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Magazin · Blogpost

Ins Stocken geraten

Devialet Phantom verkauft sich zögernd

Devialets gepriesenes Life-Style-System Phantom und Silver Phantom scheinen nicht so recht zu fliegen. Der Hersteller lockt mit einer 45 Tage Heimtest-Offerte, vermutlich mit dem Ziel, die Verkäufe anzukurbeln. Wo liegt das Problem?

Von Christian Wenger ·
Explosionsmodell von Phantom
Explosionsmodell von Phantom

Devialet offeriert Phantom oder Silver Phantom für einen 45 Tage Heimtest. Man kann bestellen, bezahlen und nach max. 45 Tagen bei Nichtgefallen zurücksenden. Kaufpreis und alle Transportkosten werden ungefragt zurückerstattet.

Solche Aktionen sind nicht neu. Sie dienen in der Regel dazu, den Verkauf zu fördern, insbesondere dann, wenn das Produkt im Handel nur lückenhaft vertreten ist. Das trifft bei Herstellern zu, die den direkten Vertrieb zum Endkunden wählen und dann nicht auf die Unterstützung des Fachhandels zählen können. Der Heimtest soll's dann richten.

Aus gut informierten Kreisen ist zu vernehmen, dass Devialet bis dato nur ca. 600 Einheiten der Phantom verkauft haben soll. Ein grosser Teil davon dürfte aber auf Lager-Einkäufe bei Distributoren etc. entfallen. - Bedeutet, dass nur wenige Phantoms heute bei den Kunden musizieren dürften.

In diesem Kontext ist die 45 Tage-Offerte verständlich. Die Offerte ist grosszügig: 45 Tage sind lang und der Kunde scheint keinen Kostenanteil übernehmen zu müssen. Die retournierten Geräte können zudem nicht mehr als Neugeräte verkauft werden.

Die Gründe für die vermuteten Absatzproblem orte ich in der Positionierung des Produkts. Phantom kling in dieser Geräteklasse sehr gut, kostet aber mit min. 1690 EUR nicht eben wenig. Kunden, die sich für ordentliche Musikwiedergabe mit Spass- und Party-Faktor interessieren, bekommen für viel weniger Geld allerlei Brüllwürfel und sonstige Soundsysteme angeboten.

Wer Stereo will, bezahlt mit zwei Phantoms und dem Steuergerät dann min. 3679 EUR. Für diesen Preis gibt es bereits eine Menge guter Aktiv-Lautsprecher-Systeme zu kaufen, die ebenso beeindrucken und dazu in der Regel etwas dezenter in Erscheinung oder Nicht-Erscheinung treten. Dazu können wir Ihnen einen baldigen Vergleichstest ankündigen.

Bei Phantom scheint sich ein kombiniertes Problem abzuzeichnen: Direktverkauf eignet sich eher für günstige Audio-Produkte, die im Bereich des Spontankaufs zu orten sind und ernsthaftes HiFi im Einsteiger-Bereich fliegt preislich tiefer als auch schon. Es zeichnet sich eine Gratwanderung ab.

Schade, denn die Technologie überzeugt.

Der Autor Christian Wenger

Christian Wenger war Elektrotechniker und Marketingfachmann in der Industrielektronik und Inhaber von InConcert Audio in Olten. Von 2013 bis 2024 schrieb er als Redaktor für avguide.ch. Heute lebt der Connaisseur und Weinliebhaber pensioniert in Südfrankreich und bleibt Mitinhaber der avguide.ch GmbH.

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