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Musikrezension

High-End Salonmusik

The Jazz Kamerata

Von Hans Jürg Baum ·
Auf seiner neusten Aufnahme spielen Carlo Franzetti und „The Jazz Kamerata“ Kompositionen von Miles Davis, Pat Metheny, Keith Jarret und anderen hochkarätigen Musikern.

Das tönt verlockend.

Dieses Ensemble besteht aus einem Streichquintett mit Violinen, Bratsche, Cello und Kontrabass. Hinzu kommen Klavier, Flöte, Klarinette und diverse Saxophonarten.

Das stimmt kritisch.

Denn: Jazz und Streicherensembles haben in der Vergangenheit noch nie so recht zueinander gepasst.

Auch ergaben sich sehr oft peinliche Momente, wenn Musiker mit klassischer Ausbildung, insbesondere Streicher, zu „jazzen“ versuchten.

Die ersten Paar Takte zeigen aber klar, dass man hier gar nicht danach trachtet, irgendwelchen Jazzmeistern den Rang abzulaufen.

Das ganze klingt denn auch nicht nach „kammermusikalischem Jazz“, sondern ganz klar nach Salonmusik.

Hier blitzen geschmeidig-schnulzige Sax-Solis und elegante Klavierpassagen auf, die dann wieder von melancholisch-süss-schluchzenden Streicherklängen abgelöst werden.

Musik also, die man als Backgroundmusik benutzen kann, die aber als Alleinunterhaltung nicht zu faszinieren vermag.

Wie man es vom audiophilen Label Chesky gewohnt ist, klingt die Aufnahme absolut hervorragend.

Auf den Centerkanal verzichtet man hier aus Prinzip. Trotzdem klingt die Aufnahme extrem transparent und dennoch räumlich.

Kein Wunder, denn der Produzent ist niemand anders als Altmeister David Chesky höchstpersönlich.
Album
AlbumtitelThe Jazz Kamerata
KomponistDiv
LabelChesky
Jahr2005
BestellnummerSACD287
TonformatStereo, 4.0
MediumHybrid SACD
Preis32.00
Musik 5 Klang 10
Der Autor Hans Jürg Baum

Hans Jürg Baum ist Mitgründer von avguide.ch und war zehn Jahre lang Geschäftsführer. Der Musiker schrieb zwei Jahrzehnte lang über Audio-Komponenten, Kopfhörer und Musik — Schwerpunkt Klassik und Barock in HiRes.

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