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Gut hören und verstehen

Test der AV-Anlage Magnifi Max SR von Polk

Polk Audio will hierzulande mit einer vielversprechenden AV-Soundanlage namens Magnifi Max SR eine grosse Scheibe des Markts abschneiden. Wie stehen die Chancen?

Von Christian Wenger · 26. November 2018
Das komplette System Magnifi Max SR von Polk Audio. Das komplette System Magnifi Max SR von Polk Audio.

Wir haben über die Verfügbarkeit der Produkte des US-amerikanischen Herstellers Polk Audio in der Schweiz kürzlich berichtet und auch, dass Polk für Magnifi Max (Soundbar und Subwoofer) einen EISA-Award einheimsen konnte. Wir haben einen Test des gesamten Systems mit den Rear-Speakern (Magnifi Max SR) angekündigt. Hier ist er nun.

Polk macht es ein wenig anders als andere Hersteller, was man schon bei der Verpackung erleben kann. Alle Komponenten befinden sich in einer Box, und das Ganze ist gut tragbar, dank einem Griffloch in der Mitte. Für Hersteller und Vertrieb gibt es den Vorteil, dass man mehrere Boxen perfekt stapeln kann.

Die ungewöhnliche, aber durchdachte Verpackung der Magnifi Max SR.Die ungewöhnliche, aber durchdachte Verpackung der Magnifi Max SR.

Es gibt viel auszupacken: Der Subbass, die Soundbar, zwei Rearspeaker und eine prall gefüllte Zubehör-Box mit allen Kabeln, Netzteilen, Fernbedienung, Wandhalterungen ... Polk hat wirklich an alles gedacht – auch an die unterschiedlichen Netzstecker unterschiedlicher Länder.

Für jeden Zweck, an jedem Ort, alles dabei. Die Accessory Box der Magnifi Max SR von Polk Audio.Für jeden Zweck, an jedem Ort, alles dabei. Die Accessory Box der Magnifi Max SR von Polk Audio.

Das war der überzeugende Erstkontakt mit Magnifi Max SR. Das System ist als Magnifi Max auch ohne die beiden Rearspeaker erhältlich.

Verarbeitungs-Check

Die Soundbar hat ein relativ auffälliges Design mit seitlichen, tunnelartigen Öffnungen. Sie dürften zur Bassunterstützung gut sein. Die Soundbar erinnert ein wenig an Motorsport. Die Stoffbespannung hat einen edlen Touch, ebenso die Chrom-Applikationen. Die hinteren Standfüsse sind höher ausgelegt als die vorderen, damit der Winkel stimmt. Sonst würde sich die Soundbar gegen hinten neigen.

Die vorderen Auflagepunkte heben die Soundbar nur minimal von der Fläche des Sideboards ab. Das dürfte in den meisten Fällen ausreichen – nicht aber beim vorhandenen USM-Möbel. Die Stahlstäbe treten zu stark hervor und berührten den Boden der Soundbar. Hier wären passende Untersteller zu empfehlen.

Die Soundbar wird von einem grosszügig dimensionierten, externen Netzteil versorgt.

Die Soundbar des Magnifi-Max-SR-Systems.Die Soundbar des Magnifi-Max-SR-Systems.

Die Rearspeaker scheinen mir sehr wertig und hübsch gemacht. Natürlich werden sie wireless betrieben. Ihre Netzteile, die mit der nächstliegenden Steckdose zu verbinden sind, verfügen über gut 3 Meter lange Kabel, die man gut unterbringen kann.

Ein Rearspeaker des Magnifi-Max-SR-Systems von Polk Audio.Ein Rearspeaker des Magnifi-Max-SR-Systems von Polk Audio.

Der ebenfalls kabellose Subbass arbeitet nach dem Downfiring-Prinzip gegen den Boden. Die organische Formgebung ist gefällig, doch ist die Anmutung ein wenig kunststofflastig. Die feine Rillen-Struktur auf der Oberseite macht ihn etwas hübscher, dürfte aber von Zeit zu Zeit den Einsatz eines Staubsaugers erfordern. Die Stromversorgung des Subs ist integriert.

