflexöffnungen der MainstageHD bläst es bei Bassimpulsen schon fast orkanmässig...Ein Subwoofer ist gerade in kleineren Räumen glatter Luxus....

Kinosound plus Kontrabass

Der Substage100 (oben Frontansicht, unten Rückansicht) arbeitet, trotz kompakten Abmessungen, mit einer sehr grossen Membranfläche.

Wer sich aber diesen Luxus leistet, erhält ein Bassfundament mit bemerkenswertem Druck und Tiefgang. Aber nicht nur der Bass, das gesamte Klangbild wirkt nochmals deutlich vitaler und dynamischer.

Beim Einpegeln der Lautstärke des Subwoofers ist zu beachten, dass der Bassbereich nicht stärker, sondern lediglich tiefer wirkt. Wird die Lautstärke zu hoch gewählt, werden Mitten und Höhen verdeckt - der Sound verliert drastisch an Transparenz und beginnt zu dröhnen.

Richtig dosiert liefert der Substage100 unlimitierten Bass-Power. Das Zwerchfell wird bei wuchtigen Action-Szenen so richtig durchmassiert, der Adrenalinausstoss bei actionreichen Movies vervielfacht.

Fazit

Die MainstageHD von Soundmatters liefert sowohl bei reinem Musikbetrieb als auch bei Movies in Sachen Klagqualität, Räumlichkeit und Dynamik Ergebnisse, die man schlicht als kleine Sensation bezeichnen muss.

Wer's nicht glaubt, höre sich dieses Unikum selbst mal an...

Der Subwoofer SUBstage100 kann das Bassempfinden nochmals deutlich steigern und lässt sich auch bei vielen anderen Kombinationen wo kräftige, druckvolle Bässe aus kleinem Gehäuse gewünscht werden, einsetzen.

Infos

Preis: 749 Franken

www.dynavox.ch 

026 466 73 73

 

 

Steckbrief
ModellMAINstage HD
Preis749.00 CHF
HerstellerSoundmatters
VertriebDynavox Electronics SA
Jahrgang2006
Masse425 x 65 x 230 mm
Gewicht2,2 kg
Farbesilber
Analog Input2 x Line (Cinch, 3,5 mm Jack)
Analog Output1 x Subwoofer, 1 x Surround
Digital Input1 x koaxial, 1 x optisch
Leistungsaufnahme Standby< 4,5 W
Maximale Leistung2 x 20 + 2 x 20 Watt

Testurteil

8 / 10

Plus

  • Raumklang von einem Punkt aus;kompakte Abmessungen;günstiger Preis;universelle Anwendung;einfache Bedienung

Minus

  • wo beibt hier das Härchen in der Suppe?;ah ja: ;kein Sound von hinten!;dazu benötigt man eine zusätzliche MainstageHD

Profil: Stereo und Raumklang aus kompaktem Gehäuse und dies erst noch in erstaunlich guter Qualität.

Der Autor Hans Jürg Baum

Hans Jürg Baum ist Mitgründer von avguide.ch und war zehn Jahre lang Geschäftsführer. Der Musiker schrieb zwei Jahrzehnte lang über Audio-Komponenten, Kopfhörer und Musik — Schwerpunkt Klassik und Barock in HiRes.

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