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Musikrezension · Beatles

Back to the Beatles!

Das magische Mono Vinyl Box Set der "Fab Four".

Von Christian Wenger · · Seite 95 von 2
Eine Menge VinylEine Menge Vinyl

Über die Beatles gäbe es nichts mehr zu berichten, wenn ihre Musik nicht immerzu neu herausgebracht würde. Das komplette Re-Mastering des Beatles-Katalogs erschien vor wenigen Jahren (auch auf Vinyl) und ersetzte die hastigen Digitaltransfers der 1980er Jahre. Das wurde von der Musikpresse gepriesen.

2015 folgte der vorerst letzte Streich in Form der Neuausgabe aller Mono-Aufnahmen auf Vinyl, originalgetreu in jedem Detail. Die Masterbänder sollen, so wird beschworen, keinerlei digitale Prozesse durchlaufen haben. Die 14 Mono-Scheiben wurden so originalgetreu wie immer möglich produziert, Plattenhüllen, Beilagen und Label inklusive. Nur die 180 Gramm Gewicht unterscheiden die Platten von den seltenen Originalen.

Ich bezahlte beim Vetrauenshändler meiner Wahl in Bern 415 CHF für das Set und es ist mir egal, wenn es anderswo günstiger sein sollte. Die Musik der Beatles hellte schon immer meine Stimmung auf, machte mich quasi glücklich. Soll doch der Plattenladen auch etwas davon haben.

Die Mono-Story

Das physische Set-up des Systems ist einfach und logisch. Mittlerweile wissen wir, wo man eine Soundbar platziert, nämlich unter oder vor dem TV-Gerät, auf einem Sideboard oder an der Wand. Für die Wandmontage gibt es die passenden Befestigungen. Die Position des Subwoofers sollte links oder rechts neben der Soundbar sein und infolgedessen nahe an der Rückwand. Es schadet aber nicht, wenn man zur Rückwand und vor allem zu Raumecken etwas Distanz einräumt. Stichwort: Raummoden oder Raumresonanzen. Der Subwoofer strahlt gegen unten ab und die Bassreflexöffnung zeigt nach hinten. Damit sind Bassmoden, bei einer Aufstellung unmittelbar an der Wand, schon fast vorprogrammiert.

Vielleicht stört Sie das nicht. Gerade bei Film-Soundtracks nimmt man eine aufgeblähte Subbass-Performance gerne als eindrücklich wahr. Bei Musikwiedergabe ist es dann eher störend. Dann bietet es sich an, den Subwoofer an eine bessere Position zu verschieben, um Bassmoden zu verringern.

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Die Mono-Masters klingen exzellent, direkt, kraftvoll und ausgewogen. Die Band kommt vor allem bei den ersten 3 Alben völlig live herüber, was dem ursprünglichen R&B-Material der Beatles sehr entgegen kommt. Das rockt deutlich mehr als bei den Stereo-Versionen. Man wird auch nicht durch die recht auffälligen Pingpong-Stereo-Effekte abgelenkt, die mich manchmal etwas nerven. Die Leer-Rillen sind still wie ein Grab, so dass ich manchmal glaubte, ich hätte den Tonarm noch nicht abgesenkt.

Die späteren Alben profitieren etwas weniger, weil die zunehmend experimentellen Klangeffekte dieser Alben mit Stereo gut zur Geltung kommen. Vermutlich haben die Tonleute der Abbey Road Studios mit der Zeit sorgfältiger an der Stereo-Version gearbeitet, aber das ist wirklich nur eine Vermutung. Die Ausnahme bestätigt die Regel: Vergleichen Sie "Revolver"!

Die Räumlichkeit leidet nicht. Die Tiefendimension ist sehr beeindruckend und ich hatte oft das Gefühl, Stereo mit nahe zusammestehenden Musikern zu hören. Gewiss sind das keine, nach modernem Verständnis, audiophilen Aufnahmen. Verzerrungen sind immer wieder zu hören und in Mono sogar noch ausgeprägter. Das tut aber dem Live-Erlebnis keinen Abbruch. - Im Gegenteil.

Fazit

Wenn ich nicht mehr aus dem Sessel hochkomme, dann ist es für mich meistens gut und das war der Fall. So habe ich die Beatles noch nie gehört und ich bedaure es richtig, dass sie die letzten 3 Alben nicht auch zuerst in Mono gemastert haben. Dort muss ich mit Stereo "vorlieb" nehmen und es ist konsequent, dass man beim Mono Box Set auf diese Alben verzichtete.

Der Autor Christian Wenger

Christian Wenger war Elektrotechniker und Marketingfachmann in der Industrielektronik und Inhaber von InConcert Audio in Olten. Von 2013 bis 2024 schrieb er als Redaktor für avguide.ch. Heute lebt der Connaisseur und Weinliebhaber pensioniert in Südfrankreich und bleibt Mitinhaber der avguide.ch GmbH.

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