Subbass des Magnifi Max SR. Man kann ihn gewiss auch unauffälliger aufstellen, doch ein Testbetrieb ist eben anders.Subbass des Magnifi Max SR. Man kann ihn gewiss auch unauffälliger aufstellen, doch ein Testbetrieb ist eben anders.

Die Verarbeitungsqualität ist gerade in Relation zum Preis sehr anständig. Man kann für 849 CHF nicht den puren Luxus erwarten, schliesslich kommt es auch auf andere Dinge an.

Setup und Bedienung

Es geht nichts über eine clevere Fernbedienung, die sich selbst erklärt und ohne staubanfällige Ritzen auskommt. Besonders gut und einfach bedienbar ist der Lautstärkenabgleich und die Balanceregelung der Surround-Speaker oder der Rearspeaker.Es geht nichts über eine clevere Fernbedienung, die sich selbst erklärt und ohne staubanfällige Ritzen auskommt. Besonders gut und einfach bedienbar ist der Lautstärkenabgleich und die Balanceregelung der Surround-Speaker oder der Rearspeaker.

Ich legte die Installationsanleitung zur Seite und platzierte Soundbar, Subbass und Surround-Lautsprecher so, wie es die Verhältnisse bei mir zulassen. Die Soundbar wurde mittels dem mitgelieferten HDMI-ARC-Kabel mit dem TV-Gerät verbunden. Wer keinen ARC-Ausgang hat (bei älteren TV-Geräten), macht die Verbindung mit HDMI und mit dem optischen Toslink-Kabel.

Dann galt es nur noch, den TV einzuschalten und nach kurzer Zeit lief die Soundbar. Und der Subbass? Der lief bei näherer Betrachtung natürlich auch, aber ich musste ihn zuerst lauterstellen – und zwar mit der Fernbedienung. Eine Fernbedienung, die man nicht zuerst erproben muss. Die Bedienelemente sind auch für Erstnutzer völlig einleuchtend.

Von den rückwärtigen Surround-Speakern war noch nichts zu hören, doch das überraschte mich nicht, denn ich war auf einem TV-Kanal. Zur Sicherheit betätigte ich die kleinen Koppler-Tasten an den Surround-Speakern, schaltete um auf Netflix und wählte einen Film. Dann war Surround da und ich konnte die Lautstärke der Surround-Speaker einpegeln und sogar die Balance optimieren. Gut, denn die Distanz zu den Lautsprechern war etwas unterschiedlich.

Nach fünf Minuten war alles paletti. Was sich hier vielleicht etwas dümmlich liest, ist ein echter Reality-Check. Wer studiert schon aufmerksam den Quick Start Guide. Der Beweis war erbracht: Jeder dürfte das Ding zum Laufen bringen.

Testbetrieb mit Kabelsalat.Testbetrieb mit Kabelsalat.

Besonderes Lob verdient wie gesagt die Fernbedienung. Ihre Funktionen sind sehr gut und verständlich angeordnet. Im Zentrum findet man die Lautstärke und die Lautstärke des Bassbereichs. Daneben findet man «Voice» für die Regelung der Sprachverständlichkeit, was denn auch die absolute Stärke dieses Systems ist. Wer kennt es nicht, dieses US-amerikanische Genuschel in den Filmen. Die Tasten schaffen schnell und gut Abhilfe. Nur die Fremdsprache müssen Sie selber erlernen.

Im unteren Bereich der Fernbedienung findet man Lautstärke und Balance der Surround-Speaker. Damit ist es ein Kinderspiel, sich die Kinoatmosphäre herbeizuzaubern. Und wer die Surround Speaker nicht exakt gleich weit entfernt vom Epizentrum der Filmfreuden platzieren kann, der regelt halt mit Balance ein wenig nach, was wirklich sehr überzeugend funktioniert.

Alle Manipulationen werden von der Soundbar optisch mit einer LED-Zeile zurückgemeldet, sodass man sich immer daran orientieren kann.

