
Die beiden jungen deutschen Ingenieure Jörn Janczak (links) und Swen Wasserrab aus Leipzig
Die Abhöranlage bestand aus folgenden Komponenten: Accuphase Laufwerk DP100LW und der Wandler DC101, Bryston SP1 Preamp und Bryston 14B Poweramp, sowie Lautsprecherkabel von Flatline.
Mit hellem, frischem und lebendigen Klangtimbre brachten die Tidal Piano und klassische Chorwerke. Bei Opernwerken wirkten die Stimmen leicht kehlig, die hohen Lagen zuweilen etwas unterkühlt.
Extrem obertonreich und hochaufgelöst kamen dann die feinen Cembalo-Zupfer und Streicherpassagen bei Werken von Vivaldi. Diese betont brillante Wiedergabe faszinierte, liess aber doch auf die Dauer etwas an klanglicher Wärme vermissen.
Bei Jazzaufnahmen erschienen die Perkussionsinstrumente unheimlich schnell und prägnant. Untermauert wurde dieses äusserst spritzige Klangbild von einem sehr tiefen, kräftigen und präzisen Bass.
Die Little Piano brachte ganz ähnliche Klangresultate, ohne natürlich die Bassgewalt der Piano zu erreichen. Die klangliche Verwandtschaft zeigte sich auch bei der Mino, die ebenfalls ein extrem brillantes Klangspektakel bot.
Einen ganz anderen Klangcharakter zeigte die silbern glänzende Amea. Sie betörte die Hörerschaft mit einem überaus sympathischen, geschmeidigen und natürlichen Klang, dem jegliche Härte fehlte. So begeisterten nicht nur Stimmen und Streicher, auch jazzige und popige Klänge brachte sie mit einem sehr gefälligen Sound.
Doch von den Leistungen der Piano, Little Piano und Mino war man ganz allgemein nicht völlig überzeugt und es wurde gerätselt, welcher Komponente die Schuld am doch etwas überbrillanten Klang hätte zugeschoben werden können.
Mit der Accuphase A50V-Class-A-Endstufe und der DC330 Digital Vorstufe lief der Hörtest weiter.
In der Tat waren die Boxen kaum wiederzuerkennen. Freude kehrte in die Gesichter der Hörer, insbesondere der beiden Tital-Schöpfer zurück. Offenbar harmonierte die extrem schnelle und superbrillante Klangcharakteristik der gewaltigen Bryston 14B Powerendstufe nicht optimal mit diesen drei Boxen. Ob Klassik, Jazz oder harten Pop, jetzt stimmte der Sound und begeisterte.
Die ganze Geschichte zeigte wieder einmal mehr die Wichtigkeit einer optimal abgestimmten Kette von Elektronik, Kabel und Lautsprecher.
Ende gut alles gut - die Demonstration der Tidal Leute war gerettet. Die klanglichen Leistungen entsprachen den hohen Erwartungen an diese High-End-Boxen.
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