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All inclusive

Test: All-in-One-Musiksystem Teac NR-7CD

Audiophile All-in-One-Musiksysteme sind Mangelware. Zu dieser seltenen Spezies gehört der NR-7CD von Teac. Er kombiniert CD-Laufwerk, DAC, Streaming-App und Verstärker. Sein Anspruch: Top-Niveau auf allen Ebenen.

Von Martin Freund · 5. März 2018
Schön designt: Die Front des Teac NR-7CD gibt sich aufgeräumt und strömt Wertigkeit und Luxus aus.Schön designt: Die Front des Teac NR-7CD gibt sich aufgeräumt und strömt Wertigkeit und Luxus aus.

Wirklich hochwertige All-in-One-Musiksysteme sind rar. Dazu gehört zweifelsfrei der NR-7CD von Teac. Dies wird schon beim Erscheinungsbild deutlich: Das wertige Vollmetallgehäuse ist ultrastabil gebaut und ruht auf drei punktgelagerten Füssen, die das Gerät akustisch vom Untergrund entkoppeln. Schön, dass auch beim Klopftest nichts scheppert oder ungebührlich resoniert.

Teac setzt beim Aussehen auf ein «New Vintage Design», das moderne und traditionelle Gesichtspunkte visuell vereinigen soll. Zu Letzteren gehören sicherlich die klassischen VU-Meter, deren Zeiger im Rhythmus der Musik fröhlich hin- und herpendeln. Wem das zu nervös erscheint, kann sie deaktivieren; genauso, wie sich die Beleuchtung der Instrumente in zwei Stufen absenken oder ganz ausschalten lässt.

«Vintage» sind wohl auch die gerundeten Aluminium-Seitenteile, die ein wenig vorstehen und dem Gerät einen aparten Touch verleihen. Die Front ist relativ hoch und bietet reichlich Platz für die wenigen, übersichtlich verteilten Bedienelemente: Diese erlauben – zum Teil über eine Menü-Taste – eine manuelle Steuerung aller Funktionen. Bequemer geht dies freilich über die ausgesprochen ergonomische Fernbedienung. Das OLED-Display auf der Gerätefront gibt Auskunft über diverse «fortgeschrittene» Einstellungen wie Oversampling und Digitalfilter.

Ein Anschlusswunder ist NR-7CD nicht gerade. Betrachtet man aber Ethernet und USB, so wird deutlich, dass man für das digitale Zeitalter bestens gerüstet ist.Ein Anschlusswunder ist NR-7CD nicht gerade. Betrachtet man aber Ethernet und USB, so wird deutlich, dass man für das digitale Zeitalter bestens gerüstet ist.

Übersichtlich zeigt sich auch die Rückseite; allzu viele Anschlüsse finden sich hier nicht: Drei Digitaleingänge und ein analoger Cinch-Anschluss sollten aber für die meisten Bedürfnisse reichen – zumal Musik zusätzlich ab USB-Datenträger oder übers Netzwerk gestreamt werden kann. Für Letzteres ist ein Ethernet-Anschluss vorgesehen. Wer kabellos über den NR-7CD Musik abspielen möchte, kann dies via Bluetooth tun. Und das sogar in sehr guter Qualität: Entweder mit einem AptX-kompatiblen Handy bzw. Tablet, oder – noch besser – mit einem Sony-Smartphone, das über LDAC verfügt. Beide Bluetooth-Protokolle beherrscht der Teac nämlich.

Um die Netzwerk- und USB-Funktionen nutzen zu können, benötigt man die passende App. Teac offeriert dafür «TEAC HR Streamer» wahlweise für iOS oder Android. Dessen Benutzeroberfläche lässt sich nach eigenem Gusto konfigurieren. Erfreulicherweise sind die Online-Musikdienste Qobuz und Tidal bereits integriert. Somit kann man verlustfrei und (ein entsprechendes Abo vorausgesetzt) sogar in HiRes direkt ab Internet Musik hören. Hingegen fehlte (zum Testzeitpunkt) ein integriertes Internetradio-Portal. Hier sollte Teac noch nachrüsten. Wer über den NR-7CD Radio hören möchte, ist also derzeit noch auf sein Bluetooth-Handy oder -Tablet angewiesen.

Die HR-Streamer-App von Teac gibts für iOS und Android. Erfreulicherweise ist der direkte Zugriff auf Qobuz und Tidal bereits implementiert. Aber auch im Heimnetzwerk ab Audio-NAS kann man damit Musik streamen.Die HR-Streamer-App von Teac gibts für iOS und Android. Erfreulicherweise ist der direkte Zugriff auf Qobuz und Tidal bereits implementiert. Aber auch im Heimnetzwerk ab Audio-NAS kann man damit Musik streamen.