Der Nacht-Modus oben links erzeugt besonders angenehmen Sound, wenn man zu später Stunde noch einen Film geniessen will, wenn die Familie oder die Nachbarn bereits schlafen.

Auch bei den Anschlüssen kann man eigentlich nichts falsch machen. Den TV verbindet man mit einem HDMI-ARC-Kabel, und wenn der Fernseher keinen ARC-Ausgang hat, verbindet man einfach noch ein Toslink-Kabel (TV Optical).Auch bei den Anschlüssen kann man eigentlich nichts falsch machen. Den TV verbindet man mit einem HDMI-ARC-Kabel, und wenn der Fernseher keinen ARC-Ausgang hat, verbindet man einfach noch ein Toslink-Kabel (TV Optical).

Kinofeeling

Der Sub von unten.Der Sub von unten.

Was kann man für diesem Preis erwarten? Relativ viel. Das Kinoerlebnis hätte ich dem Magnifi Max SR nicht zugetraut. Die Dialoge sind sehr gut verständlich und man kann bei Defiziten einfach ein wenig nachhelfen. Der Subbass bildet ein verblüffendes Fundament und benimmt sich nicht wie eine Hüpfburg.

Die Surround Speaker klingen ebenfalls sehr gut. Daran wurde nicht gespart. Insgesamt beeindruckt mich auch die erzielbare Lautstärke. Man kann sehr laut hochdrehen, wobei sich die Verzerrungen in Grenzen halten. Das linke und rechte Signal von vorne wirkt hingegen ein wenig eingepfercht. Das ist Soundbar-typisch. Man kann separate Lautsprecher nicht ohne Kompromisse ersetzen.

Musikerlebnis

Die Kopplung per Bluetooth klappte wunderbar. Google Chromecast konnte ich nicht testen. Der Sound liess sich angenehm einstellen, am besten mittels der Taste «Musik» auf der Fernbedienung, und dann noch mit etwas weniger Bass als bei Heimkino. Das Stereo-Panorama war eingeschränkt, aber die Raumtiefe der Klangbühne wirkte überzeugend auf mich.

Es ist allerdings zu berücksichtigen, dass man damit ein kostengünstiges Stereosystem nicht ersetzen kann. Für eine solide Musikdarbietung mit null zusätzlichem Aufwand reicht es aber allemal, und wenn man etwas weiter entfernt Platz nimmt, z. B. im Essbereich, dann klingt es doch ganz schön raumfüllend – und trotzdem genügend ortbar.

Fazit

Die Bedienelemente auf der Soundbar.Die Bedienelemente auf der Soundbar.

Magnifi Max SR ist ein tolles und kostengünstiges AV-Beschallungssystem für kleinere bis mittlere Räume, welches über komfortable Leistungsreserven verfügt und punkto Sprachverständlichkeit eine tolle Performance abliefert. Die Aufschrift «Voice Adjust» im Zentrum der Soundbar ist keine falsche Versprechung.

Das Design könnte für meinen Geschmack etwas schlichter sein, weniger auffällig, aber das ist eben Geschmacksache. Den Subbass sollte man nicht zu weit von der Soundbar entfernt aufstellen, und wenn möglich nicht direkt in eine Raumecke.

Magnifi Max SR von Polk Audio ist eine Empfehlung wert. Der EISA-Award (für das System ohne Surround-Speaker) erscheint mir verdient.

Steckbrief
Modell:
Magnif Max SR
Profil:
Vierteiliges, Kabelloses 5.1 AV-Komplettsystem mit vielen Möglichkeiten.
Pro:
Einfaches Setup und logische Bedienung.
Ausgezeichnete und stufenlos beeinflussbare Sprachverständlichkeit.
Guter Klang und hohe Lautstärkenreserven.
Contra:
Design ist Geschmacksache.
Preis:
849.00 CHF
Hersteller:
Polk Audio
Jahrgang:
2018
Vertrieb:
Horn Distribution CH AG
Onlinefassung: https://avguide.ch/testbericht/gut-hoeren-und-verstehen-test-der-av-anlage-magnifi-max-sr-von-polk
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