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Musikrezension

Nichts für schwache Nerven

Music from Corigliano

Von Hans Jürg Baum ·
Das audiophile Label Chandos bringt auf dieser Hybrid SACD Werke des vielfach ausgezeichneten und 1938 geborenenen John Corigliano.

Seine Werke sind keine eingängigen Schönmalereien, sondern stimmungsgeladene Klangzaubereien.

Die Suite „The Red Violin“ arrangierte Corigliano aus der Musik dieses prämierten Films.

Wie er die vom Teufel besessene Violine in diesem Film klanglich abbildet, bringt die hervorragende Eleonora Turovsky auf dieser SACD ebenso gut zur Geltung wie Joshua Bell im Film.

Auch in der 2. Sinfonie von John Corogliano sind keine gefälligen Melodien mit wohlklingender Harmonik zu hören, sondern eine experimentelle, avantgardistische Tonwelt.

Sie ist aufpeitschend, unheimlich und wahrlich nichts für schwache Nerven.

Der 5.0 Surround Sound wirkt hell, transparent und sehr räumlich. Nach meinem Geschmack fehlt den Streichern etwas klangliche Wärme.

Der Klang soll und will aber nicht einlullen, sondern geladene Stimmungen erzeugen.

Alles in allem eine absolut aussergewöhnliche Hybrid SACD, die sich wohltuend vom soften Geplätscher vieler US-Demo-Surround-SACDs abhebt.
Album
AlbumtitelJohn Corigliano Suite "The Red Violin"
KomponistJohn Corigliano
LabelChandos
Jahr2005
BestellnummerCHSA 5035
TonformatStereo, 5.0
MediumHybrid SACD
Preis32.00
Musik 8 Klang 8
Der Autor Hans Jürg Baum

Hans Jürg Baum ist Mitgründer von avguide.ch und war zehn Jahre lang Geschäftsführer. Der Musiker schrieb zwei Jahrzehnte lang über Audio-Komponenten, Kopfhörer und Musik — Schwerpunkt Klassik und Barock in HiRes.

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