Innere Werte

Beim Teac NR-7CD lohnt eine Innenschau. Erst hier wird deutlich, mit welchem Aufwand dieses Gerät bis ins Detail liebevoll konzipiert wurde. Eine Besonderheit bilden zwei massive, hochkant eingebaute und zweiseitig bestückte Aluminiumplatten: Auf der einen Seite ist die Wandler/Vorverstärker-Platine angebracht, auf der anderen Seite das Endstufenmodul. Das Ganze ist getrennt für links und rechts, kommt also in einem echten Doppel-Mono-Aufbau daher. Diese Konstruktion vereint hohe Kanaltrennung und möglichst kurze Signalwege.

Durchdachte Konstruktion: Die Class-D-Endstufenmodule sind kanalgetrennt auf massiven Aluminiumblöcken montiert, direkt gegenüber der Vorstufen- und Wandlerplatine.Durchdachte Konstruktion: Die Class-D-Endstufenmodule sind kanalgetrennt auf massiven Aluminiumblöcken montiert, direkt gegenüber der Vorstufen- und Wandlerplatine.

Als DACs kommen – genau wie im kürzlich getesteten Teac UD-503 – zwei D/A-Wandlerchips vom Typ VERITA AK4490 zum Einsatz. So bietet auch der NR-7CD bis zu achtfaches Oversampling und diverse Digitalfilter zur Auswahl. Ein von Teac entwickelter, integrierter und programmierbarer Schaltkreis namens RDOT-NEO soll dabei 16-Bit-Signale (sprich: CDs) mittels spezieller Algorithmen auf HiRes-Niveau aufpolieren. Ein Versprechen, das viele Hersteller schon gemacht, aber meistens nicht wirklich einhalten konnten. Aber warten wir den Hörtest ab …

Teac kann auf ein hochwertiges CD-Laufwerk aus eigener Fertigung zurückgreifen. Dieses wird auch von anderen High-End-Herstellern gerne eingesetzt.Teac kann auf ein hochwertiges CD-Laufwerk aus eigener Fertigung zurückgreifen. Dieses wird auch von anderen High-End-Herstellern gerne eingesetzt.

Weitere Besonderheit bildet das Teac-eigene CD-Laufwerk, das einen anerkannt guten Ruf besitzt und auch von anderen High-End-Hersteller (etwa AVM) eingesetzt wird. Ebenso (bereits im UD-503) bewährt haben sich die aufwändige elektronische Lautstärkeregelung und der kraftvolle Kopfhörerverstärker, der hier zwar nur in der asymmetrischen Variante vorliegt, aber mit 2 x 500 mW (an 32 Ohm) immer noch sehr kraftvoll ausgelegt ist. Leider ist die Buchse auf der Front als Miniklinke ausgeführt. Besitzer von Heimhörern müssen auf unhandliche Adapter zurückgreifen oder zum Lötkolben greifen.

Als Verstärker setzt Teac zwei Class-D-Endstufenmodule des renommierten Herstellers ICEpower (ehemals Bang & Olufsen) ein. Die verwendeten Typen 50ASX2 BTL leisten bis zu 140 Watt und zeichnen sich durch eine hohe Linearität aus. Class-D-Verstärker setzen ja ausgangsseitig notgedrungen Filter ein, die im Zusammenspiel mit niedrigen Lautsprecherimpedanzen zu einem unschönen Abfall im Hochtonbereich führen können. Nicht so bei diesem Modell, das auch an 4 Ohm noch bis 100 kHz (-3 dB) überträgt.

Das Blockdiagramm zeigt die durchdachte und saubere Schaltungstopologie des NR-7CD. Als Besonderheit findet sich ein aufwändiger Upsampling-Schaltkreis, der 16-Bit-Signalen zu mehr Auflösung verhelfen soll.Das Blockdiagramm zeigt die durchdachte und saubere Schaltungstopologie des NR-7CD. Als Besonderheit findet sich ein aufwändiger Upsampling-Schaltkreis, der 16-Bit-Signalen zu mehr Auflösung verhelfen soll.

Schaut man sich die Schaltungstopologie des NR-7CD an (siehe Diagramm), dann sieht man, dass der Analog-Eingang direkt und ohne Umwege verarbeitet wird. Dies im Unterschied zu echten Digitalverstärkern wie etwa dem Classe Sigma 2200i oder dem NAD M32, die durchgehend auf der digitalen Ebene arbeiten und eingehende Analogsignale erst A/D-wandeln müssen.

