
27 Prozent mehr Besucher
Die Hotel- und Konferenzräume des Hotel Mövenpick bildeten den adäquaten Rahmen für die Vorführung der hochstehenden Audiokomponenten. Infolge des überraschend grossen Besucheraufkommens wurde es allerdings schon am Freitag in manchen Hotelzimmern etwas eng. Besser hatten es da die Aussteller in den Konferenzräumen. Hier konnten man auch grosse Lautsprechersysteme klanglich entsprechend zur Geltung bringen.
Trotzdem herrschte in den Gängen und Zimmern durchwegs eine ausgezeichnete Stimmung. Sowohl bei Ausstellern und Besuchern war die Stimmung von Optimismus geprägt und man ist allgemein froh, dass die Schweiz wieder eine grössere Messe für hochwertiges Audio hat.

Neue Medien nehmen Einzug
Gezeigt wurde die ganze Bandbreite von Retro HiFi mit wunderschönen Geräten, die an die Hochblüte des HiFi in den 70/80er Jahren erinnern bis zu modern Streaming/Netzwerk-Lösungen mit Vernetzung in die Computerwelt. Wobei gerade das Letztgenannte nicht selbstverständlich und sehr erfreulich ist. Lange tat sich die High End Audio Branche schwer und öffnete sich erst jetzt mit einiger Verzögerung auf breiter Front dem Thema Streaming und Musikdownload.
Denn zunehmend werden von den Konsumenten auch entsprechende Lösungen im High End Audio Bereich verlangt. Während Marken wie Naim und Reson lange einsame Vorreiter waren und schon seit geraumner Zeit hochwertige Netzwerkplayer für die Wiedergabe von unkomprimierten Musikfiles ab Festplatte anbieten, ist nun eine stattliche Zahl weiterer Hersteller auf diesen Zug aufgesprungen.

Die inzwischen bald dreissigjährige 16-Bit Compact Disc ist zwar immer noch praktisch und das meistverbreitetsten Musikmedium. Die Zukunft gehört aber den hochauflösenden Audioformaten.
Nach dem Quasi-Tod der SACD (Super Audio CD) liegt die Zukunft bei unkomprimierten Musikdateien mit 24-Bit Auflösung und Samplingfrequenzen bis 192kHz im FLAC oder Apple Lossless Format, die auf einer Harddisk gespeichert werden. Immer mehr Leute speichern ihre Musik auf einer USB-Harddisk oder einem Netzwerkspeicher (NAS). Auch füllen die kleinen audiophilen Musiklabels zunehmend die Lücke der grossen Download-Dienste wie Itunes, welche leider momentan (noch) kein hochauslösendes Audio anbieten. Vielerorts fanden sich dann auch attraktive Netzwerkplayer die mit WiFi oder Ethernet-Kabel direkt Musik vom einer extern Harddisk (NAS oder USB) auf die Wohnzimmeranlage streamen.
Die analoge Schallplatte wird wohl nie todzukriegen sein - dafür klingen die Vinylscheiben einfach zu gut! Den Spass und klangliche Faszination, die ein analoger Plattenspieler vermittelt, sind nach wie vor ungebrochen und für einen richtigen audiophilen Musikliebhaber durch nichts zu ersetzen. Entsprechend gross ist weiterhin das Angebot an analogen Laufwerken und Tonarmen.