
Leo Greiner Gründer und Geschäftsführer, Piega SA.
Interview mit Leo Greiner
HJB: Ich habe es höchstpersönlich gehört, dass Fachleute in der UE-Branche schon fast ein wenig frustriert behaupten: „Piega lässt ihre Gehäuse ja auch in China fertigen!“ Was ist Ihre Meinung dazu? Greiner: Wir fertigen unsere Aluminium-Profile bei Alcan in Chippis im schönen Wallis. Für einfachere Profile wäre China natürlich eine Alternative. Doch wir haben bei Aluminium-Gehäusen über fünfzehn Jahre Erfahrung gegenüber den Mitbewerbern, und diesen Vorteil wollen wir beibehalten. HJB: Kann man heute noch rentabel in der Schweiz produzieren? Wenn ja, weshalb und wie lange noch? Greiner: Solange es sich um qualitativ hochstehende Produkte, die entweder hochtechnologisiert oder in reiner Präzisionshandarbeit hergestellt werden, ist die Schweiz sehr wohl als Standort geeignet. – Was meinen Sie, warum wohl Rolex, IWC und Patek nicht in China fertigt? HJB: Habt Ihr auch schon an eine Fertigung in China gedacht? Greiner: Einzelne Komponenten sind natürlich gar nicht mehr anders als mit dem Ursprung China erhältlich. Wenn Sie einen MPK-Kondensator von Philips kaufen, ist der mit Sicherheit nicht in Holland produziert worden. HJB: Was könnte man sparen, wenn z.B. die Gehäuse aus China kämen? Greiner: Der reine Stückpreis wäre vielleicht die Hälfte. Dazu kommen aber noch Kosten für Logistik, Kommunikation und Controlling. Aber viel wichtiger ist: Qualität! HJB: Wäre es möglich, ganze Piega-Lautsprecher in China fertigen zu lassen, die in der Qualität befriedigen würden? Greiner: Natürlich wäre dies denkbar. Allerdings müsste die Qualitätssicherung und die ganzen terminlichen Abläufe durch ein Piega-Team vor Ort gewährleistet werden. Wir sind der Meinung, dass die Kostenersparnis bei gleichbleibender Qualität nicht wesentlich wäre.
Produktion in Horgen und Wädenswil