Im NR-7CD werden die Class-D-Endstufen ganz konventionell analog angesteuert, denn dieser Typ Class-D-Verstärker erlaubt gar keine Integration in eine durchgehend digitale Umgebung. Das muss kein Nachteil sein, denn so kann Teac erst ihre aufwändige analoge Lautstärkereglung implementieren. Und auch der Kopfhörerverstärker profitiert vom hochwertigen Analogsignal, welches zur Verfügung steht.

Was etwas schade ist: Es wird kein Vorverstärkerausgang angeboten. Somit kann man keine anderen Endverstärker als die eingebauten einsetzen. Etwaiges Bi-Amping von Lautsprechern entfällt ebenfalls. Diese Einsparung verwundert etwas, zumal Teac beim ansonsten ähnlich aufgebauten Vollverstärker AI-503 einen solchen regelbaren Ausgang vorgesehen hat.

Klanglicher Feingeist

Zunächst hörten wir mit viel Genuss HiRes-Musikmaterial an, so etwa das Album «BWV ... or not?» mit der Geigerin Amandine Beyer und ihrem Ensemble Gli Incogniti. Eine ganz hervorragende 24-Bit-Aufnahme, die als HiRes-Download oder -Stream verfügbar ist. Der Teac NR-7CD verlieh ihr im Zusammenspiel mit einem Paar B&W 805 D3 reichlich Spielfreude und Ausdruckskraft. Die Kombi tönte zwar nicht überschiessend vital, aber sehr detailfreudig und distinguiert. «Kultiviert», «fliessend» und «elegant» sind vielleicht die treffendsten Stichworte, mit denen man die Wiedergabe umschreiben kann.

Kammermusik vom Feinsten: «BWV ... or not?» mit der Geigerin Amandine Beyer und ihrem Ensemble Gli Incogniti.Kammermusik vom Feinsten: «BWV ... or not?» mit der Geigerin Amandine Beyer und ihrem Ensemble Gli Incogniti.

Sehr schön ist das Mass an räumlicher Transparenz, das geboten wird. Das Klangbild wirkt luftig und frei. Der für barocke Musik so wichtige Basso Continuo kommt druckvoll und unterlegt den schönen Klängen das erwünschte Fundament. Der Klang der Violine ist weniger auf der kratzigen als vielmehr auf der wohlklingenden Seite zu Hause. Von Schönfärberei kann dennoch nicht die Rede sein. Anecken möchte der Teac aber sicherlich auch nicht.

Jahreszeitlich passend führten wir uns Bachs Johannes-Passion zur Gemüte, in der exzellenten Einspielung von René Jacobs, die sowohl als SACD wie auch als HiRes-Download verfügbar ist. Hier legte der Teac den nötigen Ernst an den Tag und brachte die sakrale Vokalmusik eindringlich und mit schönen Klangfarben ins Wohnzimmer. Auch dieses Werk profitierte von der guten Räumlichkeit der Wiedergabe, genauso wie vom satten Tieftonfundament.

Bachs Johannes-Passion wurde am Karfreitag 1724 uraufgeführt und hat auch heute noch nichts von ihrer Faszination verloren.Bachs Johannes-Passion wurde am Karfreitag 1724 uraufgeführt und hat auch heute noch nichts von ihrer Faszination verloren.

Hörtest-Klassiker wie Mark Knopflers «Boom like that» oder «Sucker Row» inszenierte der NR-7CD sehr gehaltvoll und mit Schmackes. Erst der Quercheck mit den Monoblöcken AVM MA 3.2 S offenbarte, dass die B&W 805 D3 noch entfesselter und gleichzeitig griffiger aufspielen können. Auch bei akustischem Jazz zeigte sich, dass diese Kombi bei sehr lautem Pegel den Kontrabass besser im Griff hatte. Allerdings ist dieser Vergleich natürlich unfair, kosten die AVM-Monoblöcke doch alleine schon mehr als das All-in-One-Gerät von Teac.

Abschliessend waren wir gespannt, ob der NR-7CD das Versprechen würde einlösen können, CDs quasi auf HiRes-Niveau aufzupolieren. Zu diesem Zweck dockten wir den Blu-Ray-/SACD-Kombiplayer BDP-180 von Pioneer sowohl digital wie analog am Teac an. Dieser Spieler zeichnet sich – insbesondere bei SACDs – durch eine überraschend gute Audio-Wiedergabe aus. Er erlaubt es, die SACD-Tonspur über den Analogausgang und gleichzeitig das Signal in 16-Bit/44,1 kHz über den optischen Digitalausgang auszugeben. So wurde ein direkter A/B-Vergleich am Teac möglich.

Zunächst galt es freilich, am Teac die optimale Kombination aus Oversampling und Digitalfilter zu bestimmen. Je fünf Einstellungen (also insgesamt 25 Kombinationen) sind möglich, denn der NR-7CD konvertiert PCM-Signale auf Wunsch auch in DSD. Diese Variante überzeugte uns jedoch nicht so sehr wie das achtfache Oversampling (44,1 kHz auf 352,8 kHz). Auch bei der Wahl des Digitalfilters war der Favorit relativ schnell klar: Wie schon beim DAC UD-503 (Test hier) gefiel die Variante «Short Delay Slow» am besten.

Unglaublich, aber wahr: In der Kombination mit achtfachem Oversampling konnte sich die 16-Bit-Tonspur von Hybrid-SACDs sogar etwas besser in Szene setzen als Original-DSD ab preisgünstigem Kombiplayer. Die aufwändige RDOT-NEO-Schaltung von Teac leistet Erstaunliches. Das ist doch ein beachtliches Ergebnis, das dem Autor so noch nicht untergekommen ist. 

Fazit

All-in-One-Systeme abschliessend einzuschätzen, ist nie ganz einfach. Meist finden sich irgendwo Schwachpunkte, die das Gesamtergebnis trüben. Beim Teac NR-7CD bilden die Endstufen (mit 2 x 100 Watt RMS) den limitierenden Faktor, zumal kein Vorstufenausgang vorgesehen ist. Erfreulicherweise spielen die verwendeten ICEpower-Class-D-Module aber auf einem sehr hohen Niveau, das viele Musikliebhaber zufriedenstellen stellen wird. Wer noch mehr Leistung möchte, muss halt doch auf Einzelkomponenten ausweichen.

Klassischer Hingucker: Der Teac NR-7CD gefällt dank seinem edlen «New Vintage Design» sowohl in traditionellen wie in modernen Wohnumgebungen.Klassischer Hingucker: Der Teac NR-7CD gefällt dank seinem edlen «New Vintage Design» sowohl in traditionellen wie in modernen Wohnumgebungen.

Vollends überzeugt die Qualität des integrierten DACs und Kopfhörerverstärkers. Und auch in der Funktion als Netzwerkspieler gefällt der NR-7CD – insbesondere, weil die Musikdienste Qobuz und Tidal bereits implementiert sind. CD-Liebhaber, die zu faul sind, ihre Disk-Sammlung zu digitalisieren, kommen mit dem Teac sowieso voll auf ihre Kosten, denn eine so gute 16-Bit-Wiedergabe – wohl auch dank dem hochwertigen CD-Laufwerk – findet man sonst nur selten.

Zwar erscheint der Preis von 4790 Franken auf den ersten Blick etwas hoch. Vergleichbare Systeme (wie etwa Musical Fidelity Encore-225, Naim Uniti Nova oder auch Grand Class G30 von Technics) kosten jedoch ebenso viel oder sogar deutlich mehr. Schaut man sich zudem die innen wie aussen gleichermassen perfekte Verarbeitung an, so darf man dem Teac NR-7CD durchaus Preiswürdigkeit attestieren. 

Steckbrief
Modell:
NR-7CD
Profil:
Rundum und auch innen hochwertig verarbeitetes All-in-One-Musiksystem mit Schwerpunkt auf der bestmöglichen Wiedergabe von Digitalquellen. Interessant besonders auch für CD-Liebhaber, die ihre Lieblingsscheiben in bisher nicht gekannter Klangqualität hören möchten.
Pro:
Hervorragender Klang ab CDs und HiRes-Quellen.
Ergonomische Bedienung.
Integrierter Netzwerkspieler mit brauchbarer iOS-/Android-App und Direktzugriff auf Qobuz und Tidal.
Sehr guter Kopfhörerausgang.
Contra:
Kein Vorstufenausgang.
Kopfhörer nur mit Miniklinkenstecker.
Preis:
4,790.00 CHF
Hersteller:
Teac
Jahrgang:
2017
Vertrieb:
Thali AG
Masse:
442 x 152 x 245 mm
Gewicht:
13,4 kg
Farbe:
Silber
Analog Input:
Cinch
Analog Output:
Kopfhörer
Audioformate:
PCM/FLAC 32 - 192 kHz, DSD 256, CD, DSF, DSDIFF, Apple Lossless, AIFF, MP3, AAC
DA-Wandler:
2x AKM Verita AK4490
Digital Input:
2x optisch, 1x koaxial, USB
Maximale Leistung:
2 x 230 Watt Watt
Schnittstelle:
Ethernet, Bluetooth (inkl. Aptx und LDAC)
Onlinefassung: https://avguide.ch/testbericht/all-inclusive-test-all-in-one-musiksystem-teac-nr-7cd
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